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Rezension bezieht sich auf: Lust in Beziehung: Einführung in die Syndyastische Sexualtherapie (Taschenbuch)
Mit dem Syndyastischen Ansatz versuche die Autoren mal wieder eine Brücke zuschlagen zwischen der Paartehrapie und der Sexualtherapie. Im Erleben von vielen Paaren und auch im Kopf zu vieler Paartehrapeuten sind Beziehung und Sexualität doch noch recht weit voneinander entfernt.Die Autoren leisten hier eine, wie ich finde, wirklich bemerkenswerte Grundlagenarbeit. Zu schauen, wie Erfüllung von Grundbedürfnissen, Begegnung der "Seelen" und Sexualität miteinander interagieren macht Sinn. Interessant ist, dass die Autoren die Existenz eines "One-night-stand-Burn-out" postulieren. Ob dies wissenschaftlich zu erhärten ist, wird sich zeigen, aber der Hinweis, dass einseitig auf Sexualität fokussierte Begegnungen die Partner seelisch auszehren, ist in jedem Fall bedenkenswert. Im praktischen Teil fällt das Buch aber sehr zurück. Vom revolutionären Ansatz bleibt nicht viel mehr als eine light-Version klassischer Sexualtherapie nach Masters und Johnson. Er Syndyastische Fokus ist zwar zu erkennen, aber es fehlt der Biss, ihn auf die Spitze zu treiben. So bleibt dann vieles im Nettgemeinten stecken. Grundsätzlich gäbe es die syndyastische Idee her, die Sexualtherapie auf ein neues Fundament zu stellen, und sie von der biologisch normativen Sichtweise der Pioniere zu befreien. Diese Chance ist leider vertan worden. Auch weil eine entsprechende Auseinandersetzung mit Masters und Johnson fehlt. Das Fallbeispiel auf Seite 91 bis 94 enthält auch einen häufigen, nettgemeinten Kunstfehler. Es wird übersehen, dass die dreijährigen sexuellen Schwierigkeiten an dem Mann augenscheinlich auch ihre Spuren hinterlassen haben. Die Symptome sind aus der Falldarstellung ersichtlich, werden aber vom Therapeuten nicht aufgenommen, während das Partnerprobleme an der Frau behandelt wird. Diese Zuschreibung, die wohl vom Paar angeboten wurde, ist vom Therapeuten vorschnell gefressen worden. Das der Mann im Fallbeispiel in die Statistenrolle rutscht mag daran liegen, dass das Kapitel die Überschrift "... sexuelle Funktionsstörungen bei der Frau" trägt. Dann ist aber das Beispiel unglücklich gewählt. Auch das passt leider wieder in die Kategorie "nettgemeint". (Fachlich bleibt dann noch die Frage, wie weit man sexuelle Störungen überhaupt als Eigenschaft eines Partners sehen kann oder ob man nicht allen Beteiligten einen Gefallen tut, wenn man sie als Eigenschaft der Beziehung versteht.) Fazit: Der Ansatz ist wirklich bedenkenswert. Es bedarf aber noch eines Autoren, der den Schneid hat, das Konzept wirklich auf die Spitze zu treiben. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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