Beim Lesen dieser 101 wissenschaftlichen Erkenntnisse kam mir eine Studie in den Sinn, die Folgendes besagt: Von den Berichten, in denen steht, amerikanische Studien hätten bewiesen, erzählen 70 Prozent Schwachsinn. Allerdings habe ich nicht weiter recherchiert, ob besagte Studie nicht durch eine andere Studie widerlegt wird. Fest steht aber, dass der Leser nicht alles glauben soll, was Rik Kuiper und Tonie Mudde ihnen erzählen. Wie ernst sie es mit ihrer Sammlung meinen, sagen sie uns leider nicht. Indem sie jeweils die Quelle ihrer Erkenntnisse angeben, suggerieren sie eine Wissenschaftlichkeit, für die nicht jeder Informant garantieren kann. Aber immerhin verwenden Kuiper und Mudde oft den Konjunktiv und bringen auch Beispiele, die dem Leser klar machen müssten, wie gerne Menschen das glauben, was sie glauben wollen. Trotzdem, den Stern Abzug gibt es für die unklare Positionierung dieses Wissenschaftsberichts.
Was würde oder könnte passieren, wenn der Leser jede der 101 Erkenntnisse glauben würde? Zum Glück nichts Schlimmes. Denn unter den vielen Empfehlungen gibt es keine, deren Befolgung das Leben oder den sozialen Status gefährden könnte. Dumm ist nur, wenn auch erfolglose Einbrecher lesen, dass Wertsachen am sichersten im Kinderzimmer aufgehoben sind. Oder wenn bei einer Casting-Show nun alle in der Mitte einer Gruppe stehen wollen, weil sie an diesem Platz besser abschneiden. Oder wenn künftig alle Kneipen und Geschäfte Schlagermusik spielen, weil das Gemütlichkeit ausstrahlt und daher mehr Umsatz bringt.
Mein Fazit: Wer felsenfest an Horoskope glaubt, sollte dieses Buch nur dann lesen, wenn er zu einem Religionswechsel bereit ist. Andernfalls glaubt er eben auch all die anderen Erkenntnisse, die ihm hier wissenschaftlich verkauft werden. Obwohl die Lektüre Spaß macht, finde ich es trotzdem schade, dass die beiden Autoren so viel Populärwissenschaftliches in ihre Sammlung aufgenommen haben.