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Die Möglichkeit einer Insel [Gebundene Ausgabe]

Michel Houellebecq , Uli Wittmann
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (54 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

14. September 2005
"Wer unter Ihnen verdient das ewige Leben?"
Der Mensch ist verschwunden. Und mit ihm der Kult um Sex und Fun und ewige Jugend. Geblieben ist nichts als Ekel, Einsamkeit und Langeweile. Der Mensch ist für das Glück und dessen Voraussetzung, die bedingungslose Liebe, nicht geschaffen. Angesichts der unerträglich schmerzvollen Erfahrung des Alters nimmt der Mensch freiwillig Abschied von sich. Und nach der Klimakatastrophe bleiben vom Menschengeschlecht nur archaisch lebende Wilde zurück.
Nur der Neo-Mensch hat überlebt - geklont und unsterblich. Aber alle menschlichen Regungen wie Lachen und Weinen, Güte, Mitleid und Treue sind ihm zu unergründlichen Geheimnissen geworden. Daniel24 ist ein Neo-Mensch der vierundzwanzigsten Generation, der auf seinen genetischen Prototyp Daniel1 und dessen Lebensbericht zurückblickt. Dieser Daniel1 war ein Mensch unserer Gegenwart: Als Komiker auf der Bühne, in Film und Fernsehshows trat er als zynisch-scharfer Beobachter einer Gesellschaft auf, die längst alle Tabus gebrochen hatte. Aber sein Leben mit Isabelle, umgeben von Glamour und Geld, vermochte das Altern nicht aufzuheben. Der Bericht aus der Zeit seines Prototyps ermöglicht es Daniel24, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Zeiten, seiner, die in der Zukunft liegt, und unserer selbstzerstörerischen Gegenwartsgesellschaft zu begreifen. Für die war vor allem "der moralische Schmerz des Alterns" unerträglich geworden. Ist der Gesellschaftsentwurf dieses Neo-Menschen der alten Gattung wirklich überlegen?
Schließlich macht sich Marie23, angestoßen durch die Berichte von Marie1, auf den Weg, um auf einer Insel eine neue Gesellschaftsform zu suchen, wo sich jenseits von altem Menschsein und Neo-Menschsein die Individuen in Liebe, Fürsorge und Geborgenheit begegnen. Wohin führt ihre verheißungsvolle Suche?
Michel Houellebecqs mit Spannung erwarteter neuer Roman Die Möglichkeit einer Insel entwirft radikal unsere Zukunft: Drastisch konfrontiert er Menschheitsentwürfe. Michel Houllebecqs Prosa ist voll visionärer Kraft, eine Abrechnung mit unserer heutigen Gesellschaft, wie sie endgültiger kaum sein kann.
"Willkommen im ewigen Leben, meine Freunde."

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Die Möglichkeit einer Insel + Elementarteilchen + Die Welt als Supermarkt: Interventionen
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 445 Seiten
  • Verlag: Dumont Buchverlag; Auflage: 2 (14. September 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3832179283
  • ISBN-13: 978-3832179281
  • Originaltitel: La possibilité d'une ile
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 14,6 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (54 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 217.916 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

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Lanzarote ist die ideale Kulisse für Die Möglichkeit einer Insel des französischen Skandal-Autors Michel Houellebecq. Nicht nur, dass sie wegen ihres schwarzen Vulkangesteins so unwirklich erscheint wie der rein fiktive Seinszustand des Titel gebenden Eilands -- der reinen „Möglichkeit“ der Insel -- es verlangt. Sie wirkt auch so, als habe sie eine unendlich alte Vergangenheit. Und doch scheint sie direkt aus einem Science-Fiction-Film entsprungen. Die ideale Kulisse. Denn Houellebecq erzählt von ewigen Dingen wie dem Glück der Liebe und dem Schmerz des Alterns. Aber er projiziert das Ganze in eine ferne Zukunftszeit.

Die Möglichkeit einer Insel spielt in einer Welt, wie sie der Autor, Interviews gemäß, in zweitausend Jahren tatsächlich erwartet. Menschen sind beinahe ausgestorben und vagabundieren in versprengten Häuflein durch die zerstörten Großstädte. Längst sind sie ersetzt von durchnummerierten Klonen, die allenfalls noch durch die schriftlich fixierten Biografien des humanen Ausgangsmaterials mit ihren Gen-Gebern verbunden sind. So sieht sich auch Daniel, der Hauptheld des Buchs, mit den Kommentaren seiner unzähligen Doppelgänger konfrontiert: Immer wieder werden seine Ausführungen von den Echos der „Neo-Menschen“ Daniel24 oder Daniel25 unterbrochen.

Daniel ist auf der Suche nach dem Glück -- der eigentlichen „Möglichkeit einer Insel“ inmitten der genetischen Indifferenz der schönen neuen Welt. Er findet sie in Isabelle, die ein Magazin namens „Lolita“ herausgibt -- und in diesem Titel liegt bereits die ganze Tragik festgeschrieben. Denn Isabelle kann nicht für immer Kindfrau bleiben, und Daniel muss weiter, zu Esther, 22 Jahre alt. Aber auch der mehrfach gespiegelte Held des Romans wird älter und fällt, „hoch in den Vierzigern“, inmitten einer Welt aus lauter Körperkult durchs Raster. Die „Möglichkeit der Insel“ ist bloße Illusion.

Auch wenn im Buch alle Motive früherer Bücher Houellebecqs wiederkehren, so hat er sie in diesem doch am besten, großartigsten miteinander verknüpft. Die vormals überwiegende Lust am Untergang ist einer nüchternen Resignation gewichen -- auch der Autor, der seinem Daniel stark autobiographische Züge verliehen hat, ist älter geworden. Und er hat gelernt, noch etwas besser zu erzählen. --Isa Gerck

Pressestimmen

Er hat seine Kunst verfeinert und seine Visionen verdüstert. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

Houellebecq versteht sich nicht in erster Linie als Geschichtenerzähler, sondern als soziales Barometer, das die Umbrüche der Sitten und den Untergang der Menschheit in ihrer jetzigen Form anzeigt - ein Balzac light der zeitgenössischen menschlichen Komödie. (Der Spiegel)

Michel Houllebecq gibt sich in seinem neuen Roman als leidenschaftlicher Romantiker zu erkennen. Er gibt sich diese Blöße, und genau das ist das Anrührende an diesem Buch. (Klon-)

?ein Balzac light der zeitgenössischen menschlichen Komödie. (Der Spiegel)

Kritisch geht Houllebecq in seinem Roman mit unserer immer oberflächlicher werdenden Gesellschaft ins Gericht. Lesenswert! (Bunte)

Hart und böse ist dieses Buch, von großer Genauigkeit und verblüffendem Scharfblick, wenn der Erzähler von seinem Leben als Komödiant erzählt. (Süddeutsche Zeitung)

Auch diesmal bohrt er mit der gewohnten pubertären Hingabe in den Wunden der Gesellschaft herum, wobei er sich bei aller Düsternis der Gedankengänge seinen großartig schrägen Sinn für Komik bewahrt hat und wie immer mit politisch unkorrekten Pointen auftrumpft. (Mitteldeutsche Zeitung)

Houellebecq ist etwas Seltenes gelungen: die poetische Beschwörung einer unmittelbar drohenden Entmenschlichung. (Welt am Sonntag)

(Neue Zürcher Zeitung) (Neue Zürcher Zeitung) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen vorwärts in die steinzeit 26. März 2008
Format:Taschenbuch
1.Zeitebene 21. Jahrhundert.
Daniel1 ist ein Kotzbrocken. Es erschließt sich nicht, warum er als Komiker so erfolgreich sein kann. Nur weil er zynisch ist? Jedenfalls wird er reich und kann alles erwerben, was mit Geld zu erwerben ist.

Interessant seine Freundschaft zu dem introvertierten Künstler Vincent, der das genaue Gegenteil von Daniel1 zu sein scheint. Vincent lebt ein äußerlich anspruchsloses Leben und ist der uneheliche Sohn des Sektenoberhauptes der 'Elohim', in deren engeren Kreis Daniel1 zufällig gerät. Nach dem gewaltsamen Tod des 'Propheten' tritt Vincent an die Stelle seines Vaters, als gelungener Klon, ein PR-Coup der Sektenführer.
Das Klonen gelingt der Sekte erst dreihundert Jahre später, im 24.Jahrhundert.

Daniel1 verliebt sich zweimal und bleibt unglücklich, beide Frauen verlassen ihn. Die eine, weil sie das Altern nicht ertragen kann, die andere, weil Daniel1 SEIN Altern nicht ertragen kann.
Seine Freundschaft zu Vincent und seine Liebe zu seinem Hund machen Daniel1 (nach vielen, vielen Seiten) einigermaßen menschlich, im großen und ganzen bleibt er aber doch ein schwer egoistischer Eigenbrötler, der seitenweise in Selbstmitleid badet.

2.Zeitebene 40. Jahrhundert.
Die neuen Menschen, 'Neo-Menschen', brauchen nicht viel, leben sicher und abgeschirmt in ihrem Hochsicherheitstrakt in der übriggebliebenen zerstörten Welt. Ihr Energiebedarf wird mittels Photosynthese abgedeckt, sie ernähren sich von Mineralsalztabletten und Wasser. Sie müssen nicht viel tun, eigentlich gar nichts. Sie haben keinen persönlichen Kontakt untereinander, sind frei von Gefühlen und Wünschen.

Es haben aber auch andere Menschen, Nicht-Klone, auf der von Kriegen, Naturkatastrophen, Atomexplosionen und einer Verschiebung der Erdachse zerstörten Erde überlebt.
Es ist mir nicht verständlich geworden, warum diese Menschen in den Überresten des 21. Jahrhunderts hausen und mit den offenbar erhalten gebliebenen Gegenständen wie Häuser (es stehen wohl noch welche, 2000 Jahre alt) Autositze, Fotoapparate, analoge natürlich, nichts anfangen können. Diese 'Ur-Menschen', 'Wilden', nichtgeklonte Nachkommen unserer Jetzt-Zeit, treten in Rudeln auf und haben das Gebaren steinzeitlicher Gestalten und sie sind Menschenfresser, wie der 25.Klon von Daniel1 beobachten kann, der sich auf Abenteuerreise begeben hat, um seinem stumpfsinnigen Dasein im Hochsicherheitstrakt zu entkommen. Um dann, am sich weit zurückgezogenen Meer angekommen, in weiteren 60 Jahren Stumpfsinn auf den Tod zu warten. Aber vielleicht kommt Marie23 ja doch noch vorbei.

Die Geschichte ist wirklich spannend, es wird in weiten Teilen verständlich, was Houellebecq beabsichtigt.
Aber diese Geschichte ist bestimmt kein Science-Fiction-Roman. Es wird ärgerlich, wenn ein visionärer Houellebecq Bilder aus schlechten Filmen bemüht, die das 40.Jahrhundert darstellen sollen.

Ich stelle dieses Buch ins Regal, werde über das Eine oder Andere weiter nachdenken und gespannt auf das nächste Werk dieses Autors warten.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die (Un-)Möglichkeit einer Insel 2. September 2005
Format:Gebundene Ausgabe
Houellebecq ist wieder da, und präsentiert uns mit der "Möglichkeit einer Insel" seinen vierten Roman, von dem er meines Erachtens zu Recht behauptet, er wäre sein bester.
Seinen Themen ist er treu geblieben. Einmal mehr erzählt er von sexuellem Elend, dem Verschwinden der Liebe, dem Unglück des Alterns und dem Scheitern der durchschnittlichen, menschlichen Existenz.

Protagnonist des Romans ist Daniel1, ein berühmter Komiker, der uns seinen Lebensbericht vorlegt, von seinen gescheiterten Beziehungen zu Frauen erzählt, und einen Einblick in seine Erlebnisse bei der Klonsekte "Elohim" gewährt. Vollgepackt mit ätzender Gesellschaftskritik entfaltet sich in seinem Bericht eine philosophische Meditation, die einen ungemein weit gespannten Rahmen an Themen behandelt und viele Entwicklungen der Zukunft vorweg nimmt.
Immer wieder wird seine leidenschaftliche Erzählung von Daniel24, dem genetischen Nachfolger der 24ten Generation, unterbrochen und reflektiert. Daniel24 lebt 2000 Jahre in der Zukunft, und gehört einer neuen, gentechnisch veränderten Menschenrasse an, die den aussterbenden Menschen abgelöst hat. Vom Menschen in seiner alten Form ist nicht mehr viel übrig geblieben. Nach Klimakatastrophen, Kriegen und einer Selbstmordwelle bevölkern nur noch vereinzelt lebende Wilde die Ruinen der Welt.
Dem Neo-Menschen sind alle menschlichen Gefühle abhanden gekommen, er kennt weder Hass noch Liebe, pflegt keine menschlichen Kontakte, lebt ein einsames, gleichförmiges, ewiges Leben. Doch in seinem innersten brennt noch immer die Sehnsucht nach Liebe. Daniel24 wird am Ende des Romans seine abgeschottete Welt verlassen, um sich auf die Suche danach zu begeben...

Vieles ist beim alten Geblieben, und doch hat sich einiges geändert.
von dem stahlenden Weltuntergangsoptimismus der "Elementarteilchen" ist jedenfalls nichts mehr übrig geblieben. Die Zukunft des Neo-Menschen ist ebenso düster wie die des gegenwärtigen. Wenn auch das Maß an Grausamkeit, Leiden und menschlichem Wahnsinn reduziert wurde, bleibt die Sehnsucht nach Liebe bestehen. Die Tatsache ihrer Unmöglichkeit beschreibt Houellebecq auf ungemein ergreifende, poetische Weise. Es gibt also keinen Ausweg, die Möglichkeit einer Insel bleibt Utopie.

Zwar setzt Houellebecq auf bewährte Mittel, sein Zynismus ist immer noch spürbar, doch seine brennende Wut ist der deprimierenden Resignation gewichen. Und das ist gewiss kein Nachteil. Seine Erzählweise ist dadruch überlegter, feiner und facettenreicher geworden, womit er seinen essayistischen Gesellschaftsanalysen, die er immer wieder in den Text einbringt, zusätzliche Tiefenschärfe verleiht.
Weiters sind die Sexszenen auf ein erträgliches Maß reduziert worden, anstatt seitenweise genaue Beschreibungen von verschiedenen Praktiken zu geben, nimmt er sich diesmal noch mehr Zeit zum philosophieren, und überrascht immer wieder mit seiner bestechenden Intelligenz.

Natürlich kann man ihm eine "Überbetonung der Sexualität" vorwerfen, kann man seinen öden Stil bekriteln, seine Provokationen verurteilen oder ihm eine übertriebene Selbstinszenierung vorwerfen. Sein grenzenloser Pessimismus wird genausowenig jedermanns Sache sein.
Das ändert aber alles nichts an der Tatsache, dass er mit der "Möglichkeit einer Insel" ein hochaktuelles, tieftrauriges Buch von ungemeiner Vielschichtigkeit geschrieben hat.

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30 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bittere Abrechnung 15. September 2006
Format:Gebundene Ausgabe
Bücher des französischen Autors Michel Houellebecq sind dafür berüchtigt, dass sie provozieren, regelmäßig lösen die Romane heftige Anfeindungen aus. Zumeist werden ihm Hetze und Sexismus vorgeworfen, dieses Mal kommt noch die Verharmlosung von Sektentum und Klonen hinzu. Dabei wird meist übersehen, dass selbst die drastischste, vielleicht auch geschmacklose Szene nichts weiter als eine literarische Metapher ist, mit welchen Houellebecq seine Überzeugung zum Ausdruck bringt, dass die westliche Gesellschaft sich in einer Sackgasse befindet und auf die Katastrophe zusteuert.

Die Erde in etwa 2000 Jahren, Katastrophen haben sie völlig verändert, die menschliche Zivilisation ist untergegangen, jene, welche die Zerstörungen überlebt haben, sind auf die primitivste Kulturstufe zurückgefallen. Inmitten des Chaos existieren zivilisatorische Inseln, hermetisch von der Außenwelt abgeschottet leben die sogenannten Neo-Menschen, Klone, nach dem Tod werden sie durch ein identisches Exemplar ersetzt. Sie leben allein, halten nur Kontakt über ein vernetztes System, haben keine wirklichen Bedürfnisse und vor allem keine wirklichen Emotionen. Die Neo-Menschen kennen keine Ausscheidungen mehr, können per Photosynthese überleben, brauchen lediglich die Mineralien einer Salzlösung. Ihre einzige Aufgabe besteht darin, die Lebensaufzeichnungen ihrer Vorgänger zu studieren und ihnen eigene Aufzeichnungen hinzuzufügen.

Im Zentrum des Romans Daniel 1, dessen geklonter Nachfahre Daniel 24 seinen Lebensbericht liest. Daniel ist zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein erfolgreicher Komiker, dessen Sketche auf einer scharfen Beobachtung der Realität beruhen, seine Show „Am liebsten Gruppensex mit Palästinenserinnen“ wird ein Erfolg, er verdient Millionen. Allerdings sind seine Sketche und Kurzfilme nichts weiter als provozierende Karikaturen der Wirklichkeit, an die Möglichkeit, sich für Veränderungen zu engagieren, denkt Daniel in keinem Augenblick.

Sein Glück scheint vollkommen, als er mit der Zeitungsredakteurin Isabel eine ihm intellektuell ebenbürtige Frau kennen lernt. Isabel arbeitet verantwortlich beim Jugendmagazin „Lolita“, das nicht nur ganz jungen, sondern auch vielen erwachsenen Frauen den Jugendwahn suggeriert. Gerade letzteres zerstört die Beziehung der beiden. Isabel, Ende 30, fühlt sich alt und zeigt zunehmend weniger sexuelles Interesse und Daniel registriert nüchtern:

„Wenn die körperliche Liebe vorbei ist, ist alles vorbei; und dann verrinnen die Tage in gereizter trostloser Eintönigkeit. Und was die körperliche Liebe anging, machte ich mir keine Illusionen, Jugend, Schönheit, Kraft: Die Kriterien der körperlichen Liebe sind dieselben wie bei den Nazis. Mit einem Wort, ich steckte ganz schön in der Scheiße.“ (63)

Beide trennen sich, sind unglücklich. Dann flackern Daniels Lebensgeister noch einmal auf, als sich die 22jährige Schauspielerin Esther für ihn interessiert - eine Beziehung, in welcher der Sex im Mittelpunkt steht, bis Esther sich neuen Zielen und jüngeren Männern zuwendet. Daniel beginnt zu begreifen, dass er mit Ende 40 ganz einfach alt, nutzlos und letztlich von einer durch Lebensgenuss geprägten Gesellschaft ausgestoßen ist. Am Ende, kurz bevor er sich umbringt, versteht er, was er bei seiner Jagd nach der Befriedigung seiner Bedürfnisse vergessen hat:

„Meine Abhängigkeit ist grenzenlos,

Ich kenne das Beben des Seins,

Das Zaudern zu verschwinden,

Die Sonne, die die Ränder auf dem Feldrain trifft

Und die Liebe, die alles so leicht macht,

Dir alles schenkt, und zwar sogleich;

Es gibt in der Mitte der Zeit

Die Möglichkeit einer Insel.“ (394)

Während seiner Beziehung zu Esther lernt Daniel eher zufällig die Elohimiten kennen, eine Sekte, die von einem außerirdischen Einfluss ausgeht und propagiert, dass man auf die Erlösung von außen warten müsse. Deshalb stellen die Elohimiten die Lebenslust und das Überdauern in den Mittelpunkt ihres Daseins, Werte wie Familie, Glauben oder politische Macht werden bedeutungslos, es gilt, einer kleinen Zahl Auserwählter das Überleben zu sichern, weshalb krampfhaft nach der Möglichkeit der Klonung von Menschen geforscht wird. Um die Zeit bis zum Erfolg zu überbrücken, werden DNA-Proben der Mitglieder gesammelt und konserviert. Es stellt sich übrigens heraus, dass die Gründer der Sekte dies im Drogenrausch als großen Scherz getan haben, doch schnell verselbstständigt sich die Sache, weil im Chaos einer untergehenden Welt, in der Glaube und Werte nicht mehr zählen, die Elohimiten den Nerv der Zeit treffen, denn sie bieten Hoffnung.

Houellebecq erspart dem Leser nichts, beschreibt seine Utopie bis zum bitteren Ende. Er lässt sogar den Klon Daniel 25 auf der Suche nach den von Daniel 1 beschriebenen Erfahrungen der Leidenschaft durch eine zerstörte Welt ziehen, in welcher die überlebenden Menschen auf ihr innerstes Wesen reduziert sind – gewalttätige, tierischen Hierarchien unterworfene, sich an Grausamkeiten ergötzende Tiere.

Die Welt taumelt am Abgrund, die Szenerie, welche Houellebecq beschreibt, ähnelt der Agonie des mächtigen Römischen Reiches, nur hatten die die Barbaren, welche die Geschichte weiterschrieben ...
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5.0 von 5 Sternen "Le bonheur n'était pas un horizon possible"
Houllebecqs ewiges Thema ist die Tragödie der menschlichen Existenz. Dabei hält er sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf, sondern steuert meist schnurstracks auf... Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von jury veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Entdeckung
Manchmal bekomme ich die Wut, wenn ich Houellebecq lese, weil ich ihn zu pornografisch finde, aber dann erkennt man hinter allem den Sinn
Vor 4 Monaten von Guenther Joachim Herbrich veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Ein schönes Buch...irgendwie krass
Ein sehr schönes Buch...

Ich dachte mit dem Thema Houellebecq wäre ich durch...falsch gedacht. Lesen Sie weiter...
Vor 10 Monaten von Andreas veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Zwischen Massentreiben und Einsamkeit
Die beiden titelgebenden Extreme könnte man als Beschreibung der beiden Handlungselemente dieses Romans bezeichnen: Einerseits erhält der Leser einen Einblick in die... Lesen Sie weiter...
Vor 12 Monaten von Doubleyou veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Erstklassig
Im August ist es erschienen. Im September erlebt es schon die zweite Auflage. Ein begehrtes Buch und doch kein herkömmlicher Bestseller. Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von Frank Hertel veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Die Möglichkeit einer Bewertung...
Französischer Scince-Fiction....ziemlich schwere Kost, aber mit unglaublich guten Ansätzen, man merkt bei jedem Satz, das der Autor Lovecraft Fan ist..... Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von hoosator veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Sehr, sehr gut
Kennt man einen, kennt man alle, trifft auf Houellebecq wahrlich nicht zu.
Er hat in diesem Buch eine ähnliche Vision wie Aldous Huxleys "Schöne neue Welt" mit... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. März 2011 von D. Palfinger
4.0 von 5 Sternen Über die Unausweichlichkeit des Alterns
Daniel, der Protagonist, beschreibt sein Leben Houellebecq- typisch, immer mit dem klassisch negativen Unterton; aus der Sicht eines Menschen, der das Leben offensichtlich hasst. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Oktober 2010 von Ambassador
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Nachdem ich die erste Seite gelesen hatte, war ich fasziniert. Fasziniert von diesem Gedankenspiel. Ich habe das Buch förmlich verschlungen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. August 2009 von Sarah Anna Busch
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