Die allerletzte wahre Hetero- Bastion, ein Eldorado aus Bierwerbung, kickenden, stachelig behaarten O- Beinen auf heiligem Rasen und echten, harten Kerlen im Rund an dessen Rand, DEN Fussball eben, schickt sich ein Haufen warmer Brüder aller Coleur zu erstürmen an...
"Männer wie wir" suhlt sich in wirklich jedem, auch noch dem allerletzten Klischee jenseits beider Ufer geht dabei aber sowohl liebe- als auch respektvoll mit den Figuren um, so dass eine absolut spritzige Kommödie ohne schalen oder moralinsauren Nachgeschmack entsteht. Die Situationskomik ist unbeschreiblich, die Charaktere sind nicht allein plakative Abziehbildchen und neben dem Witz sprüht vor allem die Romantik. Hier wurde ein genialer Weg gefunden die leidlich altbekannten Vorurteile einmal auf eine erfrischend andere, ja, neue und originelle Art zu einzusetzen.
Es stimmt einfach alles- das Tempo, die Ausgewogenheit der emotionalen Zustände, die geweckt werden, der Handlungsbogen, der sich schlüssig und und in allen Farben schillernd über den Fussballplatz spannt, wie ein Regenbogen nach einem veregnetem Pokalfinalspiel. Die Schauspieler sind allesamt eine Wucht und besonders Christian Berkel empfiehlt sich in seiner eher ungewohnten Rolle mal wieder als wahrer Meister seines Faches-dieser Mann kann einfach alles authentisch bzw. glaubhaft verkörpern. Ein winzig kleiner Wehrmutstropfen ist einzig die im Vorspann groß als Gast angekündigte Mariele Millowitsch. Sie ist die einzige, die dem hohen Potential ihrer kleinen Rolle, vergleichsweise ein nur blasses Ergebnis entlockt. Dabei erwartet man von der Kickerklausenwirtin geradezu jede Menge Koderschnäuzigkeit, einen gesunden Vulgarismus und viel mehr raue Schale um den natürlich weichen Kern.
"Männer wie wir" das ist Schlapplachen im Strafrauf, Mitfiebern im Mittelfeld und Schmachten an der Eckfahne- Humor, Spannung und Gefühl wurden weder gegen die Latte geballert noch gegen den Pfosten gedonnert oder ins Aus geschossen, einfach: "Tooor!"