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Wolke Audio CD
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Produktinformation

  • Audio CD (6. Oktober 2006)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Tapete (Indigo)
  • ASIN: B000HEWJ1W
  • Weitere Ausgaben: Vinyl  |  MP3-Download
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 76.242 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

 
1. Second Hand Gefühl
2. Walzer No. 1
3. Schlimmer
4. Wir werden immer jünger
5. Möbelstück
6. Ich will mich befreien
7. Drei Worte
8. In einem anderen Leben
9. Maybe
10. Radfahren,lesen,Freunde treffen
11. Mein kleiner Schmerz

Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Es ist purer Luxus, wenn eine Band darauf verzichtet, sich zwischen erster und zweiter Platte auch nur einen Millimeter zu entwickeln. Und das Kölner Duo Oliver Minck/Benedikt Filleböck ist ein Luxusduo vor dem Herrn: gepflegt, introspektiv, campy. Ohne den Hauch einer Entwicklung. Wie schon beim letztjährigen Debüt "Susenky" sind die Songs auf "Möbelstück" geprägt von Piano, melodiösem Bass, Beatbox und Mincks leicht spöttischer Stimme, die doch tatsächlich singt: "Alles ist so wie immer/nur noch viel schlimmer". Haha. Einmal gibt es eine Gitarre, die man nicht vermissen würde, einmal eine Potenzierung der Uncoolness mittels Saxsolo, einmal singt Klees Suzie Kerstgens mit, was vor allem damit zu tun hat, dass Kölner Bands zusammenhalten - Klüngel eben. Eine ganz grobe Peinlichkeit wie "Stazione d'Amore" vom Debüt fehlt, die schöne Tradition des eingedeutschten Retrohits aber wird fortgeführt, hier mit Queens "I want to break free" ("Ich will mich befrein"). Doch eigentlich will Minck gar keine Freiheit, er will Selbstaufgabe, Schmerz, Ich-Verlust. Larmoyant ist das schon, manchmal gar reaktionär, Pop für Christian-Kracht-Leser. Aber den finde ich ja auch sehr geil. (fis)

Biographie der Mitwirkenden

Manchmal, morgens, wenn man eigentlich noch schläft, hört man von ganz tief drinnen eine Melodie. Man träumt sie sich herbei in diesem Zustand zwischen Wachen und Schlafen. Meistens sind das bescheidene, einfache Lieder, so wie Lieder eben sein müssen: mit einer Melodie und Harmonien, mit einer Strophe und einem Refrain, mit einem Anfang vorne und einem Ende hinten. Und eben weil diese Lieder kein allzu flirrender Tand schmückt und auch kein schaler Zauber, weil diese Lieder Lieder sind und sonst nichts und auch nichts anderes sein wollen, haben sie Eingang gefunden in den immanenten Hausschatz vieler ihrer Hörer. Diesen Hausschatz trägt man - auch ohne MP3-Player - immer bei sich. Bei vielen Menschen schlummern dort die Weisen ihrer Kindheit, die ihnen die Mama zum Einschlafen sang, und manchmal werden sie wach und wecken Erinnerungen.

Lieder für diesen Hausschatz zu schreiben, ist die schwierigste Aufgabe für einen Musiker. Denn an sein tiefstes Inneres kann niemand rühren. Dort sind alle Menschen wahrhaftig und subjektiv, unbeeinflussbar von Trends und Strömungen, Einflüsterungen und Zwängen. Wolke haben hier ihren Platz gefunden. Vom ersten Ton an, der im Frühjahr 2005 aus den Boxen drang. Damals erschien "Susenky", ihr Debüt. Elf Songs von schlichter Schönheit.

Manchmal muss man eine Sache, um ihre wahre Komplexität begreifen zu können, auf das Wesentliche reduzieren: die Idee. Gesang und Bass, Klavier und elektronische Beats - mehr brauchen Oliver Minck und Benedikt Filleböck nicht, um Songs zu schreiben, die bleiben. Und nebenbei einen ganzen Kosmos neuer Möglichkeiten zu erschließen. Was "Susenky" manifestierte, setzt "Möbelstück" konsequent fort. Noch immer wirken die Songs, auch die grüblerischen, leicht wie ein Pinselstrich. Und man ist traurig, dass schon wieder nach elf geradezu klassisch arrangierten Drei-Minuten-Popsongs Schluss ist.

Am Konzept ändert es keinen Deut, wenn respektierte Kollegen für schmückende Facetten sorgen. Mit Suzie Kerstgens (Klee) singt Oliver das Duett "Wir werden immer jünger", Harald "Sack" Ziegler stellt ein paar Hörner aufs "Möbelstück" und Tim Bindels (Doppelherz 2000) Saxophon ist der schwelgerische Tropfen, der "Mein kleiner Schmerz" zum Überlaufen bringt. Seit "Susenky" wissen Wolke, dass ihr ganz eigener Weg trägt und keine Sackgasse ist. Auf "Möbelstück" gehen sie nun ein großes Stück weiter. Das zeigen nicht zuletzt die Gastauftritte, aber auch die klarer akzentuierten Beats, die sich bisweilen sogar im HipHop bedienen. Der Weg wird breiter, und hie und da tun sich Verzweigungen auf, die das Sujet bereichern, ohne es diffus werden zu lassen.

"Second Hand Gefühl" - der Opener des Zweitwerks wird auch die Single-Auskopplung sein. Ein klares und gänzlich unironisches Statement: Wolke sind - ganz genau wie jede einzelne ihrer Namensgeberinnen am Firmament - einzigartig, unkopierbar. Wobei: wünschen täte man sich so einen Trend bisweilen schon ganz gerne, hin zu mehr Schlichtheit im Pop und weniger Firlefanz oder, ganz einfach, hin zu mehr guten Songs. Aber Wünschen ist ja auch erlaubt. Denn Wünsche kommen von ganz tief drinnen. Von dort, wo Wolke wohnen. Sebastian Züger


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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wolke - da, wo oben ist 24. August 2006
Format:Audio CD
Gespannt warten wir also auf den Nachfolger von Susenky (="Keks") mit dem in gleicher Weise interessanten Namen Möbelstück. Unter allen deutschsprachigen Bands ist Wolke stets eine der ganz großen Ausnahmebands.

Das Duo aus Köln ist textlich und auch vom Equipment her (Beatbox - Bass - Klavier- Gesang) anders. Wolke sind keine Faker, gucken nicht, was andere machen, kein Schielen nach links und rechts. Wolke sind individuell und echt. 2 Eigenschaften, die eine gute Band mitzubringen hat. Wolke sind vielseitig. Sie schrieben einen semi-italienische Lovesong, beweisen nun mit einem Song "Maybe" ihre Englischkenntnisse und trauen sich "I Want To Break Free" von ihren "Idolen" Queen zu übersetzen und auf ihre Weise zu interpretieren. Wolke entwickeln sich, während andere Bands selbst mit einer neuen Besetzung eher auf der Stelle stehen. Oliver Minck, einzigartiger Sänger und Texter dieser Zwei-Mann Band, holt sich mal eben hochrangige Leute wie Suzie Kerstgens ins Boot, um mit ihr das Duett "Wir werden immer jünger" zu singen.

Für Sahnehäubchen engagieren sie Herrn Ziegler und Herrn Bindel (Die Formation Doppelherz 2000, Köln), um Horn und Saxophon erschallen zu lassen. Das ist neu, das ist Heranreifen.

Wolkes Songs sind bei Zeiten Träumereien und handeln von Parallelleben, Schmerzen, (Liebes-)Gefühlen, vom Zwischenmenschlichen, vom Mir und Dir. Wobei "Du" immer distanziert, aber dennoch ein Vertrauter bist, ein Vertrauter auf gleicher Augenhöhe mit dem Sänger. Herr Minck spielt mit Gedanken, wird bei Zeiten philosophisch und fixiert alles in unverkopften, einfachsten Zeilen. Und man selbst ist immer wieder baff, weil man merkt, dass man ja doch noch längst nicht über alles nachgedacht hat. Benedikt Filleböck untermalt alles mit (virtuosem), gekonntem Rumklaviere. Bass und Beatbox tun ihr übriges: machen alles so locker und tanzbar.

11 fantastische gute, teils kickende Popsongs, 36 Minuten. Und doch: So flauschig und gefühlvoll wurde ich schon lange nicht mehr vermöbelt.
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