Das Phänomen um die Bücher Dan Browns und Filme wie Vermächtnis der Tempelritter" schlagen mittlerweile auch in Österreich Wellen. Die plötzlich wieder gestiegene Aufmerksamkeit für Geheimgesellschaften verursacht einen Medienrummel mit allem Drum und Dran, dabei sind viele so genannter Geheimgesellschaften" gar nicht so geheim, wie viele noch immer glauben. Das dürfte auch der Grund gewesen sein, dass sich ein 5köpfiges Autorenteam auf der Suche nach Geheimgesellschaften in Österreich zusammengetan hat, um etwas Licht ins Dunkel zu bringen.
Bemüht zurückhaltend versuchten die Autoren eine ausgewogene und objektive Darstellung der jeweiligen Gruppierungen zu erreichen. Mit typisch journalistischen Methoden gelang es den Autoren wohl sogar tiefe Einblicke in die Szene zu erhaschen, die vielen anderen Experten" verborgen geblieben sein dürften. In Interviews kommen so zum Beispiel Freimaurer und andere Geheimgesellschafter zu Wort und legen dabei ihre Weltanschauung und Überzeugungen dar.
Selbst für Leute die sich intensiver mit dem Thema Geheimgesellschaften befasst haben, wartet dieses Buch mit der einen oder anderen Überraschung auf.
So erfährt man von offiziell" anerkannten Nachfolgern der Tempelritter, die keinesfalls von der Kirche verfolgt sondern eher gefördert werden und deren primäres Bestreben es ist, eine Rehabilitierung ihrer einst heimtückisch hintergangenen Vorgänger zu erreichen.
Für das kommende Mozartjahr 2006 gibt es auch einen interessanten Beitrag zum Freimaurer Wolfgang Amadeus Mozart, einer weniger bekannten Seite des weltbekannten Komponisten, der auch mit einem anderen Freimaurer und Komponisten, Josef Haydn, gut befreundet war und dessen Vater ebenfalls von der gleichen Loge aufgenommen worden sein soll (zumindest geht das aus Aufzeichnungen der betreffenden Loge so hervor).
Im Endeffekt befasst sich dieses Buch mit vielen in Österreich vertretenen geheimen und weniger geheimen Gesellschaften, deren Bemühungen von karitativen Aktivitäten über bloßen Gedankenaustausch zu regelrecht sektenähnlichen Verhalten reichen.
Fazit: Bis auf eine handvoll grammatikalische Fehler und kleinere stilistische Mängel gibt es an diesem hervorragend gemachten Buch wenig zu kritisieren.