Wie der Titel schon sagt, liest man in diesem Buch einerseits keine "gefühlsduseligen" Weihnachtsgeschichten - andererseits sind es leider oftmals auch keine "echten" Weihnachtsgeschichten. Das Thema Weihnachten kommt häufig zu kurz. Und es ein wenig schräg und mit einem Augenzwinkern herüberzubringen, ist für mein Empfinden nicht so gut gelungen.
Viele Geschichten können zu jeder beliebigen Jahreszeit spielen, so eingeschoben und nebenher laufend wirkt die Weihnachtszeit hier, so austauschbar. Sie ist eher ein Randthema, und das finde ich für ein Weihnachtsbuch zu wenig.
Beispiele: Die Vorweihnachtsneurose hat m. E. nichts mit Weihnachten/Vorweihnachtszeit zu tun, sondern nur damit, Dinge bis zu einem Tag X abschließen zu wollen. Man kann das Wort Weihnachten bzw. diesen Zeitpunkt getrost durch Hochzeitstag, Geburtstag, Neujahr oder Ostern ersetzen. Denn es handelt sich um keine besonderen Angelegenheiten oder wenigstens emotionalen Ballast ... und da fehlt mir persönlich für eine Weihnachtsgeschichte einfach der Bezug.
Geliebte. Weihnachten.: Eine Geliebte verbündet sich mit der Ehefrau und einer zweiten Geliebten gegen einen narzisstischen Mann. So weit, so "abgegriffen", da viel zu häufig zu lesen. Weihnachtsaspekt: Er wird in der Weihnachtszeit entlarvt, weil die Geliebte zufällig als Weihnachtsmann :-( bei der Ehegattin auftritt. Das alles könnte ebenfalls an Karneval passieren. Oder an einem Kindergeburtstag. Weihnachtstimmung gleich Null.
Florians Weihnachtstagebuch erinnerte mich stark an die Machart von Bridget Jones. Allerdings empfand ich die Geschichte (wie einige andere auch) zu bemüht auf "lustig, lustig tralalalala" getrimmt. Wieder erschien mir Weihnachten wie eine Randkulisse. Ich gestehe aber, dass ich das Tagebuch nicht ausgelesen habe ...
Ich denke, wenn in Geschichten die Worte Weihnachtsmann, Tannenbaum, Geschenke und Heilig Abend auftauchen, machen diese Worte eine Geschichte noch lange nicht zu einer Weihnachtsgeschichte. Und hier fehlte es für meinen Geschmack zudem oftmals leider einfach auch an echtem, warmherzigem Humor.
Drei Sterne nur, weil es auch Ausnahmen gab - so zum Beispiel "Wir Weihnachtsmänner". Die Geschichte ist eine echte Weihnachtsgeschichte, meine ich! Zudem fand ich sie schräg, amüsant und stimmungsvoll. Außerdem bot sie sogar einen nachdenklichen Aspekt. Schön!
Ich habe das Buch nicht Mal bis zur Hälfe gelesen ...
Fazit: Das Buch hat mich alles in allem nicht überzeugt. Dann doch lieber zurück zum "Rührstück" (es muss ja nicht erzwungen sein!) - da findet man öfter was zum Grinsen als man meint.