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Erfreut zeigt sich der "rox." zeichnende Rezensent von diesem "luxuriös gestalteten Band" über den "Luxus im alten Rom". Der Philologe und Historiker Karl-Wilhelm Weeber lege darin dar, dass es in der Weltgeschichte kaum je eine Gesellschaft gegeben habe, die sich so sehr über luxuriöse Statussymbole definierte wie die römische. Der demonstrative Konsum sei spätestens seit dem 1. Jahrhundert v. Chr. die Lieblingsbeschäftigung der römischen Oberschicht gewesen, berichtet der Rezensent. Der Band biete Einblicke in die römische Tafelkultur, den Wettstreit um die schönsten Perlen und die bedeutendste Sammlung griechischer Kunst sowie um die aufwändigsten Grabbeigaben.
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Pressestimmen
Kurzbeschreibung
Der Verlag über das Buch
Der zweite Band dreht sich um die öffentliche Pracht: Thermen und Prachtlatrinen, Amphitheater und Wagenrennen, Aquädukte und Tempel.
Über den Autor
Auszug aus Die Schwelgerei, das süße Gift... Luxus im alten Rom. von Karl-Wilhelm Weeber. Copyright © 2003. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Perlenschmuck als allgemein bekannter und anerkannter Ausdruck von Reichtum bot sich als Medium ostentativer Luxus-Repräsentation besonders dort an, wo die vornehme Welt unter sich war. So war es ein wohlkalkulierter Coup, dass Lollia Paulina, die einstige Frau des Kaisers Caligula, bei einem eher zweitrangigen gesellschaftlichen Anlass in einem vor Perlen und Smaragden geradezu starrenden Ornat erschien - am ganzen Kopf, an den Ohren, am Hals und an den Fingern funkelte und glänzte es vor lauter Edelsteinen. Damit schlug sie alle "Konkurrentinnen" um Längen. Nicht weniger als 40 Millionen trag sie am Körper, und sie sorgte dafür, dass sich das herumsprach. Und was war, wenn jemand das nicht glauben mochte? Die Dame hatte vorgesorgt: Sie hatte alle Rechnungsbelege dabei (24).
Nur eine einzige Frau soll noch wertvollere Perlen besessen haben als Lollia Paulina: Die ägyptische Königin Kleopatra.. Sie war Herrin über die zwei größten Perlen, die die Alte Welt je gekannt hat. Jede dieser Perlen wurde auf 10 Millionen Sesterze geschätzt. Und eine der beiden gelangte, nachdem Kleopatra ihr Reich an die Römer verloren hatte, nach Rom. Dort wurde sie zerschnitten, damit beide Ohren der Venus-Statue im Pantheon mit dem berühmten Perlenschmuck der Kleopatra behängt werden konnten.
Was aber war mit der zweiten Perle geschehen? Ihr Schicksal war legendär. Ob die Geschichte stimmte oder nicht, tat nichts zur Sache. [...] Marc Anton führte im Palast von Alexandria an Kleopatras Seite ein Luxusleben, bei dem er nichts Kostbares auslassen wollte, was Erde, Meer und Himmel an Leckerbissen bereit hielten. Tag für Tag "mästete er sich" (Plinius) mit den exquisitesten Speisen und nahm mit seiner Geliebten gewissermaßen einen Wettstreit auf, wer von beiden der größere Verschwender sei. Kleopatra nahm den Luxus-Fehdehandschuh bereitwillig auf. Sie kündigte an, sie werde bei einer einzigen Mahlzeit 10 Millionen Sesterze verspeisen. Antonius ging ungläubig auf die Wette ein. Er war sicher, dass selbst eine für ihre Verschwendungssucht berühmte - andere formulierten: berüchtigte - Kleopatra das nicht schaffen werde.
Aber natürlich behielt sie Recht. Vor- und Hauptgang der Mahlzeit, die sie sich am nächsten Tage vorsetzen ließ, waren eher Hausmannskost - von Millionenwerten jedenfalls weit entfernt. Antonius spottete noch, als der Nachtisch serviert wurde. Er bestand lediglich aus einem Gefäß mit scharfem Essig. Marc Anton stutzte, konnte sich aber keinen Reim auf das merkwürdige Dessert machen - bis Kleopatra eine ihrer unersetzlichen Perlen in den Essig fallen ließ und nach einiger Zeit die schleimige Flüssigkeit aufschlürfte. 10 Millionen Sesterze waren damit vernichtet. Als die Königin sich anschickte, mit der ruinösen Wette fortzufahren und auch die zweite Perle im Essig aufzulösen, gebot der zum Schiedsrichter bestellte L. Plancus Einhalt. Er erklärte Antonius für besiegt und rettete so die Hälfte des Perlenschmucks für die Venus-Statue im Pantheon (26).
Wahnsinn in Holz Männerliebling Tisch
Gelegentlich hing auch in reichen römischen Familien der Haussegen schief. Man stritt, obwohl man genug davon hatte, ums liebe Geld. Genauer gesagt, um das Ausgabenbudget für Luxusartikel. Da kam es vor, dass die Dame des Hauses sich sündhaft teuren Perlenschmuck gekauft hatte und der Herr Gemahl nicht sehr amüsiert darüber war. Allzu heftige Vorwürfe wegen der Verschleuderung des Familienvermögens für unnötige Luxusanschaffungen waren indes wenig opportun, wenn der zum Maßhalten ratende Ehemann selbst die sprichwörtliche "Leiche im Keller" hatte. Dann passierte es schon einmal, dass die angegriffene Verschwenderin mit dem Hinweis auf den Luxus-Spleen ihres Mannes konterte. Und der hieß häufig Prunktische. mensarum insania, "Tisch-Wahnsinn", nennt Plinius den einschlägigen Gegenvorwurf recht eingängig (1).
Auch wenn es vielleicht manchem Rollen-Klischee zuwider laufen mag: Es waren die Männer, die auf edle Tische ganz versessen waren. Tatsächlich hören wir in den Quellen ausschließlich von männlichen Besitzern, wenn es um jene Tische geht, für die astronomische Summen bezahlt wurden. Gemeint sind die mensae citreae, Tische aus "Citrusholz". Mit dem Zitronenbaum ist diese citrus nicht verwandt. Es handelt sich vielmehr um den Sandarakbaum (Tetraclinis articulata), eine Zypressenart, die im nordafrikanischen Raum heimisch ist. Nach der griechischen Bezeichnung thyon wird der Baum auch Thui articulata genannt. Er wuchs an den Abhängen des Atlasgebirges sowie in Numidien und Mauretanien. Überlebt hat er die Begehrlichkeit der römischen Tisch-Sammler in einigen Gegenden des heutigen Marokko, allerdings selten in größeren Konzentrationen. Bei Essaouira an der Atlantikküste gibt es noch einen Thuia-Wald, der den Namen verdient. Dort und in Marrakesch kann man heute noch Schüsseln und!
Kästchen aus "Citrus-Holz" kaufen (2).
Purpur, Kunst, Klienten - Statussymbole als Gradmesser gesellschaftlicher Exklusivität
... Im gesellschaftlichen Kampf um Exklusivität spielte der Purpur eine führende Rolle. Denn zum einen erreichte man durch Purpurkleidung die angestrebte Nähe zum offiziellen Differenzierungsmerkmal Purpur, und zum anderen hatte Purpur als äußerst kostspieliger Stoff jenen Seltenheitscharakter, der die meisten von seinem Erwerb ausschloß - excludere heißt ja nichts anderes als "ausschließen".
Der Purpursaft, der als Farbstoff für Seide und Wolle diente, war die teuerste Flüssigkeit der Alten Welt. Kein Wunder, denn man benötigte das Drüsensekret von 12.000 Schnecken, um 1,5 Gramm Farbstoff zu gewinnen (9). Kleinere Schnecken wurden lebend mit der Schale zerquetscht, größeren entnahm man die Purpursaft produzierende Drüse. Es gab zwei Schneckenarten, aus denen Purpur gewonnen wurde: die eigentliche Purpurschnecke, purpura, die den besten Farbstoff lieferte, und die Trompetenschnecke, bucinum oder murex, deren Farbstoff nur in Mischung mit purpura-Saft haltbar war (10). Die verschiedenen Purpurtönungen von schwarz, dunkelrot, violett und blauschwarz ergaben sich aus unterschiedlichen Mischungsverhältnissen (11). Echter Purpur war stets relativ dunkel, hellere Farbtöne erzielte man durch Beigabe anderer Stoffe, die durch ihre deutlich niedrigeren Herstellungskosten einen "Streckungseffekt" zu entsprechend günstigeren Preisen beitrugen - wobei "günstiger" hier nicht der Komparativ zu "günstig" ist...
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