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In der Sprache des Fußballs verbindet der Mann rückblickend sein persönliches Schicksal mit der Zeitgeschichte, reflektiert er in einem großen Bogen Politik, Moral, das Verhältnis von Frauen und Männern. Zwar strotzt der Stammtischmonolog des Trainers, der nicht brüllt, sondern leidenschaftlich denkt vor Fanatismus und borniertem, eindimensionalem Denken, dennoch -- und das ist wohl der Trick -- ist einem manches doch nicht so fremd. Alles in allem klingt die Geschichte erschreckend authentisch, vor allem auch durch die furiose und rasante Interpretation Manfred Krugs.
Der Trainer ist mit seiner Mannschaft einen Weg gegangen und zwar von Kinder bis Männer. Die Geschichte von Heiko, der sich immer der Mannschaft untergeordnet hat, dem individualistische Posen fremd waren, der nie brüllen konnte und der am Ende zwei Jahre Bewährung einkassierte dafür, dass er das gemacht hat, was andere wollten, hält den Monolog zusammen. Heikos Entwicklung steht stellvertretend für den Trainer und sein Weltbild. Dazwischen lassen sich mühelos und scheinbar ohne Brüche Themen wie Frauen (sie verstehen Fußball nicht, sind hingegen auf der Zuschauerbank geeignet, Männer zu Höchstleistungen anzuspornen ), die Partei, die Wende (sie hatte den Vorteil, dass man gegen Bayern München spielen konnte) oder die Evolution unterbringen. Es ist die Mischung aus der Perspektive des ostdeutschen Verlierers und des persönlichen Schicksals des Trainers, die ein so umwerfend tragikomisches Porträt ergibt.
Manfred Krug liest den ostdeutschen Monolog fast in einem Atemzug. Mit seiner lauten, erhitzten Stimme hält er die Spannung dieses Monologs von Anfang bis Ende durch. Man hört, wie er auspackt. Der Schauspieler, der nach seiner Übersiedelung nach West-Berlin im Jahr 1977 u.a. durch den Tatort und die Serie Liebling Kreuzberg bei uns bekannt wurde, ging als Zwölfjähriger mit seinem Vater nach Leipzig. Stationen seiner Laufbahn: Engagement am Berliner Ensemble, ab etwas 1964 Jazz-Lyrik-Schallplatten. Krug wird zum Publikumsliebling, bis die Unterzeichnung der Protesterklärung gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns seine Karriere in der DDR beendet.
Fazit: Ganz schön bitter, was man hier zu hören bekommt! Manfred Krug liest den Monolog des (Fußball)fanatikers so überzeugend, dass man mehr und mehr Angst bekommt vor den Abgründen, die sich vor uns auftun können.
Lesung, Spieldauer: ca. 82 Minuten, 2 CD. -- culture.text
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