Eigentlich ist das Buch ja, glaube ich, für Frauen konzipiert, es geht jedenfalls nur um die Geschichten von Frauen. Aber bei den meisten Protagonistinnen (manche sind auch lesbisch) tauchen natürlich auch Männer in der Erzählung ihrer Erlebnisse auf.
Es ist schon faszinierend, wie unterschiedlich BDSM gelebt werden kann, wie verschieden auch die Sehnsüchte und Wünsche sind. Manches klingt wirklich krass, anderes ganz nachvollziehbar und irgendwie - zärtliche. Meistens geht es ja doch auch um den Wunsch nach Liebe und Partnerschaft. Auffällig ist auch, wie wichtig es für die meisten Frauen ist, so akzeptiert zu werden und so sein zu dürfen, wie sie sind. Manche der Frauen sind geoutet, was gerade unter den Jüngeren offensichtlich überhaupt nicht als problematisch wahrgenommen wird, manche allerdings auch nicht. Und bei denen spürt man schon den Leidensdruck, denn die Heimlichkeit oder die gelegentliche Ablehnung mit sich bringen. Aufklärung ist also durchaus von Nöten!
Cornelia Jönsson schreibt das Buch in einem sehr farbigen, präzisen und einfach schönem Stil, baut die einzelnen Geschichten dramaturgisch gut auf, wie man es eben von ihr gewohnt ist. Ein Pluspunkt ist auch, dass die Form der Portraits variiert. Manche Texte sind wie Interviews geschrieben, andere wie Reportagen, wieder andere fast wie Erzählungen oder Kurzgeschichten. Dadurch wird es nie langweilig.
Absolut empfehlenswert für jeden BDSMer und alle, die gerne mal über den eigenen Tellerrand schauen!