Die raue Vorgeschichte des Buches (von 1990) ist die Emanzipationsbewegung der 80er, über deren Nebenwirkungen "Hausmann", "Pantoffelheld" und "Männerselbsthilfe-Gruppe" sich die Frauen selbst schon lustig machten. Kurz vor dem völligen Zusammenbruch der männlichen Bastion nun hat Bürger dieses Buch bewusst als Gegenpol geschrieben.
Dazu wird pauschalisiert, generalisiert, und die ganze Palette der Klischees präsentiert. Das zu Grunde liegende Frauenbild: die arbeitsscheue, berechnende Frau, die viel von Gefühlen redet, aber wenig davon spürt. Eiskalt setzt sie Liebe und Triebe als Mittel ein, um ihren Mann einzufangen und zu steuern. Ziel: einen trotteligen, gut verdienenden Versorger finden und dabei mit möglichst wenig Sex davonkommen. Bürgers Credo ist nun kurz gesagt, die Frauen so schön, aber gefühllos hinzunehmen, wie sie seien, und umgekehrt die männliche Position mit allen ihren von den Frauen vorgeworfenen Nachteilen ausdrücklich zu leben.
Das Buch ist kein Kompromiss oder Lösung, wer wollte denn so was lesen, sondern eine radikale Positionierung mit einem kräftigen Schuss Ironie, um die Diskussion erst recht anzufachen. Mit einer Männer-typischen, geradezu betriebswirtschaftlichen Sicht analysiert Bürger nun die Gesellschaft, das Leben, die Bevölkerungspyramide und das "Verknappungsmarketing" von Sex. Die Aussagen sind oft erstaunlich tiefsinnig, es ist z.B. interessant, wie weit Kirche, Gesellschaft und Zeitgeist unsere Denkmuster beschränken. Seine Ansichten bringt er sehr forsch und sehr witzig auf den Punkt, teilweise fast bissig. Wo der Macho laut auflacht, wird der bereits "domestizierte" Mann nur leise kichern 8-), doch der Lesespaß ist groß. Eine gewisse Lebenserfahrung z.B. bei unkonventionelleren Beziehungsmodellen oder bestimmten Etablissements kann man Bürger nicht absprechen - diese Dinge werden dann auch sehr konkret besprochen. Fazit: Wer dieses Buch nicht zu ernst nimmt, findet hier eine einseitige, aber super-lustige Analyse der Mann-Frau-Beziehung - und freut sich auf die nächste Fußball-Nacht. Das frauliche Pendant dazu findet sich übrigens seitenweise in jeder Frauenzeitschrift! ;-)