Der Titel klingt nach Lebens-Ratgeber und Leitfaden. Um es vorweg zu nehmen: Diese Erwartungshaltung wird nicht erfüllt.
Tatsächlich stellt die Schrift über weite Strecken eine Abrechnung mit Regimen, Egoismus und Ellbogengesellschaft dar. Die Rede ist von Lust-Unlust-Ökonomie, die in der Gesellschaft häufiger in Unlust oder "Lustbefriedigung ohne Leistung" ausartet. In seinen weit ausholenden "Rundumschlägen" kritisiert Cube Dekadenz und Lotterleben, mittels plakativem, gebetsmühlenartigem Wiederholen augenscheinlicher physio-psychologischer Gesetzmäßigkeiten. Die dauernde Verwendung des Begriffes "Flow" erinnert an die Breviere großer Gurus, wie Lon Hubbard, Moon, Bhagwan und Co. Selbst die Anwendung der deutschen Sprache ist holprig, z.B. wenn gesagt wird: "Anerkennung ist eine humane Form aggressiver Triebbefriedigung". Unabhängig von der damit getroffenen, inhaltlichen Aussage, dass Aggression auch positiv belegt sein kann, ist wohl eher gemeint, "Anerkennung ist eine humane Form der Befriedigung aggressiver Triebe".
Cube, der sich in der Schrift gerne selbst zitiert(!), klagt so ziemlich alles an, was sich nicht wehren kann. Beispiel: Die Sozietät selbst (ein weiterer, gerne und permanent benutzter Begriff), also die Gemeinschaft als Ganzes, ist Opfer der (von ihm so genannten) "Lustabschöpfer", also der Politiker und der Wirtschaft und damit auch der Führungskräfte. Solche Thesen sind populistisch und tragen zur Seriosität der Schrift nicht bei!
Positive Handlungsanleitungen bleiben annähernd gänzlich aus. Lediglich weitere Schriften werden in dieser Sache zitiert (z.B. Hermann Simon: Die heimlichen Gewinner).