Britischer Humor von seiner erfrischendsten Seite: Drei Männer samt neurotischem Hund unternehmen eine Bootsfahrt auf der Themse und stellen sich mutig allen Tücken der Natur. Doch das ist nur die Rahmenhandlung, von der Jerome auf unentwegte Exkurse überspringt. Diese geistreichen Betrachungen zu allen Bereichen menschlichen Lebens können getrost als Lehrstück der Satire betrachtet werden. Dabei gelingt es dem Autor, selbst banale Themen wie das Einschlagen eines Nagels durch scharfe Beobachtung und subtilen Wortwitz zu adeln. Die Wendung "hat nichts an Aktualität verloren" ist zumeist mit höchster Vorsicht zu genießen, bei diesem Buch trifft sie jedoch voll ins Schwarze: Die Komik Jeromes ist zeitlos, hängt nicht ab von kleinen Witzchen, die im Laufe der Jahre - und hier ist es ein Jahrhundert! - zu schalen Gemeinplätzen werden. Denn sein Humor basiert vor allem auf der punktgenauen Formulierung, die auch in der deutschen Übersetzung nichts an Schliff verliert. Atemberaubend die Geschwindigkeit, in der man von einer Assoziation nur nächsten gleitet. Hypochondrie, Anglerlatein, Musik, Jungverliebte, Teekochen, Geschichte, Kameradschaft ... der Wechsel der Themen, zu denen Jerome mehr als nur etwas einfällt, hat keine starre Logik. Gerade deshalb findet der Leser oft seine eigenen - ebenso ungeordneten - Gedankengänge wieder, ist überrascht, dass auch andere noch diesen einen Schritt weiter denken. Dass die deutsche Sprache in dem Buch nicht eben gut wegkommt, immer wieder das Ziel geistreicher Seitenhiebe ist, kann man dem Autor einfach nicht übel nehmen. Zu sehr unterhält er uns damit. Um diese Lobeshymne aber mit einer Kritik zu beenden: Der Roman sollte noch viel länger sein, man ist am Ende fast enttäuscht, ihn nicht noch einmal zum ersten Mal lesen zu können.