Ich möchte hier gerne mit einem Zitat aus dem Buch beginnen:
"Kelhim ist tot!" unterbrach ihn Gorg.
"Tot"?!"
Gorg machte eine besänftigende Geste:"Er starb eines ganz normalen Todes", sagte er. "Und er wurde sehr alt für einen Bären."
Dieser kleine Auszug repräsentiert (meiner Meinung nach) die Qualität des ganzen Buches. Ich meine mich recht zu erninnern, dass Kelhim schon im 2.Buch das Zeitliche gesegnet hat, und zwar nicht einen "normalen" Tod (heißt das nicht eigentlich natürlich?)erleidend, sondern von einem der Eisenmänner dahingemetzelt. Ich habe mir drei Möglichkeiten überlegt, wie es zu diesem, naja, Missverständnis gekommen sein könnte:
1. Ich habe Kelhims Tod in Band 2 halluzuniert.
2. Die Figuren in Band 3 leiden unter Gedächtnisschwund oder nehmen Drogen oder beides.
3. Ein gewisser Herr Hohlbein konnte sich aufgrund anderer Beschäftigungen nicht wirklich mit den Recherchen beschäftigen...
Möglichkeit 3 scheint mir da doch am Wahrscheinlichsten. Dazu muss man allerdings sagen, dass dies nicht die erste Logiklücke ist, die sich in der sonst eigentlich ganz gut zu lesenden Reihe eingeschlichen hat: Schon in Band 1 gab widersprüchliche Dinge und in Band 2 gab es den ersten gröberen Schnitzer. Es werden die typischen Waffen der Steppenreiter erwähnt, obwohl im ersten Band darauf hingewiesen wurde, dass sie sich ohne Waffen verteidigen... Häh? Wie jetzt? Haben die ihre Ideologie gewechselt oder was?
Natürlich waren schon die ersten beiden Bände keine literarischen Meisterwerke, aber Band 3 schießt hinsichtlich Unausgegorenheit und Widersprüchen eindeutig den Vogel ab: Nebst Kelhims merkwürdiger Fähigkeit, von den Toten aufzuerstehen (um sich dann gleich wieder die Radieschen von unten anzusehen), geht eine der Hauptpersonen aus den vorhergehenden Bänden völlig verloren. Priwinn. Was ist mit dem Steppenreiter-Prinzen passiert? Tja, er ist wohl in den Untiefen von Hohlbeins Gehirnwindungen verlorengegangen und hat seinen Weg leider nicht wieder zurückgefunden. Sehr schade. Für mich ist dieser Teil leider ein Beispiel, wie man eine Triologie nicht abschließt. Ein innerer Zusammenhang der drei Teile fehlt völlig. Der dritte Band wirkt lieblos, die neu eingeführten Chakaktere sind zwar witzig, aber unnötig und der rote Faden geht zum Teil verloren. Ich finde, dass man vor allem aufgrund der Logiklücken nicht mehr als zwei Sterne vergeben kann, denn es ist eigentlich eine Unverschämtheit, dass so ein Buch überhaupt auf den Markt kommt. Wenn man sein Geld dafür ausgibt, kann man auch erwarten, dass es vernünftig Korrektur gelesen wurde.