Da die beiden Boxen zusammengehören, schreibe ich für jede von ihnen dieselbe Rezension, zumal man aus ihnen eine hätte machen können. Bei einer Stunde pro Märchen hat man nämlich den Eindruck, sie sind künstlich in die Länge gezogen, damit man eine Rechtfertigung für zwei Boxen statt einer und / oder mehr Sendezeit hat. Sämtliche Filme haben unnötige Leerläufe, die die Freude etwas trüben. Dabei wäre es durchaus möglich gewesen, diese Längen (wenn es denn unbedingt eine Stunde sein muss) durch Improvisationen zu füllen. Und hier sind wir auch schon bei der positiven Seite. Die Märchen weichen von den Originalen wohltuend ab. Ob das nun die "Pechmarie" (hier heißt sie Luise) bei Frau Holle ist, die eine zweite Chance bekommt oder die Prinzessin beim tapferen Schneiderlein, die im Gegensatz zur Vorlage eine eigene Persönlichkeit hat (und dazu noch eine sympathische - sie geht barfuß und schreckt noch nicht einmal davor zurück, Kartoffeln zu schälen ...), es macht Spaß, sich diese Charaktere anzusehen. Sie alle sind gut gespielt. Selbst (oder gerade) ambivalente Figuren wie die Prinzessin bei König Drosselbart überzeugen. Man hat Lust, ihr für ihre Arroganz eine runterzuhauen und ist gleichzeitig von ihrer Schlagfertigkeit begeistert. Alles in allem ein guter Zeitvertreib - wenn denn nur nicht diese Längen wären. Daher auch nur vier Sterne.