Ich bin über Woschofius Musik und seinen Roman "Tortura Fortunae" über dieses Werk gestolpert und war sofort begeistert.
Woschofius hat in diesem multimedialen Fotoband sein bisheriges Meisterwerk erschaffen. Seine Schwarz/Weiss Fotografien geistern ja schon lange durchs Netz und einige sind auch über die Szene hinaus bekannt geworden. Seine Fotos zeichnen eine hohe Ästhetik und die Verbindung schöner Körper mit kalten und harten Gegenständen aus. Das Bild "Das Messer" stellt zum Beispiel eine kniende, nackte Frau dar, die hinter dem Rücken ein grosses Messer festhält. Woschofius spielt mit Kontrasten und seine Bilder (von denen auch einige auf seiner tollen Homepage zu bewundern sind) erzählen Geschichten von Liebe, Dominanz und Unterwerfung. Aber das ist nicht alles. Der Band enthält auch eine Novelle gleichen Namens, in der der Autor seine Auseinandersetzung mit Konventionen, Kirche und Sadomasochismus verarbeitet hat. Die Novelle beschreibt die Geschichte eine Mannes, der in Tagträumen durch ein Labyrinth irrt und von einer nackten Frau begleitet wird. Nur beide zusammen können den Irrgarten verlassen, aber dazu müssen sie beide etwas tun, was sie im "normalen" Leben nie tun würden. Zusätzlich ist noch eine Musik CD in diesem Band enthalten, die Carlos Peron (Bekannt durch seine Band Yello) extra für den Bildband komponiert hat. Peron hat die Novelle und die Fotos in einen düsteren Klangteppich gewoben und man meint wirklich in diesem Labyrinth zu sein. Einziger Negativpunkt ist der Preis, der aber aufgrund der Limitierung (Handsigniert/nummeriert) wohl gerechtfertigt ist. Für mich ist dieser Bildband das Beste was in den letzten Jahren an SM- und Fetischfotografie veröffentlicht wurde. Woschofius ist auf dem Weg zum Olymp der erotischen Fotografie.