Der Songwriter und Sänger Danny Darcy ist am Boden zerstört. Seine Sunny hat ihn verlassen, die Liebe seines Lebens, Geigerin in seiner Band und seine Inspiration als Künstler, schwanger mit ihrem gemeinsamen Kind. Sie will ihn mit einer anderen Frau gesehen haben, doch Danny weiß, dass das nicht stimmt. Das Fatale: er kann es ihr nicht klarmachen, denn dahinter steckt seine eifersüchtige Mutter, eine Sherazade, die die Begabung hat, anderen Menschen täuschend echte Trugbilder vorzugaukeln.
Verzweifelt wartet Danny auf ein Lebenszeichen seiner Frau, die alle Brücken hinter sich abgebrochen zu haben scheint, und erhält wirklich eines Tages seine zweite Chance. Irgendwie muss er versuchen, die tückische Lüge aus Sunnys Gedächtnis zu löschen, und landet auf verschlungenen Wegen mit Sunny in der Umgebung von New Orleans, in den geheimnisumwitterten Sümpfen der Bayous, wo sie im Maison Rouge angeblich die Erlösung vom Fluch der Sherazade finden können.
Doch das erweist sich als nicht ganz so einfach, ja sogar gefährlich, nicht nur für Sunny und ihr ungeborenes Kind, sondern auch für Danny selbst ...
Der Grundgedanke, dass es Menschen geben könnte, die anderen lebensechte Lügenbilder vorspiegeln können, bietet unbegrenzte Möglichkeiten für gute Geschichten. Der Ansatz hier ist auch gar nicht übel, doch richtig überzeugen konnte mich Christoph Marzi hier leider nicht.
Danny und Sunny als Traumpaar der Musikszene sind auch im Ansatz gut erfunden, bleiben aber recht blutleer, wie die Handlung an sich. Diese ist nicht direkt unspannend, aber der Grusel- und Suspense-Funke sprang bei mir so gar nicht über, weder bei den Rückblenden auf das schottische Schloss, wo Danny und sein Bruder geboren wurden und aufwuchsen, noch bei den Geschehnissen in den Bayous, obwohl dort genügend furchteinflößende Gestalten aufgefahren werden. Traumartige Sequenzen, die eingestreut wurden, fand ich eher verwirrend und störend als originell und handlungsfördernd.
Nett waren die zahlreichen Anspielungen auf Singer-Songwriter-Musik von den Byrds bis Bruce Springsteen und die Texte der Songs, die Danny geschrieben hat, im Anhang, einige schöne Gedanken über die Musik sowie das wieder wunderschöne Cover.
Ansonsten eine Lektüre, von der eher wenig zurückgeblieben ist, bis auf ein vages Gefühl der Unzufriedenheit.