Jetzt eintauschen
und EUR 0,15 Gutschein erhalten
Eintausch
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Der Artikel ist in folgender Variante leider nicht verfügbar
Keine Abbildung vorhanden für
Farbe:
Keine Abbildung vorhanden

 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Märchen für große und kleine Kinder [Taschenbuch]

Friedrich Wolf
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

Derzeit nicht verfügbar.
Ob und wann dieser Artikel wieder vorrätig sein wird, ist unbekannt.


Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Gebundene Ausgabe --  
Broschiert --  
Taschenbuch, 1. Juli 2003 --  
Pappbilderbuch --  

Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen


Produktinformation

  • Taschenbuch: 127 Seiten
  • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (1. Juli 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746619297
  • ISBN-13: 978-3746619293
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 304.756 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Friedrich Wolf, 1888 in Neuwied geboren, Arzt, Kriegsverweigerer, Schriftsteller. Wolf begann seine dichterische Arbeit als Expressionist, wurde in der Weimarer Republik berühmt mit dem Stück »Cyankali«. Er schrieb Hörspiele, Drehbücher, Dramen, Romane, Erzählungen und Kinderbücher. Er starb 1953 in Lehnitz bei Berlin.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

PIT PIKUS UND DIE MÖWE LEILA
Einmal aber geschah etwas Seltsames im Walde »Grünenacht«, in dem auch bei Tage durch
die hohen Kiefern und Tannen das Licht wie durch einen dichten grünen Vorhang fiel. Mitten
unter die eifrig an den Rinden hämmernden, schwarz gefiederten Spechte stürzte wie vom
Himmel herab etwas Blendendweißes, ein weißer Vogel mit weißer Brust, einem rötlichen
Schnabel und langen, kühngeschwungenen weißen Flügeln. Der weiße Vogel sank erst auf die
oberen Äste einer mächtigen Kiefer und fiel dann tiefer und tiefer von Zweig zu Zweig, bis er
auf dem Moos des dunklen Waldesgrundes landete. Es war die junge Möwe Leila. Sie hatte
draußen auf dem Meer mit ihren Brüdern und Schwestern sich im Sturzflug geübt und war
dabei wilder als alle andern geflogen, als eine Windböe sie erfaßte und hoch zu den
schwarzen Gewitterwolken emportrug. Dort war sie von dem Sturm hin und her geworfen und
- von grellen Blitzen geblendet -landeinwärts geschleudert worden, wo ihr rechter Flügel an
den Ast einer hohen Kiefer so heftig anschlug, daß drei ihrer Schwungfedern verletzt wurden.
Und nun liegt die Möwe Leila erschöpft und flügellahm, fern von dem vertrauen Meer, auf
dem Moos des dunklen Waldes »Grünenacht«. Leila blickt um sich. Überall stehen, wie
riesige schwarze Stäbe eines Käfigs, die Stämme der Bäume. Nirgends ist ein Ausblick auf
die weite freie Fläche des Meeres und den hohen, lichten Himmel, nirgends ein Raum, wo
man im vollen Schwung die Flügel gebrauchen kann, in die Höhe zu stoßen, sich in die Tiefe
zu werfen oder in weiter Kurve über das Wasser zu gleiten. Eng ist es hier und dunkel. Der
Flügel schmerzt und hängt schwer herab. »Was ist das für ein seltsames Wesen?« meint der
alte Jan Pikus, der mit seiner Frau Paula und seinem Sohn Pit am Stamm der mächtigen Fichte
hinabgeklettert war. »Wahrscheinlich - man sieht es an den weißen Federn - ist es ein alter
Vogel, der vor Schwäche herabfiel.« »Unsinn!« widerspricht die Mutter Paula. »Es ist ein
ganz junges Vogelweibchen; es will schöner sein als wir, es hat sich den Schnabel rosa und
die Federn weiß gefärbt; es möchte etwas Besseres sein und hat vom Sturmgott seine Strafe
erhalten!« »Es blutet unter dem rechten Flügel!« sagt Pit Pikus und bringt etwas Moos heran,
das er unter die Schwinge schiebt. Die Möwe Leila dreht ihren Kopf herum und sieht Pit
Pikus an; dabei öffnet sie ihren Schnabel, als ob sie etwas äußern wolle. »Vorsicht, Pit!«
schreit die Mutter Pikus auf. »Schau nur ihre wilden blauen Augen, so blau wie draußen der
hohe Himmel, und ihren Schnabel, so gekrümmt und scharf wie ein Raubvogelschnabel! Fort
von hier, Pit, sie gehört nicht zu uns, mag sie sterben!« »Ja, sie gehört nicht zu uns!« erklärt
auch der Vater Pikus, während die Mutter ihren Sohn wegzieht. Die drei Spechte klettern den
hohen Fichtenstamm wieder hinauf und setzen ihr lärmendes Tagewerk fort, die Käfer aus der
Baumrinde herauszuklopfen. Leila liegt allein auf dem dunklen Waldesgrund. Ihr Flügel
schmerzt. Hoch oben am Baum hört sie das Hämmern der Spechte. Und in ihrem Kopf
hämmern die Worte: »Sie gehört nicht zu uns!« Wie? Ist sie nicht ein Vogel wie diese drei,
bloß daß ihre Federn weiß sind und die der drei schwarz, daß sie auf dem Meere lebt und jene
im Walde? Das allerdings ist ein großer Unterschied! Vielleicht stimmt es wirklich, dies: Sie
gehört nicht zu uns! Aber dürfen die schwarzen Vögel ihr deshalb nicht helfen? Muß sie
deshalb hier sterben? Traurig neigt Leila ihren Kopf. Wie sie ihren wunden Flügel anders
legen will, spürt sie, daß er schon auf einem kleinen Kissen von weichem Moos liegt. Hat das
nicht der kleine schwarze Vogel getan? Weshalb? Alles ist so unbegreiflich. Es dunkelt
schon, als Leila von einem leichten Stoß gegen ihre Brust aufwacht. Neben ihr sitzt der junge
schwarze Vogel, der das Moos unter ihren Flügel geschoben hatte. Er schaut sie mit seinen
dunklen Augen aufmerksam an, sein schwarz gefiederter Kopf steigt steil und keck aus dem
langen Hals empor und läuft vorn in einen festen, spitzen Schnabel aus. »Wie geht es dir?
Hast du Hunger?« fragt der schwarze Vogel. Und da Leila so schnell nicht antwortet, fügt er
hinzu: »Ich heiße Pikus, der Specht, Pit Pikus; mein Vater heißt Jan, meine Mutter Paula; aber
fürchte dich nicht, ich habe dir zu fressen mitgebracht.« Und damit greift er unter seinen
linken Flügel und holt zwei kleine Käfer hervor. »Dein Abendbrot!« sagt er. »Falls es dir
schmeckt, bringe ich dir mehr; die Alten brauchen es nicht zu wissen.« Leila betrachtet die
dahinkrabbelnden Käfer. »Friß sie, ehe sie weglaufen!« mahnt Pit Pikus. Die Möwe Leila
hebt ihren Kopf; sie hat noch nie in ihrem Leben einen Käfer gefressen; sie zögert. »Wie
heißt du?« fragt der junge Specht. »Ich heiße Leila, die Möwe.« »Was ist das - die Möwe?«
»Wir fliegen auf dem Meer und fressen die Fische.« »Was ist das - die Fische?« Leila lächelt
verwundert. Wie kann ein Vogel das Meer nicht kennen, den Wind, die Wellen, die Fische?
Pit Pikus nimmt schnell die davonkrabbelnden Käfer in seinen Schnabel, knackt sie und wirft
die toten Dinger dicht vor Leila. »Nun friß sie! Ich habe sie von meinem Abendbrot für dich
aufbewahrt!« Leila versucht die kleinen harten Käfer zu schlucken; doch sie sind ihr zuwider;
sie speit sie wieder aus. »Sie schmecken dir nicht? Versuch es noch einmal! Man muß
fressen; sonst kann man nicht leben!« belehrt sie Pit Pikus. Leila schluckt dem Kameraden
zuliebe die Käfer hinunter; ihr wird danach ganz übel. »Fein, nicht wahr! Direkt Konfekt!«
meint Pit Pikus erfreut. »Jetzt hole ich dir noch etwas Moos und trockene Fichtennadeln, und
du wirst wunderbar schlafen!« Pit Pikus hopst umher und baut gewandt unter einer sich
hervorwölbenden großen Wurzel der Fichte ein Nest für die Möwe. »Lege dich hinein, aber
mit dem Schnabel nach außen; und wenn der Marder Mintin kommt, so gib ihm eins auf die
Nase! Gute Nacht!« »Ich danke dir, Pit Pikus!« sagt Leila, die sich in das Nest geschleppt
hat. »Schlaf gut!« Pit Pikus klettert schnell die Fichte empor; plötzlich besinnt er sich; er
steigt langsam wieder hinab und fragt leise: »Hast du nicht noch Hunger, Leila?« »Nein,
danke.« »Und hast du auch genug Moos unter dem Flügel?« »O ja!« antwortet Leila.
»Vielen Dank!« »Gute Nacht - Leila.« »Gute Nacht, Pit Pikus!«

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Sterne
0
5.0 von 5 Sternen
5.0 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen Märchen für große und kleine Kinder 29. Januar 2013
Von ulfied
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Habe dieses Märchenbuch für meine Enkel ausgesucht. Die Märchen habe mich schon als Kind begeistert. Nun sollen sie eben meine Enkel begeistern, was sie auch tun. Liebevoll geschriebene Märchen von Friedrich Wolf
War diese Rezension für Sie hilfreich?
5.0 von 5 Sternen Neu erlangte Kindheitserinnerungen 10. Dezember 2012
Von Orava
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Mein Opa hatte das Buch schon, nur leider ist es im Lauf der Jahre erst langsam auseinader gefallen und dann verschwunden. Hab es mir nun wieder gekauft und war immer noch absolut gerührt.
Es sind wundervolle Geschichten, jedoch meist recht melancholisch, deshalb nicht für jüngere Kinder geeignet. Ansonsten kann man es wirklich auch als Erwachsener lesen.
Mehr möchte und kann ich gar nicht dazu schreiben, wenn man Geschichten über Tiere mag, welchen Dinge geschehen, die man auch als Mensch nachfühlen kann, dann sollte man es lesen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Kundenrezensionen suchen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen
ARRAY(0xa30e6edc)

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 

Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   


Ähnliche Artikel finden


Ihr Kommentar