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Lust und Laster
 
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Lust und Laster [Taschenbuch]

Evelyn Waugh
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 240 Seiten
  • Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 5., Aufl. (Oktober 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257211740
  • ISBN-13: 978-3257211740
  • Größe und/oder Gewicht: 17,9 x 11,3 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 43.358 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 28.10.2003
In seinem Gesellschaftsroman "Lust und Laster", der anlässlich des hundertsten Geburtstags des Autors in einer Neuausgabe erschienen ist, entwickelt Evelyn Waugh (1903-1966) eine Art Typologie der Partys im London der Zwanziger Jahre, berichtet Lothar Müller. Der Katholik und Reaktionär Waugh, der dem modernen Roman die kalte Schulter gezeigt habe, treibe darin seine Lust am "ästhetisch Halbseidenen in der Mimikry mit dem Gestus des Klatschreporters ins Manierierte". Er lasse seine exzentrischen, moralisch zweideutigen Figuren um den Mahlstrom geistiger Leere kreisen, eine nach Müllers Ansicht "zeittypische Größe", die in der europäischen Zwischenzeit mit Visionen einer neuen Orthodoxie gefüllt worden sei. Im Falle Waughs mit Katholizismus. George Orwells Urteil, wonach Katholiken keine guten Romane schreiben könnten, sieht Müller durch Waughs Romane nichtsdestoweniger widerlegt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Pressestimmen

"Es ist nie zu spät, Waugh zu lesen und wiederzulesen." (Time)

"Waugh hat in seinen frühen Romanen das beschrieben, was er am besten kannte: das hedonistische Treiben der müßigen Klassen und Cliquen im London der zwanziger Jahre. Waughs burleske Gesellschaftssatiren sind moralfrei, ohne Zugeständnisse an Idealismen welcher Art auch immer, sein Dialogwitz ist stilisiert und auf die Spitze getrieben. Waugh lesen. Never a dull moment." (tip)


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Faszinierendes Gesellschaftsbild, 27. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Lust und Laster (Taschenbuch)
Adam ist verliebt in Nina. Nina ist sich nicht ganz sicher, aber meint, immerhin einmal kurz in Adam verliebt gewesen zu sein.
Das mit der Hochzeit klappt trotzdem nicht so recht wie es soll...

Zu "Lust und Laster" eine Inhaltsangabe zu schreiben ist irgendetwas zwischen schwer und unmöglich. Immerhin erklärt das, warum man auch sonst nirgendwo eine findet.
Evelyn Waugh skizziert in seinem zweiten Werk ein überspitztes Bild der Partygesellschaft Englands in den 20er Jahren. So ist es nicht verwunderlich, dass das gesamte Buch wie ein grotesker Vergleich mit einer ausgelassenen Feier aufgebaut ist:

Es beginnt chaotisch mit einer Schiffsfahrt, auf der allerhand Personen vorgestellt werden von denen man sich als Leser aber noch keinen einzigen Namen merken kann - ganz ähnlich wie auf einer Party mit lauter fremden Gästen anzukommen.
Bereits dort wird das auf die Spitze getriebene, ironische Bild deutlich, dass Waugh von der Gesellschaft hat: junge Frauen mit Namen wie "Destiny" und "Charity" tragen konsequent das ganze Buch über Engelsflügel, der Prediger ist eher scheinheilig als gottesfürchtig und betrunkene Männer unter Deck versuchen um jeden Preis ihre Seekrankheit für sich zu behalten um sich in der Öffentlichkeit von ihrer besten Seite zu präsentieren. Alles eher Schein als Sein.

Adam, der vom Pech verfolgte Schriftsteller, erlebt auch gleich nach dem Anlegen des Schiffes in England seinen ersten Rückschlag aus einer Reihe von unglücklichen Zufällen: sein Manuskript wird ihm von einem übereifrigen Zollbeamten abgenommen und verbrannt. Damit ist seine gesamte Arbeit der letzten Monate dahin und er ab sofort Mittellos. Nicht einmal seine geliebte Nina kann er nun noch heiraten weil ihm das Geld fehlt.

Dennoch nimmt die Party ihren Lauf. Folgend stolpern und torkeln die verschiedenen Charaktere - darunter immer wieder Adam, Nina und ein betrunkener Major sowie der Minister - von einem Schauplatz zum nächsten. Wilde, dekadente Partys auf denen eigentlich niemand Freunde hat und die Presse hinter jeder Gardine lauter, prägen das Bild des mittleren Teils des Buches. Geradezu schmerzhaft dämlich agieren die Protagonisten und geraten in Situationen, von denen man beim Lesen schon Kopfschmerzen bekommt. So bleibt es nicht aus, dass man sich irgendwann dem exzessiven Spaß hingibt und von Seite zu Seite mehr lachen muss. Der spitzfindige Sarkasmus und die maßlosen Übertreibungen treiben letztendlich auch dem Leser die Tränen vor Vergnügen in die Augen.

Den Höhepunkt der Geschichte stellt dann ein komplett außer Kontrolle geratener Tag bei einem Autorennen dar. Um wieder den Vergleich mit einer Party zu ziehen: hier ist der Punkt erreicht, wo man so betrunken ist, dass der Spaß so langsam im Schwindel und Übelkeit umschlägt. Man weiß praktisch, dass nun Schluss sein sollte... aber fragt sich zugleich, ob nicht noch wenigstens ein weiteres Glas ginge...?
Evelyn Waugh lässt in seiner Geschichte noch eine ganze Flasche folgen.
Beim Autorennen gibt es Tote, die wenig betrauert werden, ist es wichtiger sich ein Glas Sekt zu sichern und eine Zigarette zu rauchen als verantwortungsvolle Aufgaben wahrzunehmen und letztendlich steigt eine betrunkene Frau in eines der Rennautos und fährt mit Volldampf davon - bis sie unsanft von einer Steinstatue gebremst wird.

Durch den Unfall kündigt sich dem Leser so langsam das böse Erwachen am Morgen nach der Party an: leisere Untertöne werden hörbar, das Lachen bleibt einem so langsam im Halse stecken. Denn so schön und lustig das unbekümmerte, exzessive Partyleben auch sein mag - auf Dauer kann die Falschheit und perfide Lüge über den Frohsinn nicht aufrechterhalten werden. Waugh unterzeichnet damit das Todesurteil der typischen Gesellschaft der 20er Jahre und führt uns vor Augen, wie zerbrechlich die heile Welt der Dekadenz eigentlich ist. Auch Adam und seine Nina erwartet ein ernüchterndes Ende ihre Liebelei... aber mehr soll hier nicht verraten werden

Mir persönlich war das Ende etwas zu abrupt, etwas zu ernüchternd, sodass ich leicht perplex und unzufrieden das Buch zuklappe. Dennoch habe ich es sehr genossen "Lust und Laster" zu lesen weil es sowohl unanständig lustig als auch tieftraurig und erschreckend ist - wenn man sich denn traut hinter die Fassade zu blicken.
Definitiv eine Empfehlung für alle, die sich an Gesellschaftskritiken, den 20er Jahren, verrückten Geschichten und Wortwitz á la Oscar Wilde erfreuen können!
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