Männer lassen lieben - das war die Diagnose Wilfried Wiecks in seinem bekannt gewordenen Besteller: Männer schenken, bringen und geben der Frau wenig. Sie nehmen und bezeichnen dieses Nehmen als Liebe. In seinem Buch wagt Wieck den Schritt von der Diagnose zu befreienden Therapie des Mannes in unserer Kultur, zur sehr konkreten Entwicklung seiner Liebesfähigkeit.
Der Autor fordert dazu auf, der Ausbeutung der Frau entgegenzuwirken, Trauer zu ertragen, an Ängsten und am Abbau von Gewalt zu arbeiten, sich bei anderen Männern Unterstützung zu holen, Freundschaft zu Männern zu entwickeln. Er erzählt von seiner Arbeit mit Männergruppen, vom schwierigen Verzicht auf Verwöhnung und von der bejahenden Teilnahme an Sein und Leben der Frau: Dann dürfen wie die Frau, so Wieck, Geliebte nennen, bisher ist sie meist nur eine Genutzte.
„Wir sollten die unsägliche Eingrenzung der Liebe auf den sexuellen Bereich aufheben. Zur Liebe gehört, Beziehung und Gemeinschaft zu stiften, Menschen zusammenzuführen und sie zum Miteinander-Sprechen anzuregen. Liebe umfasst die Aufgabe, für die menschliche Entwicklung zu sorgen. Wenn ich nicht lieben lerne, entwickle ich mich nicht. In Gegenteil. Ich sterbe ab, gerate in Lebensgefahr. Mein Leben als Mann wäre, ohne lieben zu lernen, in gewissen Sinn wertlos" (Wilfried Wieck).