Böse könnte man sagen, daß Ralf König Aristophanes' Theaterstück über pazifistische Frauenpower schamlos für seine homophilen Phantasien "umdreht".
Positiv könnte man sagen, daß seine - bei ihm natürlich naheliegende - Idee "Sexuelle Verbrüderung statt Krieg" witzig und überdenkenswert ist.
Jedenfalls ist aus dem Gedankenexperiment eine wunderbare, gut gemachte, lesenswerte Geschichte geworden.
Die offenbar schon damals (1987) gut gezeichneten Knollen- und Großnasen lassen allenthalben grüßen: Zum Beispiel der dickliche, kleine Ratsherr, der verzweifelt seine Autorität zu wahren versucht - oder die zugleich energische und faszinierend lässige Titelfigur Lysistrata (die in mehrerer Hinsicht etwas anders ist als bei Aristophanes...).
Schade nur, daß man das ganze nicht in Farbe genießen kann; die verschiedenen griechischen Rüstungen und Gewänder wären dies Wert gewesen...
Übrigens ist auch der Rahmen, innerhalb dessen die Story erzählt wird, ein sehr origineller Einfall des Autors - laßt Euch überraschen.
Wer also alles nicht so ernst nimmt, für den ist das Buch rundum erbauliche, mehr als nur unterhaltsame Comicliteratur! Und ein bißchen altathenische Atmosphäre, so charmant vermittelt, sollte sich niemand entgehen lassen.