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Zwar hätte nach Ansicht von Rezensent Richard Kämmerlings, der das Buch zu dick findet, die Hälfte der Autoren gereicht. Dennoch liegt für ihn der Wert dieser Anthologie darin, auf Autoren aufmerksam zu machen, die seiner Ansicht nach "mit großem Formbewusstsein und sprachlichem Ausnahmetalent in die Fußstapfen jener älteren Generation treten könnten", die unser Bild von Gegenwartslyrik noch immer bestimmt, also Sarah Kirsch, Hans Magnus Enzensberger, Volker Braun oder Friedericke Mayröcker. Andererseits fehlen Kämmerlings in der Auswahl auch wichtige Stimmen der Gegenwartslyrik, wie Kirstin Breitenfelder oder Hennig Ahrens, an dessen Fall für ihn die Fragwürdigkeit der von den Herausgebern festgesetzten Altersgrenze 1965 besonders deutlich wird. Als herausragend werden Texte von Johannes Jansen, Thomas Kunst, Susanne Scho oder Jörg Schielke gelobt. Etwas lästerlich wird die bürokratische Genauigkeit beäugt, mit der die Herausgeber in den Autorenbiografien die Literaturbetriebszugehörigkeit der Dichter dokumentiert haben. Auch der Verzicht auf ästhetische Wertungen wird kritisiert. Den Job der Herausgeber hätte so nämlich auch eine Suchmaschine übernehmen können, meint unser Rezensent.
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Kurzbeschreibung
Für die Lebendigkeit der jüngeren und jüngsten deutschsprachigen Lyrik bedarf es keines Beweises. Lyrik von Jetzt erschien vor drei Jahren als eine Bestandsaufnahme, als eine umfassende Sichtung der dichterischen Werke aus der jüngsten Gegenwart.Zum ersten Mal in solcher Vollständigkeit wurde eine Generation von Lyrikerinnen und Lyrikern vorgestellt, deren Geburtsjahr nicht vor 1965 liegt und 74 Mal fanden 4 Gedichte zusammen, die jeweils als repräsentativ für einen Stil unserer Zeit gelten können. Lyrik von Jetzt hat nichts von seiner Faszination verloren, aus weniger bekannten Namen sind zwischenzeitlich anerkannte Gegenwartsdichter geworden. Die Herausgeber: Björn Kuhligk, geboren 1975 in Berlin, wo er lebt. Er veröffentlichte die Gedichtbände Es gibt hier keine Küstenstraßen (2001), Am Ende kommen Touristen (2002) und Großes Kino (2005).Jan Wagner, geboren 1971 in Hamburg, lebt in Berlin. Er veröffentlichte die Gedichtbände Probebohrung im Himmel (2001) und Guerickes Sperling (2005).
Über den Autor
2009 erhielt er das Stipendium des Lessing-Preises, 2011 wurde er mit dem Kranichsteiner Literaturpreis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis ausgezeichnet.