Lust auf fremde Küche, in diesem Fall auf die orientalische, bekommt man definitiv!
Haya Molcho, die Inhaberin des Neni am Naschmarkt in Wien, gibt Einblicke in die Küche ihres Lokals und die ihrer Heimat. Hauptsächlich zu finden sind orientalische Gerichte wie Falafel und Hummus in verschiedenen Ausführungen, aber auch einige Rezepte mit internationalem Einfluss, wie dem NY Cheese Cake oder Panzanella. Das Buch beinhaltet ca. 100 Rezepte, darunter Salate, Aufstriche, Kuchen, Suppen, Eintöpfe, Brot etc. Da Hayas Mann Vegetarier ist, finden sich auch viele fleischlose Gerichte unter den Rezepten, denn wie sie selbst sagt, muss sie sich immer wieder aufs Neue etwas einfallen lassen.
Das Buch ist geschmückt mit vielen netten Geschichten und schönen Fotografien vom Lokal und dem Naschmarkt und macht somit sofort Lust diesen spitzen Traditionsmarkt Wiens zu besuchen, zwischen den vielen Ständen zu schlendern, die herrlichen Gerüche zu genießen und die ein oder andere Leckerei zu kosten. Haya schildert auch, wie es im Restaurant abläuft, dass zum Beispiel jeder Mitarbeiter, die alle unterschiedliche ethnische Hintergründe haben, Ideen einbringen kann und diese werden dann auch oftmals auf der Speisekarte umgesetzt. So finden sich unter den Rezepten wahre Schätze, die zum Beispiel alte Familienrezepte sind oder bei denen sich ein kreativer Geist ausgetobt hat. Es finden sich auch typische jüdische Gerichte, die an bestimmten Festtagen verzehrt werden.
Gut gefallen mir auch die Persönlichen Tipps von Haya", die so ca. bei jedem zweiten bis dritten Rezept Vorschläge geben, wie ein Gericht zum Beispiel abgewandelt werden kann oder wo man die Zutaten am besten findet. Außerdem sind bei fast allen Rezepte einige Zeilen, in denen man seine eigenen Anmerkungen hineinschreiben kann.
100% zufrieden bin ich aber nicht, deswegen gibt's nur 4 Sterne. Grund sind zum einen einige Fehler, die mir aufgefallen sind. Beim Rezept für Honigkuchen etwa wird in der Zutatenliste 2 Mal Zimt angeführt, in der Kochanleitung ist aber nur einmal die Rede von Zimt. Im Rezept für Hülsenfrüchte-Ragout kommen beispielsweise die in der Zutatenliste angeführten Tomaten nicht mehr vor. Dies ist mir alleine beim Durchblättern bei 4-5 Rezepten aufgefallen, ich habe mir noch nicht alle Rezepte genau durchgelesen. Da stelle ich mir die Frage, ob die Beiträge überhaupt Korrektur gelesen worden sind, bevor sie in den Druck gegangen sind. Zwar kann sich jeder zusammenreimen, wo fehlende Zutaten im Gericht dann Platz finden", ich finde es zeugt aber von unprofessioneller Arbeitsweise und für ein 24,95 Euro teures Buch erwarte ich mir ein fehlerfreies Produkt.
Zum zweiten ist mir noch negativ aufgefallen, dass bei den Mengenangaben sehr vage Aussagen getätigt werden. Es wird immer von 1 Glas dies und jenes" gesprochen. Ab und an findet man in Klammer nebenbei die genaue Menge in ml oder g gesetzt, dies trifft allerdings nicht auf alle zu. Ich muss wieder erwähnen, dass sich jeder ausmalen kann, was gemeint ist, ich erwarte mir trotzdem exakte Angaben.
Die Rezepte begeistern mich wirklich, es sind viele neue, kreative Dinge dabei, die ich vorher noch nicht so gesehen habe (und ich muss erwähnen, dass ich einige orientalische Kochbücher besitze). Durch die einzigartige Aufmachung (es gibt keinen Buchrücken und man blättert von hinten nach vorne) und die Kreativität der Rezepte, sticht Hayas Buch aus der Masse hervor. LEIDER muss ich aufgrund der fehlerhaften Rezepte aber einen Stern abziehen, sonst hätte es volle Punkteanzahl gegeben.