Die Geschichte des Märchens ist ja eigentlich hinlänglich bekannt, für Märchenbanausen aber nochmal ein kurzer Abriß: Nach dem Tod seiner Frau heiratet ein reicher Kaufmann, Vater eines lieben Mädchens, erneut. Jedoch degradieren die böse Stiefmutter und deren verwöhnte (hier nur eine) Tochter das Mädchen zur niederen Dienstmagd, die in der Asche des Küchenherdes schlafen muss und fortan "Aschenputtel" genannt wird. Als der Prinz des Reiches auf Brautschau geht und alle dafür geeigneten Mädchen zu einem Ball einlädt, möchte auch Aschenputtel dorthin, jedoch verbietet es ihr die Stiefmutter. Die Hilfe eines Zauberbaumes, der auf dem Grab ihrer leiblichen Mutter wächst, und einer sprechenden Taube ermöglicht es Aschenputtel jedoch, in prachtvollen Kleidern unerkannt doch am Fest teilzunehmen. Dort muss sie als Rivalin um die Hand des Prinzen gegen ihre eitle Stiefschwester antreten...
Die vorliegende deutsche Filmproduktion aus dem Jahre 2010 aus der Reihe "Märchenperlen" hält sich weitgehend an die Märchenvorlage der Gebrüder Grimm, fügt dann aber erfrischende Darsteller und ein paar nette neue Elemente hinzu, die die Geschichte aufpeppen und sehenswert machen. So gibt Max Felder (bisher eher als Synchronstimme von Ron Weasley aus den Harry-Potter-Filmen und von Jacob Black aus der Twilight-Reihe denn als Schauspieler bekannt) mit viel Spielfreunde den sympathischen Prinzen. Der muss laut Testament des verstorbenen Königs bis zum 21. Lebensjahr heiraten, um König zu werden, wünscht sich aber eigentlich eine Liebesheirat. Anderenfalls herrscht jedoch weiterhin sein vertrottelter Onkel - dieser wird witzig, exzentrisch und leicht verrückt verkörpert von Heinrich Schafmeister, einem bekannten Gesicht der deutschen Film- und Fernsehlandschaft. Rudi Assauers "Ex" Simone Thomalla macht als schöne, aber böse Stiefmutter auch eine recht passable Figur und mit Emilia Schüte als "Aschenputtel" übernimmt ein junges, unverbrauchtes Gesicht sehr fähig die Hauptrolle.
Aufgelockert wird die Handlung durch gelungenen Wortwitz und ein paar dezent eingesetzte Spezialeffekte.
Die grausamen Elemente der Grimmschen Märchenvorlage wurden natürlich - bis auf die rüde "Schuhanpassung" bei Aschenputtels Stiefschwester - weggelassen, letzere wird aber nur kindgerecht angedeutet. Insofern erhalten die bösen Frauen - und in dieser Version gerechterweise auch der untätige Vater (Gabriel Barylli), der Aschenputtel nie geholfen hat - zum Schluß eine eher lustige, denn böse Strafe. Die aber wird hier nicht verraten!
FAZIT: Altes Märchen im neuen Gewand - ein munterer Spaß für die ganze Familie.
Die DVD-Qualität ist ein kleiner Wermutstropfen: in nachtdunklen Szenen schimmern manchmal etwas hellere Stellen im Schwarz, aber das ist zu verschmerzen. Extras gibt es auch keine.
Für beides zusammen gibt's aber nur 1 Punkt Abzug.