Der dritte Fall von Detective Kevin Byrne und Detective Jessica Balzano vermag wie seine Vorgänger zu fesseln, ist sogar noch ein bisschen besser. Richard Montanari schafft es wieder einmal, atemlose Spannung zu erzeugen und den Leser bis zum aufreibenden Ende in die Irre zu führen.
Kurze Kapitel, teilweise aus Sicht des Mörders geschrieben, erzeugen einen schnellen Lesefluss und da der Leser den Ermittlern immer ein Stück voraus ist, ist die Spannung sehr hoch.
Nach den ersten Kapiteln fällt auf, dass der Klappentext des Buches in die Irre führt, denn nicht die Hauptverdächtigen des Mordfalles werden plötzlich alle nach und nach getötet, sondern wurden schon im Laufe von mehreren Jahren von einem Unbekannten ermordet. Der Zusammenhang der Fälle erschließt sich erst im Laufe der Geschichte, denn es gibt offenbar eine Verbindung zum zweiten Handlungsstrang des Buches. Ein Kollege der Detectives wird am Abend seines letzten Arbeitstages ebenfalls ermordet, doch niemand kann zunächst ein Motiv erkennen.
Anfangs konzentrieren sich Kevin und Jessica auf ihren Frauenmörder, denn es tauchen immer mehr tote, auf seltsame Weise arrangierte Leichen auf. Fieberhaft suchen sie nach einer Spur, doch sie scheinen auf der Stelle zu treten. Als sie kurz vor dem Durchbruch zu stehen scheinen, wird Jessica zu ihrem Ärger von dem Fall abgezogen, um ihre Kollegen bei dem Mordfall des toten Detectives zu unterstützen. Bereits kurze Zeit später ist ihr klar, dass ihr toter Kollege private Ermittlungen anstellte, um einen noch ungeklärten Fall von Kindesmord zu lösen. Und dieser Fall führt sie auch zu dem gesuchten Frauenmörder und in höchste Gefahr!
Bis zum gelungenen und perfekt durchdachten Ende ist nicht klar, wer hinter den Frauenmorden steckt und somit gibt es noch die eine oder andere Überraschung, bis man schließlich gänzlich aufgeklärt wird. Trotz der brutalen Morde, gelingt es dem Autor nicht allzu blutig und grausam zu schreiben und sich auf die ausgeklügelten Gedankengänge seiner Protagonisten zu konzentrieren. Selbst die "Bösen" in der Story sind auf ihre Art sympathisch und man kann ihre Motive nachvollziehen.
Die Idee, Märchen von Hans Christian Andersen in diesen Thriller einzubauen, ist genial und virtuos gelungen. Trotz der Morde gelang es Montanari, die ursprüngliche Wirkung der Märchen nicht zu zerstören.
Ein gelungener Thriller voller Spannung, der aber auch auf angenehme Weise das Privatleben von Byrne und Balzano behandelt. Byrne kämpft neben dem harten Job mit Schuldgefühlen und kapselt sich ab, während Jessica Balzano sich mit einem Babywunsch auseinandersetzt.
Ein weiterer Fall des sympathischen Ermittlerduos, dessen Lektüre sich auf jeden Fall lohnt!