Biddulph ist ja eigentlich aus seiner Arbeit als Familientherapeut bekannt, hier widmet er sich den Männern als denjenigen, die in der Familie meist überhaupt nicht vorkommen. Abgeschafft durch die Industrierevolution gewissermaßen. Es gibt sie zwar, die Väter, aber halt am Rande - als Versorger, Geldverdiener usw., aber in die Erziehung der Kinder sind sie nicht wirklich integriert. Biddulph zeigt beeindruckend auf, daß es die vaterlose Gesellschaft der westlichen Zivilisation ist, die zu vielen (männlichen) Problemen führt. Mädchen haben traditionell mehr Chancen, weibliche Vorbilder zu erleben. Jungen wird das aber verwehrt, und so suchen sie ihr Heil anderswo (z.B. in Gangs und bei falschen Freunden). Biddulphs warmherziger Stil öffnet einen beim Lesen, die Geschichten, die er erzählt, berühren tief - ich habe beim Lesen immer wieder ein bißchen weinen müssen. Und diese Emotionalität ist der erste Schritt auf dem Weg zu seinem wirklichen Selbst. Übrigens: dieses Buch ist für Männer und Frauen gut, es hilft beiden, einander besser zu verstehen und besser beizustehen.