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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Alle wollen nur das Eine!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Möchtegern: Roman (Gebundene Ausgabe)
Mimosa Mein schläft eine Nacht nicht und schon nimmt sie das Telefon ab. Was sie sonst nie tut. Obendrein sagt sie auch noch ja. Und schon ist sie für das Schweizer Fernsehen verpflichtet. Für SchreibStar. Die Schweiz sucht den Superautor. Und in der Jury darf die Grand Dame der Schweizer Literatur, nämlich Mimosa, nicht fehlen.Mit 17 veröffentlichte sie ihr erstes Buch, das, weil voller anzüglicher Stellen, ein Bestseller wurde. Dass sie noch Jungfrau war, durfte sie niemand verraten. Die nötigen Intimkenntnisse hatte sie sich aus medizinischen Werken der Stadtbücherei und den Herrenmagazinen ihre Vater abgeschrieben. Nein, Milena Moser kannte zwar den Rummel um Hegemanns Axolotl Roadkill. Dass die aus Strobo abgeschrieben hat, konnte sie nicht wissen. Da war ihr Buch nämlich schon fertig. Vierzig Wannabes werden vom Verleger Wolfensberger, der Kritikerin Michelle Schlüpfer und der HasBeen Mimosa beurteilt. Zehn werden ausgewählt für eine mehrwöchige Schreibfabrik, in der sie auf Schritt und Tritt von Kameras beobachtet werden. Mimosa Mein gilt immer noch als Skandalautorin und ist deshalb dabei. Dabei ist der einzige Skandal, das sie ihr Haus seit Jahren nicht verlassen haben. Bald stellt sich heraus, wie viele Schweizer schreiben. Der Fernsehsender wird mit Texten überschüttet, die Jurymitglieder auch. Auch die Putzfrau von Mimosa schreibt. Und drückt ihr da Manuskript in die Hand. Und dann rücken sie an, die Möchtegerns ... Milena Moser hat einen wunderbaren Roman über Medien und Hypen geschrieben, darüber, wie Kritiker Autorinnen festlegen und auch darüber, wie Fernsehen gemacht wird. Denn die Siegerin wurde schon am Anfang ausgewählt. Eine junge, hübsche Frau, versteht sich. Doch dann kommt es anders, die Zuschauer reagieren zwar begeistert, aber nicht so, wie das Skript des Senders es vorsah und Mimosa Mein macht die Kandidaten nicht nieder, sondern redet sie mit "Meine Lieben" an, was den Produktionsleiter verzweifeln lässt. Sie soll schließlich den Bohlen machen. Die Wannabes schreiben nicht nur Geschichten, jeder hat seine eigene Geschichte, die ihn zum Schreiben treibt. Auch die entwickelt die Autorin Stück für Stück im Roman. Am Anfang wird es deshalb stellenweise ein wenig unübersichtlich, denn außer den Geschichten der zehn Teilnehmer erzählt uns Mimosa ihre eigene, die natürlich auch eine Geschichte der Literaturszene ist und die kennt die Autorin bestens - und kann sie auf sehr witzige, oft auch bösartige Weise karikieren. Vor allem die Art, wie Autorinnen und Autoren auf Rollen festgelegt werden. Mimosa Mein als Skandalautorin; Göpf Burri, das zentralschweizerische Original, direkt aus Heidiland in den Sender hereingeschneit, in Wirklichkeit aber ein Ingenieur, der in Afrika Brücken baute, vor lauter Heimweih Lieder schrieb und wegen Alkoholismus entlassen wurde. Anita Giezendanner, die der Sender erst kippen wollte, "Wen interessiert eine graue Hausmaus?" und die in der Schreibfabrik ihr Thema und ihre Stimme entdeckt. Melanie Grossmann, die Studentin, an deren Texten rein gar nichts auszusetzen ist - außer, dass man sie sofort vergisst. Hoxha, Bosnier und ... Aber nein, ich muss jetzt aufhören. Sonst verrate ich noch alles. Der Roman jedenfalls ist eine vergnügliche Reise durch die Welt des Schreibens, die Motive der Schreiber, die Hemmungen und die Schwierigkeiten, selbst eine eigene Stimme in seinen Texten zu entwickeln. Wer selbst schreibt, wird so manches Bekannte entdecken und trotzdem - oder gerade deswegen - laut auflachen. Denn die Autorin hat einen sechsten Sinn für die Absurditäten des Lebens und versteht es, sie uns nahe zubringen. Und wie so oft bei Komödien steckt ein gerüttelt Teil Drama darin, bringt den Leser ins Grübeln. Doch das ist nicht nur ein Roman. Denn in regelmäßigen Abständen lädt sie den Leser ein, selbst zu schreiben. Mit Schreibaufgaben, die sich an ihren Text anlehnen, das Thema oder den Ausgangspunkt des Kapitels neu aufgreifen. Keine schlechte Idee, denn nichts inspiriert mehr, als gute Texte anderer. Milena Moser weiß das, sie gibt schließlich Schreibkurse. So ist das nicht nur ein höchst vergnüglicher Roman, sondern auch ein Schreibübungsbuch geworden. Das hat bisher noch keine geschafft. (C) Hans Peter Roentgen Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Buchstabenliebe vereint,
Von
Rezension bezieht sich auf: Möchtegern: Roman (Gebundene Ausgabe)
Mimosa Mein, Schweizer Schriftstellerin und gerade in die Wechseljahre gekommen, verlässt ungern ihr Haus. Umso erstaunter ist ihre Freundin und Managerin Simone als sie einen Vertrag findet, in dem Mimosa zusagt, in der Jury für die Suche nach dem Schweizer SchreibStar zu sitzen. Eine Castingshow für Schriftsteller?Deutschland sucht Sangestalente, England Tanzstars und die Schweiz - die sucht ihren SchreibStar. Und so kommt es zu einem Casting, das ebenso besonders ist, wie die geplante Jury. Hier finden sich die Literaturkritikerin Michelle Schlüpfer, der Verleger Gianni Wolfensberger und die Schriftstellerin Mimosa Mein. Der Traum vom Schrifstellerdasein vereint zahlreiche Menschen aller Alter- und Gesellschaftsklassen. Es hagelt Einsendungen und der Jury fällt es nicht immer leicht, den richtigen Text auszuwählen. Mimosa Mein wurde vor allem ausgewählt, den Wannabes mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und wer könnte das besser als eine Hasbeen der Schweizer Literatur? Schnell schließt sie ihre Schriftstelleranwärter in ihr Herz. Diese kämpfen, lesen, streiten und schreiben sich durch sämtliche Shows, immer das Ziel SchreibFabrik vor Augen, wo sie sechs Wochen lang mit Mimosa, Michelle und Gianni das Schreiben perfektionieren können. Und dann landet eines Tages eine Einsendung vor Mimosa, deren Schreibstil sie an jemanden erinnert, der eigentlich tot ist. Nehmen nun auch noch Tote am Casting teil oder steckt mehr dahinter? In zahlreichen kurzen Kapiteln peitscht Milena Moser das Tempo ihres Buches voran und verteilt mit charmantem Humor Seitenhiebe auf die zahlreichen "Möchtegerns" gängiger Castingshows und betrachtet den Literaturbetrieb einmal aus einer ganz neuen - durchaus satirischen - Perspektive. Wie von Milena Moser gewohnt, bekommt der Leser auch diesmal ganz spezielle Charaktere geboten, man lernt Iris Hasenfratz, Anita Hubli-Giezendanner, einen Schlagersänger namens Nico und vor allem Mimosa Mein kennen und den Einen oder die Andere auch lieben. Mit ihrem ihr eigenem Humor erzählt Moser uns eine Geschichte über Träume und vor allem die Liebe zu Buchstaben. Und die Welt der Buchstaben finden immer wieder Einzug in diesen Roman, sei es Max Frisch, ein Schweizer Verlag oder Charlotte Roche... Und Milena Moser wäre nicht Milena Moser, wenn nicht auch noch Platz wäre für einen Kriminalfall. "Möchtegern" ist die perfekte Mischung aus Komödie, Liebesroman, Krimi und bester Unterhaltung. Besonderes Highlight dürften die dreißig Schreibübungen sein, die über das gesamte Buch verteilt sind. Hier darf sich jeder der möchte an Übungen versuchen wie "Beschreiben Sie eine schlaflose Nacht", "Ihr erstes Buch-eine fiktive Literaturkritik" und vieles mehr, es darf geplottet, charakterisiert und vor allem geschrieben werden. Ein Buch für alle Bücherfans, (zukünftige) Schreiberlinge und Castingbegeisterte, die Lust auf was Neues haben. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Am Ende doch wieder nur dasselbe,
Von Leserin (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Möchtegern: Roman (Gebundene Ausgabe)
Über den Inhalt ist ja schon einiges von meinen Vor-Rezensenten gesagt worden. Mir hat die Idee gefallen, die DSDS-Manie auf den Literaturbetrieb zu übertragen. Immerhin will jeder schreiben und viele meinen, es kann doch nicht so schwer sein. Wer, wenn nicht Milena Moser mit ihrem untrüblichen Blick für die Details, kann so etwas also angehen? Doch leider habe ich das Buch am Ende mit großer Enttäuschung zugeklappt. Spätestens nach der Hälfte des Buches zeigt es sich, dass die Idee des Schreibcastings allein nicht trägt. Entweder muss sie anders (und vor allem böser) erzählt werden oder aber, es muss noch etwas mehr dazu. Das aber muss zu der Gesamtidee besser passen. Denn Milena Moser scheint genau das Problem des dünnen Plots erkannt zu haben, hat dann aber den entscheidenden Fehler begangen hat, noch zu viele andere Geschichten dazuzunehmen, die im Zusammenhang mit der Castinggeschichte eher verwirren, denn sie sinnvoll ergänzen. Der Roman wird dadurch unübersichtlich. Viel zu viele Figuren und ihre Geschichte werden geschildert. Dazu kommen unendlich viele kleinere Nebenhandlungen, die die Schreibübungen betreffen oder den Hype um die Show. Am Ende zieht sich alles zäh wie Kaugummi. Vielleicht wäre es eine Lösung gewesen, den Roman nicht auf 450 Seiten aufzublähen. 200 Seiten sind oft auch schon genug, gerade, wenn sie die Geschichte wirklich auf den Punkt bringen. Schade um die grandiose Idee.
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