Aus der Amazon.de-Redaktion
Erzählt wird die Lebensgeschichte des Martin Luther, dargestellt von Joseph Fiennes, und wie seine Begegnung mit einem vermeintlich göttlichen Gewitter ihn Demut lehrt und Mönch werden lässt. Luther verändert die Welt, indem er sich erhebt, sich laut einen Gott wünscht, der ihn liebt und für diesen Wunsch auch bereit ist, mit dem Teufel zu kämpfen. Im Lauf der Zeit folgen 95 Thesen, die er an die Wittenberger Kirchentür schlägt, ein Bannspruch des Papstes, eine Bibelübersetzung auf der Eisenacher Wartburg, die Reformation des damaligen Glaubens und schließlich der Protestantismus.
Neben Fiennes wirken in dieser deutschen Produktion aus dem Jahre 2003 Alfred Molina, Bruno Ganz, Jonathan Firth, Sir Peter Ustinov, Claire Cox, Uwe Ochsenknecht, Benjamin Sadler und Jochen Horst mit. Ihnen gelingt es unter der Regie von Eric Till, einen deutschen Film von epischen Ausmaßen zu schaffen, der sich teilweise starke Anlehnungen an Hollywood-Taktiken erlaubt, dafür aber ein mitgerissenes und stark beeindrucktes Publikum hinterlässt. --Mike Hillenbrand
Produktbeschreibungen
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Eine brillante Ausnahme-Qualität in der Optik und ein superber Sound liefern auf der technischen Schiene Begeisterndes. Die zahlreichen Extras erstrecken sich u.a. auf einen Audiokommentar der Produzentin und desProduction-Designers, bei dem Erstere etwas besserwisserisch und uncharmant auftritt. Sinnvoll auf jeden Fall die Audiodeskription für Sehbehinderte."Luther" ist weit fesselnder und lebendiger inszeniert, als man erwarten durfte. Von der Darstellerseite wird durchweg großes Handwerk geboten, die Kameraführung ist elegant, ohne aufdringlich zu sein und das Drehbuch ist bei aller künstlerischen Freiheit im Umgang mit der Geschichte spannend und pointiert. So sehen wir uns epischer Kinounterhaltung mit Anspruch gegenüber:sehenswert.MO
Bild: Tja, endlich wieder einmal ein Fall eines optimalen Bildes. Ein grandioses Mastering zaubert Bildwerte der Referrenzklasse auf den Bilschirm. Selbst beigefarbene Kellergewölbe kommen fast rauschfrei daher (00.10.00), was man wirklich nur sehr selten zu Gesicht bekommt. In Massenszenen bleiben die Gesichter der einzelnen Personen klar erkennbar (00.20.33) und bleiben auch bei Fahretn völlig frei von momentanen Schärfeverlusten oder ähnlichen Artefakten. Perfekte Farben, glorioser Kontrast: Bestnote.
Ton: Der Ton liegt auch in der Spitzen-Klasse. Fein tarierte Dynamik (01.49.13, Chor) und eine treffsichere akustische Geographie führen zu einer herrlich vitalen Kulisse und Musikmischung. Die Dialoge sind mit fein voluminierten Stimmen gesegnet, die immer ihrer Umgebung angepasst sind (01.03.39, In Saaal mit Hall). Transparent, voluminös, ausgezeichnet. --movieman.de
VideoMarkt
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Blickpunkt: Film
Es ist die Vergangenheit, die dem britischen Schauspieler Joseph Fiennes am besten zu Gesicht zu stehen scheint, feierte er doch seine größten Erfolge mit in der Historie angesiedelten Stoffen wie 'Shakespeare in Love' oder 'Elizabeth'. Diesmal verschlägt es ihn als Martin Luther ins 16. Jahrhundert, ins finstere Mittelalter, das nach einem mutigen Aufklärer verlangt. 1505 überlebt er als junger Mann ein furchtbares Unwetter, bricht aus Dankbarkeit gegenüber Gott - ein Blitz hast ihn nur knapp verfehlt - sein Jura-Studium ab und tritt in ein Augustinerkloster ein. Angeekelt vom Ablasshandel und der Geldschneiderei der katholischen Kirche geht Luther auf Anraten seines Mentors Johann von Staupitz zum Theologiestudium nach Wittenberg, von wo aus er seinen Kreuzzug gegen den Papst antritt. Die Bibel gilt für ihn als einzige akzeptierbare Instanz, was, zum Ketzer erklärt, zu seiner Exkommunikation führt. Doch das ist erst der Anfang eines langen Kampfes um die Reformation, in dessen Verlauf es viele Tote zu beklagen gibt.
'Luther', eine veritable deutsche Großproduktion, besitzt eigentlich alles, was einen Erfolgsfilm ausmacht: namhafte, gut aufspielende Stars - neben Fiennes gilt es vor allem Sir Peter Ustinov als Friedrich der Weise, Alfred Molina als Johann Tetzel und Bruno Ganz als von Staupitz zu nennen -, spektakuläre Kulissen (Gesamtausstattung: Oscar-Preisträger Rolf Zehetbauer), eine makellose Kameraarbeit (Robert Fraisse) und eine leidenschaftliche Geschichte von epochaler Bedeutung. Doch es fehlen leider Herzblut und ein echter Spannungsbogen. Ambitioniert ist dieses Drama, ehrenwert, politisch und inhaltlich (fast über)korrekt, was es manchmal geradezu wie eine Religionsstunde anmuten lässt. Zu nahe an der Wirklichkeit bleiben die Drehbuchautoren Camille Thomasson und Bart Gavigan, entwickeln zu gradlinig ihren Plot und lassen Regisseur Eric Till wenig Raum zum Inszenieren. Dabei ist dessen Schauspielführung tadellos, sein Erzählstil effizient - was fehlt ist die Gelegenheit zur Identifikation und das Bangen um den Helden. Schade, denn so wird das Publikum jenseits von Arthouse und Geschichtsinteressierten wohl ausbleiben. geh.