Das hört sich zwar ziemlich blöd an; stimmt aber. Frederik(Jonas Inde) und seine Freunde sind als Männer-Synchronschwimmteam auf einer Geburtstagsfeier aufgetreten, weil die Hausherrin eigentlich eine Lachnummer gebucht hatte. Das ging jedoch komplett in die Hose. Wie das alles geschehen konnte?
Frederik, Mitte Vierzig, ist ziemlich unten. Seinen Journalistenjob hat er geschmissen und seine Frau Lotta(Paula McManus) verlässt ihn für einen Job in London. Die gemeinsame 17jährige Tochter Sara(Amanda Davin) soll zunächst bei Frederik bleiben. Obwohl...die beiden kommen nicht besonders gut klar. Dann werden Frederik und seine Freunde auch noch aus der Sporthalle geworfen, in der sie ihrem geliebten Hockeyspiel nachgingen. Auf einem Junggesellenabschied vermischen sich Frust und Alkohol zu einem echten Spaß: Frederik "mopst" die Badeanzüge von Saras Synchronschwimmteam und lässt seine Freunde eine Synchronschwimm-Ulkshow abziehen. Nachdem das Team dann bei der Geburtstagsfeier auftrat, wächst in Frederiks Kopf ein klarer Gedanke: Er will ein Männer-Synchronschwimmteam auf die Beine stellen, um bei der Weltmeisterschaft in Berlin anzutreten. Frederik kann diesbezüglich ein echter Sturkopf sein. Zunächst halten ihn nur seine Freunde für verrückt, dann schließen sich Sara, Lotta, die ehemaligen Kollegen und der Rest der Welt an. Aber Frederik will einmal im Leben eine Sache richtig machen. Und wenn es auch nur der verquere Gedanke einer Weltmeisterschaftsteilnahme ist...
Was für ein Team!!! Das gilt für die gesamte Schauspielcrew, das Synchronschwimmteam, den Regisseur Mans Herngren und seinen Drehbuschreiber Jane Magnusson. Behutsam und langsam werden wir in das Leben von Frederik eingeführt. Spätestens nach zwanzig Minuten hat Herngren uns dann am Haken. Jetzt schaltet niemand mehr ab. Der Charakter Frederik ist der ultimative Mittelpunkt der Geschichte. Der kleine Verlierer, der unbedingt gewinnen will und nur über Teamgeist und ein Stück Selbstaufgabe den Weg zur Zufriedenheit findet, wird von Jonas Inde mit großem Herzblut gespielt. Amanda Davin als Sara und Andreas Rothlin-Svensson als Charles komplettieren mit ihren Rollen einen menschlichen Faktor in Herngrens Film, der uns sofort für das schwedische Team der Synchronschwimmer einnimmt; ohne Wenn und Aber. -Männer im Wasser- mag ein wenig an -Ganz oder gar nicht- angelehnt sein, funktioniert jedoch völlig anders. Egal, ob sich die einzelnen Teammitglieder bei der Pediküre treffen oder sich Gedanken darüber machen, vielleicht ein wenig zu stark in die homophobe Ecke gedrängt zu werden. Ganz gleich, ob die Truppe beim Gay-Festival auftritt oder sich ein schäbiges Trainingsbecken mit ein paar Tauchern teilt. Herngrens Film besticht durch diese unglaubliche Portion Herz, Liebe, Freundschaft,Verständnis und Toleranz. Nebenbei gibt es noch eine Menge über das Männer Synchronschwimmen(oder früher auch Formationsschwimmen) zu lernen.
-Männer im Wasser- ist urkomisch und tragisch zugleich. Die deutsch/schwedische Produktion ist eine kleine, aber hell strahlende Perle im Filmgeschäft. 102 Minuten, die man so schnell nicht vergisst. Zu Herngrens wunderbarer Story gibt es einen Soundtrack mit Liedern von Ebbot Lundgren, die so frisch und clever zum Plot passen, dass auch das schon wieder ein Glücksgriff ist. Wenn Frederik und Co. ein(jedenfalls für meinen Geschmack) perfektes Filmende erleben, sollten sie noch nicht abschalten. Es kommen noch ein paar wunderbare Aufnahmen im Abspann, und natürlich muss man sich noch die einzelnen Songtitel aufschreiben, die einem jetzt schon nicht mehr aus dem Ohr gehen.
Heute dürfen sie sich die Entscheidung von mir abnehmen lassen: Sollten sie die Gelegenheit erhalten, sich -Männer im Wasser- anzuschauen, lassen sie sich diese Chance auf keinen Fall entgehen!