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Lyrik von Jetzt
 
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Lyrik von Jetzt [Taschenbuch]

Björn Kuhligk , Jan Wagner
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 422 Seiten
  • Verlag: Dumont Buchverlag; Auflage: 1. (18. Juni 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 383217852X
  • ISBN-13: 978-3832178529
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 13,2 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 495.260 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.07.2003
Zwar hätte nach Ansicht von Rezensent Richard Kämmerlings, der das Buch zu dick findet, die Hälfte der Autoren gereicht. Dennoch liegt für ihn der Wert dieser Anthologie darin, auf Autoren aufmerksam zu machen, die seiner Ansicht nach "mit großem Formbewusstsein und sprachlichem Ausnahmetalent in die Fußstapfen jener älteren Generation treten könnten", die unser Bild von Gegenwartslyrik noch immer bestimmt, also Sarah Kirsch, Hans Magnus Enzensberger, Volker Braun oder Friedericke Mayröcker. Andererseits fehlen Kämmerlings in der Auswahl auch wichtige Stimmen der Gegenwartslyrik, wie Kirstin Breitenfelder oder Hennig Ahrens, an dessen Fall für ihn die Fragwürdigkeit der von den Herausgebern festgesetzten Altersgrenze 1965 besonders deutlich wird. Als herausragend werden Texte von Johannes Jansen, Thomas Kunst, Susanne Scho oder Jörg Schielke gelobt. Etwas lästerlich wird die bürokratische Genauigkeit beäugt, mit der die Herausgeber in den Autorenbiografien die Literaturbetriebszugehörigkeit der Dichter dokumentiert haben. Auch der Verzicht auf ästhetische Wertungen wird kritisiert. Den Job der Herausgeber hätte so nämlich auch eine Suchmaschine übernehmen können, meint unser Rezensent.

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

Für die Lebendigkeit der jüngeren und jüngsten deutschsprachigen Lyrik bedarf es keines Beweises. Lyrik von Jetzt erschien vor drei Jahren als eine Bestandsaufnahme, als eine umfassende Sichtung der dichterischen Werke aus der jüngsten Gegenwart.Zum ersten Mal in solcher Vollständigkeit wurde eine Generation von Lyrikerinnen und Lyrikern vorgestellt, deren Geburtsjahr nicht vor 1965 liegt – und 74 Mal fanden 4 Gedichte zusammen, die jeweils als repräsentativ für einen Stil unserer Zeit gelten können. Lyrik von Jetzt hat nichts von seiner Faszination verloren, aus weniger bekannten Namen sind zwischenzeitlich anerkannte Gegenwartsdichter geworden. Die Herausgeber: Björn Kuhligk, geboren 1975 in Berlin, wo er lebt. Er veröffentlichte die Gedichtbände Es gibt hier keine Küstenstraßen (2001), Am Ende kommen Touristen (2002) und Großes Kino (2005).Jan Wagner, geboren 1971 in Hamburg, lebt in Berlin. Er veröffentlichte die Gedichtbände Probebohrung im Himmel (2001) und Guerickes Sperling (2005).


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Trauergelatine 1. August 2004
Neue Generation. Hm. Kann es das gewesen sein? Klar KANN wie bei der abstrakten Malerei etwa auch bei der Lyrik Lebensweltliches weitestgehend außen vor bleiben - aber muß es das derart geballt und - größtenteils - derart verschwurbelt tun? Mir drängt sich der Eindruck auf, dass diese neue Generation in großen Teilen schlicht nichts zu sagen hat und sich aus Mangel an Mitzuteilendem lieber mit schiefen Bildern auf Unverständliches zurückzieht, das aber eben bis in die Stimmungen und Bilder hinein unverständlich ist! Dabei gibt es hier und da Stilblüten, die diesem Rückzug eine unfreiwillig komische Note verleihen: „des windes saugen an den warzigen pupillen der felsen" (S. 85) oder „nichts geschehen, doch Verschiebungen ... vage" (S. 87), besser noch „Die Brust. Die Milch. Die Trauergelatine" (S. 94). Die Trauergelatine! Ein gutes Bild, aber nur für das Buch. Oder „Ich war nie ein Land und Ich war nie ein Wir." (S. 102). Aha. Ich auch nicht. Ein gutes Bild für den Mißstand auch „das verlangen einen kirschkern gespuckt zu haben" (S. 147). Warum tust Du es nicht einfach? Oder: „... die lähmende Geometrie einer Berührung zu beschreiben" (S. 209). Das Einfachste wird verschwurbelt und erscheint merkwürdig ungelebt, hölzern und blutleer in diesem Buch. „... kein gänsefüßiges Vollstopfen mit Anmerkungen zu dieser und jener unersetzlichen Lotophagentinktur" (S. 192). Aber genau so scheint es doch! „Am Grund der Diskurse schwimmt ein Fisch" (S. 167), ein Fisch von Germanisten für Germanisten, um nicht zu sagen: von promovierten Germanisten für promovierte Germanisten, gespickt auch mit Chiffren von Bildungsangebern für Bildungsangeber: „nur die sonden blieben von den rückzügen / des pelagischen amniom, das uns umgab, reckten / sich langsam wie schwarze astern bei wachsendem / turgor, blüten, denen seltsame kinder entstiegen: wir." (S. 232). Ja, seltsame Kinder. Zitate so auszuwählen, mag unfair sein, und natürlich gibt es da hier und da auch das, das besser oder zumindest weniger schlecht gelungen ist, zum Teil von den selben Autoren. Disambiguierende Kontexte gibt es jedoch nicht. Über 95%, vielleicht bis zu 99% der Bevölkerung würden dieses Buch sehr schnell wieder zu Seite legen, falls es ihnen - zufällig - begegnen sollte. Dieser Prozentsatz ist viel zu hoch. Trotzdem und trotz der - von Ausnahmen abgesehen (Rinck, Lafleur, Flenter, Preckwitz, weitere) - sehr anstrengenden Lektüre: wer als „literarisch gebildeter Nichtgermanist" die deutsche Gegenwartslyrik kennen will, sollte sich diesen Band besorgen. Wegen der wenigen Perlen und auch einfach, um die Augen nicht zu verschließen vor der Realität der deutschen Gegenwartslyrik, die sich nicht „ihre Öffentlichkeit organisiert", wie der Klappentext verheißt, sondern offenbar auf der Flucht vor einem breiteren Publikum suizidiert.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
"Lyrik von Jetzt" halte ich für eine wichtige Sache, denn praktisch alle wichtigen jungen Lyrikerinnen&Lyriker -oder auch nur solche, die oft in Literaturzeitschriften auftauchen - stehen da drin. Ganz toll sind die ausführlichen Biografien, so dass man sich schnell und übersichtlich informieren kann, wer sich in der aktuellen Lyrikszene so tummelt. Von der Sache her also ganz toll (vom völlig verquasten Vorwort mal abgesehen, da hat sich ein Germanist hölzern wie nur was verbreitet). Auffällig ist, dass sehr viele der Autorinnen&Autoren nicht wirklich mit der Sprache arbeiten, sondern im Prosastil bleiben. Das pendelt dann zwischen banal und Schrott. Andere dagegen sind wunderbar lyrisch, die kneten ihr Sprach-Material wie Wachs zu kleinen Kunstwerken. Kuhlig und Wagner haben hier eine tolle Sache gemacht, das Buch sollte ein Standardwerk werden für alle, die sich für zeitgenössische Literatur interessieren. Etwas mehr Analyse wäre vielleicht schön gewesen. Andererseits kann man sich so ganz unvereigenommen nähern. Ich bin jedenfalls gespannt, wer von den Autorinnen&Autoren in zehn Jahren noch da ist.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Man kann die einzelnen Facetten und Impressionen einer Lyriksammlung nicht wiedergeben und in einer Rezension beschreiben, aber es lohnt sich jedesmal, diese Lyriksammlung aufzuschlagen und ein, zwei oder mehr Gedichte zu lesen. Es ist sinnlos, mit einem streng wertenden Maßstab an eine solche Publikation zu gehen, in der so viele neue und junge Stimmen zusammengefunden haben. Dennoch ist die eine oder andere lyrische Momentaufnahme Lichtblick und Entdeckung zugleich - eine gelungene Kompilation zum lyrischen Zeitgeist des beginnenden 21. Jahrhunderts! Und dennoch sind nicht alle Stimmen in dieser Veröffentlichung versammelt. Aber auch dies ist wohl charakteristisch für eine Publikation, die den lyrischen Zeitgeist erfassen will: sie bleibt ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Dennoch sind die unterschiedlichen Wort-, Sinn- und Farbspiele der jungen enthousiastischen Autoren eine Glanzleistung und der Reiz dieser Sammlung liegt wohl gerade in der radikalen Unterschiedlichkeit ihrer Stile.
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