Dieses Buch ist eigentlich der Folgeband zu "Maerchenmond", kann aber auch als eigenstaendiges Buch gelesen werden. Trotzdem macht es ein wenig mehr Spass, wenn man den Band 1 schon kennt und die Wesen, die einem begegnen, als alte Bekannte wiedertrifft. Vielleicht ist das Buch auch erst wirklich zu geniessen, wenn man das alte Maerchenmond kannte.
Denn dieses neue Maerchenmond, auf das Kim trifft, als er dem Hilferuf aus Maerchenmond folgt und noch einmal in das Land seiner ersten Reise eintaucht, ist veraendert.
Die Wesen sind misstrauischer, die Menschen beschaeftigter. Statt Friede und Treue herrschen Hektik und Geschaeftigkeit, die Staedte ruesten auf.
Warum man Kim aber um Hilfe gerufen hat ist dies: die Kinder verschwinden.
Sie gehen fort, verschwinden ueber Nacht, und niemand weiss, wohin sie gehen.
Dafuer aber mehren sich die staehlernen Strassen und die Roboter, die Stahlgiganten, fast jeder Haushalt besitzt einen unter ihnen.
Kim sind sie erst unheimlich und es wird lange dauern, bis er hinter ihr Geheimnis kommt und versteht, wie das Verschwinden der Kinder mit der Veraenderung des Landes zusammenhaengt und was zu tun ist....
Dieses Buch ist duesterer als der erste Band. Die herrliche bunte Fabelwelt ist ploetzlich durchzogen von garstiger Realitaet. Und so, wie wir manchmal etwas melancholisch das alte romantische Mittelalter vermissen, so vermisst der Leser das alte Maerchenmond und leidet mit dem Land und seinen schwindenden gruenen Wiesen und Baeumen.
Wie aber Kim mit der Veraenderung umgeht, und wie sich am Ende die Geschichte wandelt, ist wunderschoen und lesenswert, mehr moechte ich nicht verraten.
Wieder einmal ein herrliches Hohlbein-Buch, einer meiner persoenlichen Favoriten.