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Lusthaus oder Die Schule der Gemeinheit: Roman
 
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Lusthaus oder Die Schule der Gemeinheit: Roman [Broschiert]

Franzobel
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 168 Seiten
  • Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 1 (Februar 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3852188296
  • ISBN-13: 978-3852188294
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 215.723 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Franzobel
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ein opulenter, amüsanter und zuweilen anarchistischer Erzähler." (Uwe Pralle, Frankfurter Rundschau)

"Franzobel kreiert einen Erzählstil, der von skurriler Metaphorik und semantischen Finessen, vor Neologismen und Klangmalereien nur so sprüht und funkelt." (Michael Kothes, Die Zeit)

"Die Stärke Franzobels liegt in den Bildern und Vergleichen, in den kühnen Metaphern, die nie klischeehaft wirken. Manchmal gelingen Bilder, die den Witz und die innovative Qualität der Vergleiche eines Jean Paul haben." (Wendelin Schmidt-Dengler, Die Presse/Spectrum)

"Franzobel ist ein Formulierungskünstler von hohen Graden. Hier ist ein Dichter am Werk, dem poetische Formulierungen mit Leichtigkeit zufliegen." (Günter Kaindlstorfer, Der Standard)

Kurzbeschreibung

Der einbalsamierte Körper der vor achtzig Jahren verstorbenen zweijährigen Rosalia liegt unversehrt in einem Glassarg in Palermo. Ihre Seele aber landet auf der Suche nach Erlösung im Körper von Elvira Klappbauch in Wien, inmitten eines kuriosen Kreises dicker Damen und feister Feschaks, Taugenichtsen und Tagedieben. Pasqualina zum Beispiel, die auf dem Heldenplatz die Asche ihres Vaters verstreuen will, oder die verrückte Gloria, die aus krankhaftem Geiz sogar auf Toilettenpapier verzichtet, und nicht zu vergessen der auf Nachrufe spezialisierte Journalist Zsmirgel, dessen nur angedachte Nekrologe den sofortigen Tod der Betroffenen zur Folge haben. Was sich zwischen all diesen wunderlichen Figuren ereignet, bis Rosalias Seele schließlich zur Himmelfahrt anhebt, setzt Franzobel als grandiose Farce und furioses Sprachfeuerwerk in Szene.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von bs
Format:Broschiert
Pasqualina, die dicke alleinerziehende Mutter von Oskar und Tochter eines raffinierten Geschäftsmanns, der sich aus der Unterschicht nach oben gearbeitet hat, ist mit Gloria, der Verrückten, befreundet. Die wiederum will Herkules und glaubt, ihr Geld könnte ihr bei der Eroberung des Angebeteten nicht schaden.
Zsmirgel ist ein erfolgloser Journalist, dessen Nekrologe die betroffenen Menschen töten. Sein Freund Manker ist ein Gauner und Nazi und verleitet ihn immer wieder zu kriminellen Geldbeschaffungsaktionen. Manker treibt es mit der Braut von Seth, einem romantischen Südamerikaner, dem in Österreich die Augen anschwellen und der gerade in der Hochzeitsnacht wieder einmal todunglücklich werden wird. Seine Braut Conchita ist ein Flittchen und heiratet ihn nur, weil sie glaubt, sie sollte.

Die Leben dieser und noch einiger anderer skurriler Charaktere berühren sich immer wieder, und Zufälle lassen laufend neue Konstellationen entstehen.

Und dann ist da noch Rosalia, die Kinderleiche, deren Geist in Palermo auf seine Erlösung wartet, gelangweilt vom ewigen Tratsch der LeichenkollegInnen. Eingenistet in den Körper Elvira Klappbauchs wird Rosalias Geist durch deren nekrologbedingten Tod, begleitet von einem schrecklichen und einem erlösenden Schrei, erlöst. So macht sich Rosalias Geist auf den Weg zu Titan, den Saturnmond, der der Erde so ähnlich ist.

Franzobel, ein offensichtlich guter Beobachter mit einem Auge für das Außergewöhnliche im Alltäglichen, schreibt erfrischend unbemüht und ungeschliffen, dabei jedoch geistreich und unterhaltsam. Katholische Zitate stehen neben unterschiedlichsten Vulgaritäten. Warum nicht?
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gekonnt fabuliert! 14. April 2010
Format:Broschiert
Lusthaus oder Die Schule der Gemeinheit ist ein Roman des österreichischen Schriftstellers Franzobel.
Bereits 2002 erschien, veröffentlicht der Haymon Verlag nun den Roman neu als Taschenbuch.
Dieser Roman kommt monströs, dekadent und abstrus daher.
Die zweijährige Rosalia ist vor 80 Jahren verstorben. Ihr Leichnam liegt unversehrt, einbalsamiert in einem Glassarg in Palermo in der dortigen Kapuzinergruft.
Ihre Seele jedoch landet in Wien.
Dort im Körper der Elvira Klappbauch. Und damit ist der Leser sofort in der Geschichte, soweit man es eine Geschichte nennen kann.
Ein Ansammlung von abgedrehten Personen, Typen präsentiert Franzobel, ein Pseudonym des Schriftstellers Stefan Griebl, dem Leser. Und dieser wird fast erschlagen von dem Kaleidoskop verschiedener Charaktere. So recht entwickelt sich auch kein Erzählfluß, keine Erzählstruktur. Aber darauf kommt es auch nicht an. Franzobel jongliert mit Sprache, mit der Beschreibung von Alltäglichkeiten und skurrilen Begebenheiten. Die Personen sind verschieden, wie sie verschiedener nicht sein können. Und dies alles mit der Stadt Wien im Hintergrund. Dieser morbiden österreichischen Metropole, die andererseits auch den Eindruck eines Dorfes macht. In den Grüften auch mit Palermo eine Entsprechung hat. Hier wie dort gibt es die Kapuzinergruft. In dieser Atmosphäre schlagen sich die Personen durch ihre jeweiligen Leben, die wiederum durch den Tod bestimmt sind. Und so wird der Leser auch ständig mit morbiden Situationen und Betrachtungen konfrontiert.
Aber auch Schlitzohrigkeit kommt durch. So zB, wenn Manker, begeistert von und durch nationalsozialistischer Literatur, seine zweifelhaften Kenntnisse umsetzt, um den Wiener Messingtürspione anzudrehen. Also geht er in der Stadt von Tür zur Tür, verkauft diese Spione für läppische 100 Schilling. Bohrt noch ein Loch in die Tür, perfekt ausgestattet mit einer Black & Decker-Bohrmaschine, verabschiedet sich dann mit der Beute und dem Versprechen, der Kollege, der gerade im Nebenhaus sei, käme später und würde dann den Rest erledigen. Niemals erscheint dieser und eine Vielzahl von Türen in Wiener Häusern ist mit Löchern verziert. Nur leider läuft sich diese Idee schnell tot und der clevere Manker muß sich etwas Neues zur Sicherung seines Lebensunterhaltes überlegen. Dieses alles im 6. Kapitel. Ein wunderbares Kapitel, vielleicht das beeindruckendste in diesem Buch. Kurze, prägnante Sätze, verstärkt durch Wiederholungen sind bezeichnend für diesen Abschnitt. Und immer wieder dieser Hang zum Morbiden. ZB, Zsmiegel, der Journalist, der, erfolglos wie er ist, immer Nekrologe auf Vorrat schreiben muß.
Und so bleibt von diesem Roman viel nach dem Lesen übrig: seltsame Gestalten mit kuriosen Meinungen, die Stadt Wien als Kulisse für eben diese Gestalten. Auch Kritik an den ewiggestrigen Meinungen und Vorurteilen. Aber besonders die Lust des Autors am Fabulieren und Erzählen.
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