Nachdem ich die letzte Zeile dieses Buches gelesen hatte, war mein erster Gedanke: Eine der schönsten und zugleich tragischten Geschichten, die wahrscheinlich je geschrieben worden sind. Die zentralen Figuren des Romans, George und Lennie, sind so gezeichnet, daß der Leser sofort ein Gefühl für deren Lebensweise, deren Denken und Handeln, deren Ehrlichkeit und Freundschaft bekommt und dadurch zurecht große Sympathie für sie empfindet und Ihnen nur das Beste wünschen kann. Der Autor beschreibt die Charaktere nicht in der Erzählform, er läßt sie vielmehr in wunderbar inszenierten Dialogen auftreten und sich selbst darstellen. Man hat dadurch das Gefühl, selbst Teil der Geschichte zu sein. Man möchte am liebsten in die Handlung eingreifen und diese zu einem positiven Ende für die Protagonisten führen, obwohl man gleichzeitig weiß, daß dies ein Ding der Unmöglichkeit ist. Der Autor erzeugt in den Dialogen eine derartige Dramatik und steigert diese bis zum Ende in einer Weise, die dem Leser regelrecht Angst davor bereitet, daß ein tragisches Ende der Geschichte unabwendbar sein könnte. Meiner Meinung nach sollen genau diese Gefühle den Leser dazu animieren, über einige hohen Werte des Lebens nachzusinnen: über Freundschaft, Solidarität und nicht zuletzt über Verantwortung, die George am Ende der Geschichte übernimmt und diese dadurch zu einem versöhnlichen, wenn auch sehr tragischen Ende führt.