Ich gehe hier bewusst nicht auf den Plot ein, der sich aus anderen Quellen entnehmen lässt.
Voweg: Der emanzipierten Großstadtschwuppe in Berlin, Köln oder Amsterdam mag das Thema etwas antiquiert daherkommen, aber der Plot spielt in der iatlienischen Provinzstadt Lecce, Apulien und dort gehen die Uhren auch im Jahr 2010 noch etwas anders. Diese Spannung wird auch beim Eintreffen der römischen Freunde deutlich.
Ich habe den Film 2 mal gesehen und habe erst beim zweiten mal die eher melancholisch philosophischen Zwischentöne des Films richtig wahrgenommen und verstanden. Man kann sich also den Film ansehen und sich von einem Gag zum nächsten tragen lassen, ohne dass die äußerst sensiblen und künstlerischen Stilelemente und ohne dass sich die tragischen Elemente in Handlung und Darstellung in den Vordergrund drängen. Man kann sie aber auch an sich heran lassen, dann wird der Film einen sehr viel nachdenklicher aus dem Kino kommen lassen. Insofern für mich großes Kino, da er auf mehreren Ebenen arbeitet und diese perfekt miteinander kombiniert.
Es gibt für mich zwei echte Hauptpersonen und diese gehen den entgegengesetzten Weg. Der eine findet endlich gegenüber seiner Familie zu einem Standpunkt und regelt die Zukunft positiv und die andere beschließt genau in diesem Moment ihrem Leben ein Ende zu setzen.
Es gibt grandios - ohne Worte - gespielte unerfüllte Liebe und Sehnsucht, es gibt - ebenfalls ohne Worte - erkannte Wahrheiten, es gibt eigene unterschwellige sexuelle Neigungen, die andere wahrnehmen, aber die Person selbst nicht bemerkt - ohne Worte. Gleichzetig gibt es herrlich theatralische, plakative, klischeehafte Szenen, die zumindest mich haben herzhaft lachen lassen. Und es gibt kleine Fragezeichen, die einen Film auch irgendwie interessant machen und dem Betrachter Raum für die eigene Interpretation geben. Was will man mehr ? Man kann lachen, weinen und sinnieren. Ach ja, grandiose Schauspieler !