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Lust [Taschenbuch]

Elfriede Jelinek
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

2. Januar 1992
Seit Aids ins letzte Alpental vorgedrungen ist und «die infiziert, die in der Liebe für den Wechsel sind», muß der Fabrikdirektor auf Partnertausch und Prostituierte verzichten und wieder auf seine Frau Gerti zurückgreifen. Gerti will den sexuellen Attacken entfliehen, der routinemäßigen, langweiligen, tödlichen Wiederholung des Immergleichen. Sie ist oft abgängig, landet, bisweilen betrunken, auf der Gendarmerie. Ihre Sexualität kann sie nicht ausleben als Mutter; Mutterschaft und Sexualität löschen einander aus. Gerti verliebt sich in das Götterbild Michael, einen Studenten, der sie auf einer ihrer Fluchten aufliest, nach allen Regeln seiner jungen Aufreißer-Kunst verführt und demütigt.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 13 (2. Januar 1992)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499130424
  • ISBN-13: 978-3499130427
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 94.333 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

´Lust´ (Der SPIEGEL )

Über den Autor

Geboren am 20.10.1946 in Mürzzuschlag (Steiermark), studierte in Wien Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Musik. Ausbildung zur Organistin, seit 1966 freie Autorin. Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1989 den Würdigungspreis der Stadt Wien für Literatur, 1998 den Georg-Büchner-Preis, 2002 den Theaterpreis Berlin und den Heinrich-Heine-Preis. Im Oktober 2004 folgte schließlich der Literatur-Nobelpreis.Jelineks Texte zeigen manipulierte Existenzen in entindividualisierender Gesellschaft, bestimmt durch falsche Glücksvorstellungen. "Wir sind Lockvögel, Baby" zeigt das Nebeneinander von Sprach- und Bewusstseinsmustern in der Gesellschaft. Den geschlossenen Zusammenhang des traditionellen Romans parodierend, verwebt Jelinek in einer Pseudohandlung die sprachlich-ideologischen Muster eines Heimatromans mit Porno- , Comic- und Horrorelementen. In "Michael. Ein Jugendbuch für die Infantilgesellschaft" entlarvt sie Schablonen und Stereotypen von Medienhelden, indem sie im Stil scheinbarer Naivität diese der Wirklichkeit derer gegenüberstellt, die aus dem Fernsehen ihre Orientierung und Sehnsüchte beziehen. In "Die Liebhaberinnen" werden in schonungsloser Satire Lebensumstände und Bewusstsein zweier unterprivilegierter «Schicksalsträgerinnen» vorgeführt. "Totenauberg", ein Stück über die Philosophen Martin Heidegger und Hannah Arendt, in dem das «urdeutsche Wortgeklingel» Heideggerscher Dunkelheiten zur Kenntlichkeit entstellt wird. "Oh Wildnis, oh Schutz vor ihr"' ist zugleich eine Absage an modische Naturmystik wie der Versuch einer Satire auf Erscheinungen des Kulturbetriebes. Mit der Erniedrigung der Frau beschäftigt sich der Roman "Lust". Am Beispiel trostloser Sexualität wird die ausbeutende Gewalt von Männern über Frauen geschildert. Ein von der Kritik zwiespältig aufgenommener Roman voller Sprachexperimente, der das große stilistische Können der Autorin dokumentiert.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
30 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Beschreibung einer kaputten Welt 28. Juli 2003
Von zueribueb TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Elfriede Jelineks Buch "Lust" aus dem Jahr 1989 trägt interessanterweise - trotz 250 Seiten Umfang - nicht die Gattungsbezeichnung "Roman". Dies ist bezeichnend, denn es fehlt praktisch jegliche Handlung. Irgendwie geht es um Gerti sowie um den Direktor (ihren Ehemann), das Kind (ihren Sohn) und den Studenten Michael (ihren Liebhaber). Die Figuren sind völlig unpersönliche, blutleere Stereotypen: Gerti, die Frau, die sich ausnützen und unterdrücken lässt und dies nur betrunken erträgt. Der Direktor, der die ständig verfügbare Gerti nur sexuell benützen und seine Potenz ausleben will. Das verwöhnte Kind, ein Abbild des Vaters. Der Student, der idealisierte romantische Held, der sich auch lieber befriedigen lässt, statt Liebe zu geben, und schliesslich das Skifahren der Frau vorzieht. Da dem Buch klare Handlung und Figuren fehlen, erfordert das Lesen äusserste Konzentration, um den Gedankengängen der Autorin folgen zu können, was das Lesen sehr anstrengend und mühsam macht. "Lust" ist somit wirklich keine leichte Kost und wäre als Hörbuch sehr viel besser.
Jelinek beschreibt gnadenlos und unbarmherzig eine völlig kaputte, gefühlskalte, sexuell aufgeladene Welt. Die heile Welt der österreichischen Alpen ist dabei alles andere als heil. Die alltäglichen Perversionen liegen ganz dicht unter der winterlichen Schneedecke. Infolgedessen beschreibt die Autorin, immer wieder in neuen Variationen wiederholend, sexuelle Handlungen und sexuelle Gewalt. Diese Beschreibungen, welche ideologische Verfremdungen von sexistischen Pornos darstellen, loten ständig die Grenzen des guten Geschmackes aus. Jelinek beweist mit "Lust" erneut ihre ungeheure Sprachgewalt. Für die Beschreibung von Sexualität gebraucht sie verschiedenste, fantasievolle und auch völlig ungewohnte Metaphern, welche den sarkastischen und zynischen Grundton des Buches erst richtig verstärken.
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29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wahrheit oder Wahn? 23. Januar 2005
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Es gibt Autoren, die ihren Ruhm ihrer Misantrophie verdanken und deren Bücher verschlungen werden, weil es ihnen gelungen ist, den Gestus des gnadenlosen Niedermachens als höchste Seinsweise der kritischen Aufklärung zu deklarieren. Elfriede Jelinek hat gezeigt, dass man mit dergleichen Literatur bei entsprechend ausgerichteten Juroren sogar den Nobelpreis erhalten kann. Allerdings wird man ehrlicherweise hinzufügen müssen, dass bei Elfriede Jelinek die Misanthropie sich mit einer Sprachkraft verbündet, die turmhoch über allen Alltäglichkeiten des deutschsprachigen Literaturbetriebes angesiedelt ist. In „Lust" ihrem vielleicht bekanntesten Werk, weiß man nicht, ob man von der Sprache gefesselt oder angewidert sein soll - auf jeden Fall ziehen die zunächst recht sperrigen aber ungemein poetischen Sätze den Leser von Anfang in ihren Bann. Im Mittelpunkt des Buches steht der Direktor einer niederösterreichischen Papierfabrik, der seine Frau Gerti permanent vergewaltigt. Wann immer es dem Herrn Direktor gefällt, „stülpt er die Gerti über die Vordersitze, schlägt ihr das Kleid über den Kopf und bezwingt ihre Hinterbacken, so das er gleich über den grob unbefugten Damm in ihr Inneres eindringen kann. (...)Mit dem Gesicht zuerst wird die Frau in die Autopolster gepresst, als läge Schlummer in diesen Lederschatten verborgen. Die Beine hängen ihr rechts und links aus der offenen Türe heraus" - und so weiter und so weiter, und so weiter, bis man es fast nicht mehr lesen kann und doch gefesselt ist von der Sprachwucht mit der Jelinek diese Hölle in immer neuen, zum Teil kuriosen Wendungen beschreibt. Da fällt der Herr Direktor „krachend in das Geschlecht seiner Frau", „donnert sein D-Zug in ihren Tunnel", es werden „Schamlippen auf- und zugeklappt", am Kitzler gezurrt, gepisst und fäkaliert, dass niemandem empfohlen werden kann, dieses Buch im Umkreis einer Mahlzeit zu lesen. Gerti, gefangen in der Beschränktheit ihrer Welt, erduldet dieses Martyrium so gut sie nur kann, versucht vergeblich zu einem andern Mann zu flüchten, der sie auf das Widerlichste abweist („Unterhalb der Gürtellinie sind wir Männer alle gleich"), ehe sie ihren kleinen Sohn, einen ekelhaften Klon des Vaters, ermordet und in einen Fluss wirft. Diese Geschichte ist aber nur die Hauptstimme in einer Partitur, in der noch zahlreiche andere Motive anklingen - vor allem das Elend der Fabrikarbeiter und ihrer Familien, die sich abrackern müssen, damit der Herr Direktor jederzeit lustvoll und derb „sein Szepter schwingen" und seiner Frau „an die Ritze" gehen kann. Diese Arbeiter, Dörfler und Hintersassen „schauen verdattert in die Löcher ihrer Frauen, die das Leben gerissen hat, ja, sie erschauern, als wüssten sie schon: die Schachtel ist längst leer, die ihnen seit Jahren die Körnenr austreut." Nur eines haben der Direktor und seine Arbeiter gemeinsam: den Gestus einer habituellen Flucht in die Akrobatik der „Lust", die rein gar nichts mit Liebe zu tun hat sondern ein in ihrer Wiederholung nichts weiter ist als eine unendlich traurige Form des „Herumfuhrwerkens an den gegenseitigen Geschlechtsorganen". Ratlos und bewegt legt man dieses Buch schließlich aus der Hand, hat man doch in einen Abgrund blicken können, von dem man allerdings nicht recht weiß, ob er nur in Elfriede Jelineks
Einbildung oder in der Wirklichkeit existiert.
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34 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Buch gegen den Chauvinismus 28. Juni 2004
Von Christian von Montfort HALL OF FAME REZENSENT
Format:Taschenbuch
Dieses Buch hat eine interessante Konstellation, weshalb ich hier, sorry, etwas aushole... :-) Die bekannte Autorin Jelinek erzählt von dem feisten Fabrikdirektor Hermann, wie er immer wieder seine Frau Gerti durchnimmt. Es ist durchgehend sehr konkret, eigentlich pornografisch, und das Buch streift sexuelle Tabus, wenn z.B. der Natursekt fließt oder Gerti mal auf dem frisch gedeckten Mittagstisch genommen wird - und dabei teilweise im Essen liegt bzw. liegen muss.

Was soll das nun bedeuten? Das Lesen ist zunächst mal nicht so einfach, da fast nur in Metaphern gesprochen und gedanklich oft gesprungen wird. Da steht Gerti am 'Abhang ihrer Tage', in der Fabrik 'schreien die Uhren', oder Hermann fährt 'seinen wilden Karren in den Dreck der Frau'. Es wimmelt von Aussagen, die sich, wenn man will, Satz für Satz interpretieren lassen. Das Buch ist ein Relikt der Frauenbewegung vom Ende der 80er, und Jelinek hat u.a. das Ziel, durch die extreme Überzeichnung des Pornografischen bis ins Unerträgliche den männlichen Chauvinismus bloßzustellen. Es wird keine Geschichte erzählt, sondern ein Zustand beschrieben. Hermann benutzt seine verhärmte Gerti wie ein Objekt. Er befriedigt sich, sie hält hin, und sie tut das, weil sie finanziell von ihm abhängig ist. Letztlich ist diese Ehe nur eine andere Form der Prostitution. Und der Produktion, denn Gertis Aufgabe ist auch die der 'Kinderproduktion'.

Und damit sind wir bei der interessanten Parallele zu Hermanns Chemiefabrik im österreichischen Linz. Seine Arbeiter, ebenfalls finanziell von ihm abhängig, behandelt er nämlich auch schlecht und nutzt sie aus. Sie stellen ihre Arbeitskraft bzw. Körper zur Verfügung, und prostituieren sich so gesehen auch. Hermann, der Chauvinist, ist auch ein rücksichtsloser Kapitalist. Gerti versucht auszubrechen, in dem sie eine kurze Liaison mit einem Studenten eingeht, doch die Männer sprechen sich ab, halten zusammen. Die Frauen hingegen denken nicht daran, loyal um Emanzipation zu kämpfen. Sie machen sich hübsch und konkurrieren lieber mit Gerti - wobei sie alle in die gleiche Abhängigkeitsfalle fallen. Gerti fühlt sich wehrlos wie ein Arbeiter: Hermanns (amouröse) Wettbewerber sind keinen Deut besser, und der (weibliche) Konkurrenzdruck hoch. In stiller Verzweiflung kommt es schließlich zur "Ein-Frau-Revolution" bzw. zu einer Kurzschluss-Handlung: Gerti bringt ihren eigenen Sohn, den Mann und Kapitalisten der nächsten Generation - um.

Fazit: Arbeiter und Frauen, vereinigt Euch! :-) Das Buch ist sehr abstrus und provozierend geschrieben - aber es hat Tiefe. In Sprache und Konstruktion ist es ein literarisches Experiment, dessen Lesespaß stark vom persönlichen Geschmack abhängt, doch ich fand es interessanter als bislang hier bewertet!

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1.0 von 5 Sternen Schauderhafte Lektüre
Wer selbstverliebtes Intellektuellengeschwätz mag, der hat bestimmt Freude an dem Buch. Ich habe es dem Papierkorb anvertraut ... Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von Renate Blaes veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Schwere Kost
Schwere Kost. Richtig schwere Kost.

Es bedurfte mehr als nur eines Anlaufs, über die unerträglich drastisch und deutlich beschriebenen Handlungen des... Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von Bücherwolf veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen fast unlesbar
die story an sich ist sehr interessant und auch die sprachgewalt der autorin spürt man in diesem buch in ganz besonders großem ausmass. Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von esc veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Wo sind bei Amazon die Minussterne?
»Diese Landschaft ist recht groß, das muß gesagt werden, eine lockere Fessel um unser Schicksal, das im Nebel liegt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. August 2010 von G. J. Matthia
3.0 von 5 Sternen Von der Lust an der Unlust
Nachdem ich vor einigen Jahren "Die Klavierspielerin" mit viel Freude gelesen habe, bin ich nun an den Roman "Lust" von Elfriede Jelinek geraten. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. April 2010 von Gizmo
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Wie fange ich eine adäquate Kritik zu diesem Buch bloß an. Sagen wir mal so, die letzten Romane, die ich vor "Lust" gelesen habe, waren Unendlicher Spaß: Infinite... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Oktober 2009 von Spaddl
5.0 von 5 Sternen Sprachgewaltig
Dies ist ein faszinierendes und sprachgewaltiges Werk von Jelinek. Das erste, das ich von ihr gelesen habe und ich bin hellauf begeistert. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 6. Juli 2009 von homer_4_president
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Veröffentlicht am 21. Dezember 2007 von Daniel Power
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Durch die Klavierspielerin zu einem "Jelinek-Freund" geworden, sind seit Beendigung dieses Buches ein paar Zweifel aufgetreten. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 8. November 2007 von deathdealer92618
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Frau Jelinek lebt in einer entsetzlichen Welt. Die "Heldin" von "Lust" wird täglich, auch mehrmals, von ihrem Ehemann vergewaltigt, was Seite für Seite endlos in sich... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. August 2007 von Ocean
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