... für alle, die immer noch glauben, die "Befreiung der Frau" (so ein Wahlslogan der MLPD zur Bundestagswahl) habe nicht bereits lange stattgefunden, und es gebe immer noch so etwas wie ein privilegiertes männliches und ein unterdrücktes weibliches Geschlecht, ersteres schon von Grund auf genetisch unzulänglich, testosteronbedingt dumpfbackig-brutal und überhaupt an allem Übel der Welt allein schuld, zweiteres immer nur gut, sanftmütig, duldend, intelligenter sowieso und damit rechtmäßige Besitzerin des 21. Jahrhunderts, wie es ein feministisches Mantra verkündet. Ich gebe zu, in diesem Kokon aus Mythen, Märchen und einem medial erzeugten dauerhaft schlechten Gewissen war ich selbst einige Jahrzehnte gefangen. Doch dieses ebenso brilliant geschriebene wie faktenstrotzende Buch hat mich gründlich aus meinen (Alp-)Träumen - oder, um es mit Kant zu sagen: aus meiner selbstverschuldeten Unmündigkeit aufgeschreckt. Ich möchte mich beinah zu dem etwas poetischen Vergleich versteigen, daß die Lektüre dieses fesselnden Werkes in mir nichts Geringeres als einen UNWIDERRUFLICHEN VERLUST MEINER UNSCHULD herbeigeführt hat, was den Themenkomplex Geschlechterfragen betrifft. Diese Seiten gelesen zu haben und mich danach NICHT umgehend der Männerrechtsbewegung anzuschließen, war schlichtweg unmöglich!
Ja, Arne Hoffmann entzaubert den Feminismus gründlich und entlarvt ihn gnadenlos als "die dümmste Ideologie aller Zeiten", als die ihn Michail A. Xenos, das andere maskulistische Schwergewicht in Deutschland, in seinem gleichfalls 2007 erschienenen Buch "Medusa schenkt man keine Rosen" bezeichnet hat. Und trotzdem zeichnet sich sein profund recherchiertes, dennoch munter und z.T. sogar zum Brüllen komisch geschriebenes Buch dadurch aus, daß es eben NICHT, wie so manche hardcorefeministische Unfaßbarkeit zwischen Buchdeckeln, das andere Geschlecht gleich IN TOTO und ohne Ausnahme aufs Korn nimmt. Oh nein! Frauenfeindlichkeit sucht man bei Hoffmann vergebens (so man denn überhaupt danach suchen möchte), nur Ideologiefeindlichkeit. DIE aber dafür satt und mit leidenschaftlicher Feder vorgetragen. Ein echter Hammer und ein MUSS für jeden Mann, dem es unter dem Pantoffel langsam doch etwas eng zu werden beginnt! Dabei verschweigt der Autor redlicherweise übrigens auch nicht, daß sich das Aufkommen der Männerbewegung nicht zuletzt auch weiblicher Anschübe und Beihilfe verdankt, z.B. von Frauen wie Doris Lessing, Astrid von Friesen, Erin Pizzey, Christine Hamprecht, Karin Jäckel, Beate Kricheldorf, um nur einige wenige zu nennen. DAS ist es schließlich auch, was Mut macht, denn ein Krieg Männer gegen Frauen wäre nun wirklich das Allerletzte, was dieser Planet gebrauchen könnte. SOLCH ein "Beben" wünscht sich auch Arne Hoffmann gewiß nicht.