Man kann hier wirklich von einem Traumpaar sprechen, denn dieser Film aus dem Jahre 1958, zeigt eine aufblühende Schauspielerin an der Seite eines Weltstars ihrer Zeit. Beide geizen in diesem Drama nicht an ihrem Können und verleihen diesem Stoff mehr Leben als man von einem Film dieser Zeit erwarten kann.
"Mädchen in Uniform" erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens, Manuela von Meinhardis das nach dem Tod der Mutter auf eine Mädchenschule für junge Adelige geschickt wird.
Der Rahmen dieser Handlung, spielt im Potsdam des frühen 20 Jahrhunderts. Als es für die Erziehung nichts wichtigeres als die preussische Disziplin gab. Aus heutiger Sicht kann man sagen das es eher um eine Aufzucht von gefühllosen Marionetten ging, den Jungen wurden jegwelche Gefühle "weichlicher" Natur rausgetrieben,bei den Mädchen das selbe Spiel nur mit dem Unterschied das sie für Kinder und Herd bestimmt waren und nicht für Gott und Vaterland zum Militär und in Kriege geschickt wurden.
So war auch das Schicksal der Hauptprotagonistin Manuela v. Meinhardis geplant. Der Zuschauer erfährt wie streng und "dizipliniert" diese Art von Erziehung war, desweiteren zeigt er das egal in welcher Epoche man lebt, nicht jeder Mensch fähig ist sich dem gegenwärtigen "Sinn des Lebens" zu unterwerfen. Gefühlskälte, Methoden wie man sie vielleicht aus Besserungsanstalten kennt sind Tagesortnung an diesem Institut.
Die junge Manuela muss aber sehr liebevoll aufgezogen worden sein, und tut sich recht schwer in dieser Umgebung. Ein Lehrerkollegium das auf alte Traditionen und Werten fest hält, eine Direktorin die die Rechte Hand des Satans sein könnte, bilden den Alltag des Mädchens und ihrer Mitschülerinnen. Einen kleinen Hoffnungsschimmer haben die Kinder in der etwas jüngeren und liberalen Lehrerin Fräulein von Bernburg. Mit liebevoller Hand nimmt sich die Lehrerin ihrer Zöglingen an, versucht ein bisschen Freundlichkeit und Wärme in den tristen Alltag der Mädchen zu bringen.
Schnell bildet sich eine gewisse Zuneigung zwischen Manuela und ihrer Lehrerin, mit fatalen Folgen! Schicksale nehmen nun ihren Lauf und das Leben der achso Sittenstrengen Schule ändert sich zusehens...
Mit "Mädchen in Uniform", gelang Romy Schneider, meiner Meinung nach der große Sprung aus den Reifröcken und der Wiener Hofburg hinein in das Charackterfach. Geza von Radvanji verfilmte die Geschichte neu für das damalige Nachkriegsdeutschland. Leontine Sagan nahm sich dem Stoff, einem Theaterstück von 1930 ein Jahr später 1931, schon mal an.
Da ich beide Versionen kenne, und Kritiker und Geschmäcker sich meistens nicht einig sind, behaupte ich mal das, dass Remake mit Schneider & Palmer die bessere Darbietung ist. Mit einer großen Welle von Emozionen, einem guten Händchen für Dialoge, Kamera etc. bringt Radvanji ein Film auf die Leinwand mit einem Thema das zur damaligen Zeit mehr als nur ein Tabu war!
Sehr geschickt mit viel Sinn für die Feinheiten und das berühmte lesen zwischen den Zeilen, wird eine unglückliche Verliebtheit eines jungen Mädchens gezeigt, das sehr nahe an der Realität liegt. Nur die Realität in der Zeit der Handlung sowie der Entstehungszeit des Films sah so was nur mit Missachtung.
Ein aus meiner Sicht der Dinge perfekter Film mit seinen Ecken und Kanten natürlich, aus heutiger Betrachtung natürlich sehr altbackend wirkend, aber wenn man als Zuschauer die Gabe hat sich in die Zeit des Kinostarts und der damaligen Kinowelt hinein versetzen kann, da kommt einem das ganze sehr modern und aufgeschlossen rüber.
Die DVD hat ausser dem Film leider nichts an Extras zubieten, aber sie kommt mit sehr guter Bild und Tonqualität rüber, für einen Liebhaber guter Stoffe aus früheren Zeitens des Kinos, Fans von Schneider und Palmer sowie jeder der große Schauspielkunst sehen will wird hier bei einer Ahnin von "Brokeback Mountain" oder "Aimee & Jaguar" gut unterhalten