Aus der Amazon.de-Redaktion
Mit ihrem Debüt
Männer Können Seine Gefühle Nicht Zeigen von 1995 haben Fischmob einen Meilenstein in der Geschichte des deutschen Hip Hop gesetzt. Warum eigentlich? Vielleicht, weil der ihnen ganz eigene Mix aus plattem Partyabgefeier, krankem Humor, Systemkritik und 80er-Gesample für jeden Geschmack etwas im Sack hat.
Da gibt es für die Mitgröhlfraktion Songs wie "Hasch un Rock", die plattdeutsche Coverversion eines Prollhead-Songs, "Ey, Aller" über die Probleme bei der Benutzung der städtischen Infrastruktur mit der unsterblichen Zeile "Komm her, ich mach dich blutich" und "Tut mir leid (schon wieder breit)". Freunde des tiefsinnigeren Humors und der Klangspiele werden bei "Atari", "Jazzmusik und Alkohol" und den Moderationen zwischen den Tracks ins Schmunzeln kommen. Dass politische Aussagen differenzierter sein können als das obligatorische "Fuck The System" beweisen die vier Wahlhamburger mit "Du nennst mich Penner", das aus der Sicht eines Obdachlosen geschrieben ist, und "4'55"", das von einer Vergewaltigung und ihren Folgen handelt. Einer der Höhepunkte des Albums ist definitiv Fischmobs vom Wahnsinn berotzte Hymne an den Fahruntersatz aus alten Zeiten, das "Bonanzarad".
Vier Menschen zwischen Genie und Drogenkonsum, ein Spaß sondergleichen mit dem ungehobelten Charme eines Erstlings. --a.k.h.