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Die Lust und das böse Verlangen. Die Philosophie der Droge
 
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Die Lust und das böse Verlangen. Die Philosophie der Droge [Gebundene Ausgabe]

Giulia Sissa


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Neue Zürcher Zeitung

Tragbares Glück

upj. In der modernen Gesellschaft gehören Süchte und Süchtige zu den anerkannten Realitäten; das ist ein trockener und abgeklärter Befund. Giulia Sissa, die an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore Philosophie unterrichtet, will nicht moralisieren, wenn sie von Junkies und Alkoholikern redet. Ihr geht es um das Begreifen dessen, was «hinter» dem bösen Verlangen steht. Wenn sie dabei an den Literaten und Altphilologen Thomas de Quincey erinnert, dessen Elogen über das Opium als «tragbares Glück» bei etlichen französischen Poeten auf Gehör stiessen, so ist das nur ein kleiner Anfang. Auch Freud gehörte über lange Jahre zu den stillen Geniessern, die das Kokain – er nannte es «Sorgenbrecher» – nicht missen mochten. Ist das Glück ein neurologischer Zustand, zu befördern mit den Segnungen der Neuropharmakologie, und zwar im Jenseits von Anstrengung, Lust und Befriedigung? Giulia Sissa diskutiert ausführlich die These, wonach in den Drogen zwar eine materielle Glücksverheissung liegen kann, dass aber jener aufgehobene Seinszustand, den man mit «Glück» umschreiben will, ohne den Umweg einer Anstrengung dennoch wertlos und leer wird. Der Süchtige tritt dann in die Spirale der Unersättlichkeit, die zum Paradigma der Begierde wird, da nichts sie mehr satt machen kann.

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Neue Zürcher Zeitung, 18.03.2000
Nicht moralisierend wird hier über Opium- oder Alkoholsucht geschrieben, meint "upj" in einer Kurzbesprechung; vielmehr geht es um die Frage, ob "Glück" ein neurologischer Zustand sei, der ganz einfach mit Neuropharmaka erreicht werden kann. Die Autorin beschäftigt sich ausführlich, so die Besprechung, mit dem Unterschied zwischen einem Glück durch Drogen und einem, dem eine "Anstrengung vorausgeht". Unersättlichkeit, und damit Sucht, entstünde nur dort, kolportiert "ujp", wo Glück als chemisch leicht erreichbares Gefühl "wertlos und leer" geworden ist.

© Perlentaucher Medien GmbH

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