- Gebundene Ausgabe
- ISBN-10: 3854093470
- ISBN-13: 978-3854093473
- Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 14,6 x 2,4 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.241.761 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
Produktinformation
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Andreas Brunner und Hannes Sulzenbacher, die beiden Herausgeber des schwulen Lesebuchs "Männer mag Mann eben", beschreiben in ihrem angenehm informativen Vorwort jene schwule Aufbruchsstimmung, in der auch das Wort Homosexualität von dem österreichisch-ungarischen Schriftsteller Karl Maria Kertbeny 1869 "erfunden" wurde. Vor allem aus dieser Zeit gibt es zahlreiche Autoren zu entdecken, die heute zum Großteil in Vergessenheit geraten sind. Etwa den schillernden Emil Mario Vacano, der in jungen Jahren als Kunstreiterin (!) Furore gemacht und später in einem Kloster als Nonne gelebt haben soll. In seinen autobiografischen Schriften tritt er als männliche Figur mit dem weiblichen Namen Speranza auf. Als "schmucker Junge", der zugleich ein "eitles Mädchen" ist, kommt er selbst bei einem Herzog gut an.
Der Streifzug durch die Jahrhunderte führt durch ungeahnte schwule Freiheiten, gefolgt von heftigen Repressionen - Heinz Heger beschreibt seine Zeit im KZ - sowie durch literarische Moden. Literarische Kaliber wie Robert Musil und Stefan Zweig, fest im Hetero-Literaturkanon verankert, stehen neben Unbekannten, Hochkultur neben Schund, Porno neben Sehnsuchtslyrik, SM neben Heimatschmalz. Von Peter Rosegger etwa findet sich eine master-and- servant-Geschichte zwischen einem schwulen Gutsherrn und seinem Stalljungen, einem Naturburschen, der sich für die Pferde (!) und gegen die schwule Liebe entscheidet. Von H.C. Artmann und Ernst Jandl sind schwule Wortspiele abgedruckt, und die modernen Klassiker wie Josef Winkler, Belmen O und Hermes Phettberg fehlen natürlich auch nicht. Wer bei einigen Namen gestaunt hat und fragt: ist der denn schwul? Darum geht es überhaupt nicht, man muß schließlich nicht schwul sein, um schwule Figuren zu kreieren, betonten die Herausgeber, denen es um eine schwule Literaturgeschichte geht, nicht primär um eine der schwulen Autoren. Wie schwierig die noch immer zu schreiben ist, wird deutlich an den Texten von Thomas Bernhard, dessen Geheimwort für Homosexualität "Holzfällen" bereits Alfred Pfabigan ausführlich analysiert hat. Für das schwule Lesebuch wurden die entsprechenden Textstellen nicht freigegeben und durften nicht gedruckt werden. Die Herausgeber zitieren stattdessen klugerweise Pfabigan im Vorwort. Das war schon immer so, ob in der Liebe oder in der Literatur: Was man nicht darf, aber unbedingt will, dafür findet man Mittel und Wege, und das ist gut so. "Männer mag Mann eben" ist eine der zartesten Versuchungen seit es schwule Literatur gibt.
Mit Texten von: Emerich Graf Stadion, Emil Mario Vacano, Adolf von Wilbrandt, Leopold von Sacher-Masoch, Peter Rosegger, Leopold Andrian, Josef Kitir, Karl Freiherr von Levetzow, Robert Musil, Karl Kraus, Richard Werther, Arnolt Bronnen, Joseph Roth, Ferdinand Bruckner, Stefan Zweig, Richard Billinger, Alfred Grünewald, Heinz Heger, Erich Lifka, Enzio Hauser, Erich Fried, H. C. Artmann, Ernst Jandl, Josef Winkler, Günther George, Felix Mitterer, Belmen O, Uwe Bolius, Günter Tolar, Hermes Phettberg, Siegfried Hetz, Peter Nathschläger und Jörg Feiertag
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