Barbara von Bellingen hat die Gabe, einen mit der ersten Seite in die Geschichte hineinzuziehen. Schnell identifiziert man sich mit der Hauptfigur und fiebert im weiteren Verlauf der Geschichte mit. Das gilt besonders für Luzifers Braut und auch für "Tochter des Feuers". In beiden Büchern begegnet man Figuren, die liebenswert sind und deren weiteres Schicksal einem sehr am Herzen liegt. Susanna, die Wirtstochter, die in den Verdacht gerät, eine Hexe zu sein, wirkt so echt und reagiert so glaubwürdig, daß sie (zumindest in meinem Fall)gelegentlich das Buch verlassen und mich in meinen Gedanken begleitet hat. Das Buch ist mir tagelang nachgegangen und hat dazu geführt, daß ich mehr über diese grausame Zeit der Hexenverfolgungen wissen wollte. Genau wie ihre anderen Romane (außer der Engelke Serie)habe ich Luzifers Braut mehr als einmal gelesen und es war jedesmal eine Freude. Frau von Bellingens Prosa ist sehr schön und ausgereift, ihre Beschreibungen wunderbar bildhaft und die Personenzeichnungen so gut, daß ihre Figuren zu leben scheinen. Sie ist sicher eine der besten deutschen Autorinnen und ich freue mich immer auf ihre neuen Bücher.