Grönemeyer sagte selbst einmal, daß "Luxus" sein schwächstes Album war. Ohne seine Werke in eine Rangfolge bringen zu wollen, was angesichts ihrer Vielfältigkeit sowieso nur schwerlich geht, möchte ich dem Meister widersprechen. Es ist vielleicht nicht sein Bestes, es hat aber zweifellos besondere Qualitäten. Allein schon wie zeitnah und kritisch er sich mit der deutschen Wiedervereinigung auseinandersetzt. Auf dieser Scheibe sind die Texte im Übrigen wie sonst kaum wieder einfach nur gute Lyrik, die auch in gedruckter Form ihren Erfolg zu haben berechtigt wäre. Um an ein paar Beispielen die Klasse dieses Albums deutlich zu machen: "Deine Liebe klebt" ist ein mitreißender, sarkastischer Anti-Liebessong, der vor Bewegung nur so strotzt. "Video" eine Ironie auf die Musikindustrie, die einfach wunderbar geil groovt, "Ich will mehr", "Sie" und "Marie" Lieder, die, wie wir es bei Grönemeyer so mögen, ob ihrer Verbindlichkeit und Tiefe eine Gänsehaut erzeugen, ohne auch nur den Anschein von Schmalz zu erregen. Und als quasi Höhepunkt seine Hymne "Luxus". Wer da noch still sitzen bleibt, ist selber schuld. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)