Wenn ich das Wort "Märchen" höre, denke ich unweigerlich an die Stimme des 2002 verstorbenen Märchenonkels Hans Paetsch. Dieser wurde u.a. durch die leider vergriffene Hörspiel-Serie "Die Märchenbox" von Europa zur Legende. Mit seiner einzigartigen Stimme und seiner besonderen Erzählweise verstand er es wie kein zweiter, einen Märchenzauber zu schaffen, der kleine wie große Zuhörer unweigerlich in seinen Bann zog.
Die CD "Der Märchenprinz" wirkt wie ein liebloser Versuch, mit dieser Stimme noch einmal Geld zu verdienen. Zwar sind die Texte gut gesprochen, doch gibt es vielerlei Aspekte, die das Hörvergnügen deutlich schmälern, z.B. die etwas merkwürdige Zusammenstellung, da folgt ein Rilke-Gedicht banalen Kinderliedern, Weihnachtsgedichte folgen Märchen und dazwischen gibt es noch stumpf betexte klassische Musik. Hin und wieder ist der Märchenonkel als Sänger zu hören, u.a. in dem etwas peinlichen Eröffnungs-Hipp-Hopp, und - das muss man ehrlicher Weise feststellen - singen konnte Hans Paetsch bei weitem nicht so gut wie erzählen.
Gemeint ist diese CD als Hommage an Hans Paetsch. Sie wirkt allerdings wie eine lieblose, kommerzielle Ausschlachtung einer großen Stimme. Schade! Da wäre mehr drin gewesen.