Ich habe Gundi erst weit nach der Wende und leider auch erst nach seinem Tode über die Randgruppencombo kennengelernt. Für mich ein grandioser Texter und Songschreiber, leider auch stark unterbewertet bzw. viel zu wenig bekannt.
Männer, Frauen und Maschinen ist seine erste Platte und noch zu DDR-Zeiten erschienen. Da ich mit Ostrock eigentlich nicht viel am Hut habe, war ich vor dem Kauf etwas skeptisch, was mich hier erwartet. Aber ich war gleich beim ersten Durchlauf recht begeistert. Klar, die tollen Arrangements seiner letzten Alben mit der "Seilschaft" werden hier noch nicht ganz erreicht, aber das hier ist schon ganz klar Gundermann. Die folkigen Elemente sind schon da und es wird auch schon gut gerockt.
Wirklich erstaunt haben mich aber die Texte! Bei "Lanzelots Zwischenbilanz", "Scheißspiel" oder "Verzweifeltes Kinderlied..." muss man die Systemkritik nicht erst zwischen den Zeilen suchen und es erstaunt nachträglich, dass diese Platte in der DDR überhaupt erschienen ist. Teilweise sind die Texte auch noch brandaktuell! Scheißspiel passt ohne Abstriche auch in die heutige Gesellschaft und in meinem Lieblingslied "Halte durch" geht es um die Umweltzerstörung. Wenn man bedenkt, dass Themen wie die Abholzung der Regenwälder schon in den 80er Jahren in der DDR besungen wurden, deprimiert es umso mehr, dass sich bis heute daran nichts wesentliches geändert hat...