Dinge mit denen ich nicht viel anfangen kann: Alkohol, Gruppendynamik, Vereinsmeierei und Nationalstolz. Dinge, mit denen was anfangen kann: Gute Unterhaltung, Lektüre ohne Schwachstellen und Autoren, die aufklären und erklären, ohne klugscheisserisch rüber zu kommen.
Die 'Männer WG mit Trinkzwang' war für mich als thematisch schon vom Titel eigentlich Grund genug, mich in meinem Vorurteil, dass ich Burschenschaftern gegenüber hatte zu bestätigen: Man trinkt viel, vorzugsweise Bier.
Das ist auch Kernthema des Buches, wobei man sagen muss das es erfreulicherweise nicht all zu oft in diese 'Gott-was-waren-wir-voll' Anekdoten ausartet - was vermutlich auch am zeitlichen Abstand zwischen dem Erlebten rund um das Jahr 1990 und der Veröffentlichung des Buches in 2012 liegt.
Zwei Dinge sind mir besonders positiv aufgefallen: Zum einen die Fähigkeit von Karsten Hohage einfach und verständlich zu bleiben, selbst wenn es um komplexe Vorgänge innerhalt der Sängerschaft geht. Ich hatte von dem Thema bis dato keine Ahnung und fühle mich jetzt zumindest in der Lage, mit einem Mützenstudent darüber kommunizieren zu können, was er und seine Brüder, Füxe und Xe denn so treiben. Ob ich dass möchte, weiss ich noch nicht.
Zum zweiten, dass man durch die Randbemerkungen unzählige Fussnoten (naja, sind sind zählbar, aber habe das Buch grade nicht mehr zur Hand...) auch Informationen bekommt, die ein anderer Autor eventuell als 'gegeben' vorausgesetzt hätte. Wer Minor Thread ist war mir bewusst, allerdings hilft die eine oder andere Latein-Vokal durchaus um sich nach dem Buchkonsum im wahrsten Sinne des Wortes belesener zu fühlen.
Ich habe vor der lektüre längere Zeit kein Buch am Stück gelesen ' Die 'Männer WG mit Trinkzwang' aber als Urlaubslektüre innerhalb von 48 Stunden durch gehabt. Während dieser Zeit hatte ich Spaß und denke, dass es jedem der sich auf dieses Thema einlassen kann ebenso gehen wird.