Ich nehme an, mit dem Titel "Die Möglichkeit des Andersseins" wollte Paul Watzlawick uns sagen, dass er(zumindest in der damaligen Zeit) völlig anders dachte, handelte und agierte, als die meisten seiner Kollegen in der psychologischen Welt.
Sein Stil ist(wie der Steve de Shazers) eigentlich ziehmlich simpel und doch soooo effektiv und auf jeden Fall wert, dass man ihn erlernt oder sich zumindest etwas damit beschäftigt und ihm etwas abschaut.
Seine Ausführungen zu den links- und rechtshemisphären Gehirnhälften sind die Genialsten, die ich jemals zu diesem(eigentlich sehr trockenen Thema) lesen durften.
Im folgenden geht er dann auf Sprachformen und -wirkungen ein, beschreibt Techniken und geht dann auch etwas auf Verhaltensaufgaben und Rituale ein.
Ich finde, es ist etwas lockerer und lesbarer geschrieben als die beiden Bücher "Menschliche Kommunikation" und "Lösungen".
Wer(wie ich, als ich das Buch damals las) privat nach Lösungen sucht, ist mit diesem Buch und den anderen Fachbüchern von Paul Watzlawick definitiv an der falschen Adresse.
Solchen würde ich vielmehr die einfachen Bücher von Paul Watzlawick, Giorgio Nardones sehr kurzweiliges Buch "Pirouetten im Supermarkt", Steve de Shazers "Wege der erfolgreichen Kurztherapie" oder die Bücher von Insa Sparrer und Matthias Varga von Kibéd empfehlen(Von letztgenannten zwei Autoren vor allem "Ganz im Gegenteil", "Wunder, Lösung und System" und "Systemische Strukturaufstellungen"). Ich habe kürzlich Bruce Darnells "Drama, Baby, Drama!" gelesen und muss sagen, dass es sich auch deutlich von der üblichen Trendsetter- und Bestseller-Literatur abhebt(Unter dieser findet man eher selten etwas gescheites).