... aber spätestens mit der letzen Geschichte hat die Autorin mich als Leser verloren.
Zuerst mal das allgemeine:
Eine Freundin hatte mir von dem Buch erzählt. Obwohl es ihr nicht gefallen hat, hab ich mir die Rezis und die Leseprobe angesehen und gedacht, ein Versuch kann ja nicht schaden, es scheint ja auch viele positive Meinungen zu dem Buch zu geben.
Leider kann ich mich diesen nicht anschließen.
Der Stil der Autorin erscheint mir in seiner Ausdrucksweise oft recht platt, bei den wenigsten Szenen würde ich sagen, dass sie außergewöhnlich gut geschrieben sind.
Insgesamt umfasst diese Sammlung vier Kurzgeschichten, die allesamt Erotik mit einer möglichen tieferen Botschaft verbinden sollen.
Bei der Botschaft wie den vorhandenen Praktiken liegt die Schönheit vermutlich im Auge des Betrachters. Wer hiermit generell wenig Anfangen kann, wird durch dieses Buch wahrscheinlich nicht auf den Geschmack gebracht werden, wem's gefällt, der findet hier vielleicht einige neue Anregungen oder sogar Stoff für eine weiterführende Diskussion.
Mir persönlich hat die dritte Geschichte noch am besten Gefallen (3 Sterne), die ersten beiden kriegen von mir jeweils 1,5 bzw. 2,5.
Nun zur letzen Geschichte:
Wie der Titel andeutet, geht es hier um ein allgemein recht sensibles Thema. Ich will nicht behaupten, dass es unmöglich ist, daraus eine gute erotische Geschichte zu machen, aber leider ist dies der Autorin meiner Ansicht nach überhaupt nicht gelungen.
Totaler Kontrollverlust als Teil eines erotischen Spiels ist für mich eine Sache.
Eine absolute Verhohnepiepelung des Vorgangs eine andere.
Ohne dem geneigten Leser zuviel zu verraten kann ich glaube ich folgende Aussage treffen:
Wenn mit die erste und einzige Sorge einer Frau in dieser Situation (bei der sie noch nicht weiß, dass es ein Spiel ist), lautet, dass doch hoffentlich ihre Frisur nicht allzu sehr leidet *hachgottchen* und das doch bitte ihre Intimrasur noch gut aussehen soll... sorry, aber spätestens an der Stelle hat die Autorin bei mir jeden Anspruch darauf verloren, dass ich sie oder irgendeine tiefere Botschaft, die sie vielleicht rüberbringen will, ernst nehme.
Da kann mir auch keiner mehr was von Stockholm-Snydrom oder sonstwas erzählen. Eine gewisse Identifikation des Opfers mit den Tätern mag zuweilen möglich sein, aber ich empfinde es an dieser Stelle einfach als sehr schlecht ge- und beschrieben.
Der einzige Tiefgang, den ich an dieser Stelle noch wahrnehme ist ein ganz tiefes, sprich unterirdisches, Niveau.
Schade, aber ich werde wie gesagt keine Bücher mehr von dieser Autorin lesen. Denn um das Lieblingszitat einer Bekannten zu verwenden:
"Das Leben ist zu kurz für schlechten Schweinkram" :-)