Das will ich mal so stehen lassen. Auch wenn die versammelte deutsche Filmprominenz bei -Männerherzen- am Start ist, so kann doch keiner der Akteure der Spreestadt die uneingschränkte Aufmerksamkeit in Simon Verhoevens Episodenfilm streitig machen. Ich vermute, dass Verhoeven seinen Film als Liebeserklärung an Berlin(und natürlich auch seine Bewohner) versteht. Die Aufnahmen der Stadt bei Sonnenauf- und untergang, dazu die Standbilder bei Szenenwechseln aus allen Bereichen der Stadt, das ist wunderbar und perfekt gelungen. Ach ja...und eine Filmhandlung gibt es auch noch.
Wir begleiten verschiedene Paare durch ihren, zugegebenermaßen nicht immer einfachen Alltag. Da ist zum einen der Musikproduzent Jerome(Til Schweiger). Der möchte eigentlich gern House-Musik machen, ist aber als Schlagerproduzent des schrägen Sängers Bruce Berger(Justus von Dohnany) dick im Geschäft. Jerome trauert noch immer der Liebe seines Lebens nach und als Bruce, der im richtigen Leben Manfred heißt, während einer Selbstfindungskrise bei Jerome einzieht, macht das Jeromes Leben nicht einfacher.
Der Gewerbeaufsichtsamtbeamte Günter(Christian Ulmen) ist ein echter Bürohengst. Trotz Fitness-Studio und vielen Bemühungen ist Lockerheit nicht gerade Günters Ding. Und mit den Onine-Bekanntschaften läuft es auch nicht. Als er die Verkäuferin Susanne(Nadja Uhl) sieht, ist es um ihn geschehen. Aber Susanne lebt in Scheidung und ihr Mann Roland(Wotan Wilke Möhring) kann einfach nicht loslassen. Zudem ist er extrem eifersüchtig.
Der Werbedesigner Niklas(Florian David Fitz) und Laura(Liane Foriesteri) wollen heiraten. Der große Rundumschlag soll es sein: Haus, Kind, Hochzeit! Niklas hat alles exakt geplant. Aber dann kommt er ins Grübeln. Ob die Entscheidung richtig ist? Als er dann noch eine ziemlich blonde und junge Bekannte wiedertrifft, scheinen Niklas Pläne den Bach hinunter zu gehen.
Philipp(Maxim Mehmet) kriegt nichts im Leben gebacken. Hat er mal einen Job, ist er ihn schnell wieder los. So landet er als Pizzapfeil auf dem Alex. Seiner Freundin Nina(Jana Pallaske) schmeckt das nicht. Als sie schwanger wird, muss Philipp umdenken. Ansonsten könnte es schnell vorbei sein mit der Liebe seines Lebens.
-Männerherzen- ist kein Film aus einem Guß. Im Vergleich zu Episodenfilmen, wie z.B. -Tatsächlich Liebe- oder -The air i breathe- fehlt irgendwie das perfekte Verbindungsglied zwischen den einzelnen Stories. Das ist schwer zu beschreiben, aber man wird das Gefühl nicht los, dass es hier und da ein wenig holpert. Dazu ist der Film mit einem Soundtrack versehen, wie ich ihn nur selten erlebt habe. Die musikalische Untermalung reicht in -Männerherzen-, jedenfalls meiner Meinung nach, von absolut nervig bis extrem genial. Das sind aber zwei Kritikpunkte, die nicht all zu groß ins Gewicht fallen. Mehr als aufgewogen werden sie durch hervorragende Schauspieler und einen Plot, der zwar in den Episoden unterschiedlich ausfällt, aber immer noch um Klassen besser ist, als in der normalen, deutschen 08/15-Komödie.
Für mich war die Geschichte von Jerome und Bruce das Highlight von -Männerherzen-. Da war von tragisch bis komisch wirklich alles dabei. Til Schweiger in so einer Rolle zu sehen ist immer wieder ein Genuss. Aber auch Christian Ulmen und seine Mitstreiter stehen dem nicht viel nach. Kommen sie also mit nach Berlin. Schauen sie mal, was da für seltsame, aber doch liebenswerte, Gestalten herum laufen. Vor allem aber: Genießen sie die Stadt! Die hat Simon Verhoeven mit all ihren Reizen in herrlichen Bildern eingfangen.