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Lunar Park: Roman
 
 

Lunar Park: Roman (Taschenbuch)

von Bret Easton Ellis (Autor), Clara Drechsler (Übersetzer), Harald Hellmann (Übersetzer)
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 464 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (1. September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453675215
  • ISBN-13: 978-3453675216
  • Originaltitel: Lunar Park
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 24.040 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Vollkommen anders als alles, was Ellis bisher geschrieben hat." (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)


Kurzbeschreibung

Das glanzvolle Comeback des Kultautors von "American Psycho"

Zunächst fasst Autor und Protagonist Bret Easton Ellis sein bisheriges Leben zusammen: Er erzählt von seinen Romanen, von den Menschen, die in seinem ausschweifenden Leben eine Rolle spielten, von seinem unerträglichen Vater. Doch irgendwann vermischen sich Fiktion und Realität, seltsame Dinge geschehen und aus dem Familienroman wird ein Horrorszenario à la Stephen King.


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24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Köstliche Farce, 22. August 2007
Von Roland Freisitzer "freisitzer" (Vienna, Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Bret Easton Ellis ist ein ziemlich unberechenbarer Autor; einer, der mit der amerikanischen Literaturszene (scheinbar) persönliche Probleme hat. Ein Autor, der sich nicht festnageln lässt. Manches ist sehr gut (American Psycho und Unter Null), anderes so-so (Rules of Attraction und Die Informanten). Jetzt "Lunar Park", stilistisch ganz anders als alles bisher von Bret Easton Ellis geschriebene. Vor allem darf man nicht in die Falle tappen und dieses Buch als ernsten Versuch werten, einen Horrorthriller zu schreiben.
Dieser Roman beginnt wie eine Autobiografie, zuerst zitiert der Autor die Anfangssätze aller seiner Romane. Dann schaut er übertrieben selbstverliebt auf seine Anfänge zurück, wobei sich hier schon die Wahrheit von der Fiktion kaum mehr unterscheiden lässt. Dann erst beginnt praktisch der Roman.
Bret heiratet Jayne und lebt mit dem gemeinsamen Sohn und Jaynes Tochter in der Elsinore Lane (ein den Autor verachtender Golden Retriever mischt auch mit). Was durch das plötzliche Familienleben des Autors oder Protagonisten Bret losgetreten wird, ist skurriler Lesespaß pur.
Patrick Bateman (der Protagonist aus American Psycho) beginnt Bret mit unvorhergesehenen Begegnungen zu quälen, eine Mordserie mit Anleitung American Psycho beginnt, eine übertrieben lächerliche Aufarbeitung des Vater-Problems, eine Eheberaterin, die Bret Dr. Fajita nennt, ein Teddy wird zur Bestie (die auch Pferde zerfleischt), Dinnerparties bei den Nachbarn mit Joints, Elternsprechabend, eine verschwundene (noch nicht) Geliebte, nicht besonders helle Polizisten mit den Namen O'Nan und Boyle...
Ich glaube, Bret Easton Ellis hatte viel Spaß beim Schreiben von Lunar Park. Sein ironischer Blick ist überall, er macht sich über vieles lustig, was in Amerika heilig ist. Vor allem aber scheut er nicht, sich selbst auch knallhart auf die Schippe zu nehmen.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Ellis wird erwachsen, 12. November 2007
Von Niclas Grabowski "niclas grabowski" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Dieses Buch wird Fans von Ellis in der Regel nicht gefallen. Lunar Park wird auch vielen Lesern nicht gefallen, die sich noch nicht mit Ellis beschäftigt haben. Trotzdem ist es ein toller Roman. Warum?

Ellis bisherige Bücher leben oft von einer Mischung aus Sex und Gewalt, die durch eine Kritik am aktuellen Zeitgeist ergänzt werden. In Glamorama, American Psycho, Unter Null und Unwiderstehtlich werden Menschen vorgeführt, die die oberflächlichen Zielstellungen unserer Gesellschaft exessiv ausleben bis zur Selbstzerstörung und dann ihre Umgebung mit sich reissen. Kennzeichen der Protagonisten ist ein extremer Selbstbezug, der die Wahrnehmung der Umgebung trübt und die Romane oft surrealisitsch wirken lässt. Gewalt ist die Folge und das Ende der Entwicklung. Ellis gelingen wunderbar intensive Lese-Erlebnisse mit diesem Konzept.

Doch was passiert jetzt in Luna Park? Statt schillerndem Promileben in der Großstadt mit Sex und Drogen wird die traurige Geschichte einer Ehekrise in der Vorstadt erzählt, dem Protagonisten (ein berühmter Autor namens Ellis) gelingt es nicht einmal, eine seiner Studentinnen in Bett zu bekommen und die Gewalt erschöpft sich mit einigen toten Haustieren, einigen Kratzern im Vorzeigeheim und einer kurzen Referenz an Steven King am Ende. Gut, die Drogen gibt es noch - aber eher in Form einer traurigen Abhängigkeit. Rausch ohne Kick. Vielen Fans wird also etwas fehlen.

Dafür löst das Verhältnis des Protagonisten zum Autor zunehmend Fragen aus. Nicht nur besteht eine Namensgleichheit, der eigentlichen Erzählung geht auch ein Kapitel voran, dass die Lebensgeschichte des Protagonisten erzählt, und diese ist auch in vielen Punkten identisch mit der des Autors. Im ersten Drittel habe ich mir einen Spass daraus gemacht, im Internet nach den realen Informationen zu suchen, bis ich auf eine Website gestoßen bin, wo sich der Verlag (wahrscheinlich auch der Autor) wohl selbst über diesen Versuch lustig macht. Kurze Zusammenfassung: Wesentliche Punkte sind natürlich nicht real, man kann Protagonist und Autor deutlich unterscheiden, weshalb hier auch gerade keine verkappte Biographie vorliegt.

Der Inhalt erschließt sich - glaube ich - erst dann, wenn man mehrere der vorhergehenden Werke des Autors gelesen hat und diese in den Kontext des neuen Romans setzt. Ellis ist auch ein Autor, der die Qualen, denen Menschen in der heutigen Gesellschaft ausgesetzt sind, thematisiert. Gekauft werden seinen bisherigen Bücher aber wegen der Schockeffekte und dem Lesevergnügen. Lunar Park geht auf diesen Widerspruch ein, und mit diesem Buch schafft der Autor eine Distanz zu seinen bisherigen Werken, schwört vielleicht sogar seinem alten Ich ab. Insbesondere American Psycho wird mehrfach hier angesprochen, die Nachahmnung der dort enthaltenen Morde durch Leser ohne Verständnis für die Frage der Realität/Wahrnehmung wird thematisiert. Dem Leser ohne Kenntnis der alten Romane werden allerdings viele der Passagen, die sich mit der Rezeption seiner Werke befassen, emotional fremd bleiben. Wenn man aber die vorangegangenen Werke kennt, und bereit ist, sich mit ihnen auch inhaltlich zu beschäftigen, hat mein ein unglaublich spannendes Buch vor sich, in dem künstlerisches Schaffen, persönliche Entwicklung und das Verhältnis von Individuum und seiner Umgebung zu einer spannenden Geschichte verschmolzen sind.

In der Malerei sind viele Meisterwerke erst dadurch entstanden, dass der Maler seine Bilder wieder und wieder übermalt hat. Das alte Kunstwerk bietet die Leinwand, dass neue Kunstwerk gewinnt daraus erst die Komplexität und Balance, die die Faszination von Kunst ausmacht. Genauso geht Ellis hier vor. Er zitiert seine bisherigen Bücher und verfremdet diese. So sehe ich die Referenz auf Steven King (ein Kuscheltier greift an) als eine Parodie auf Szenen in Ellis eigenen Büchern.

Sehr schön und bewegend ist auch das Verhältnis zwischen Vater und Sohn, dass in mindestens zwei Ebenen erscheint. Hier scheint mit Ellis zum ersten Mal so etwas wie eine Erlösung oder einen Ausweg aus der Welt seiner Bücher zu formulieren. Aber auch hier ist der Witz, dass dieser Ausweg vom Common Sense, also der Gesellschaft nicht verstanden wird. Aber ist dennoch da. Das erste Ende eines Buches von Ellis mit mehr als einem Funken Hoffnung.

Soweit mein Eindruck. Andere werden vielleicht ganz andere Dinge im Buch bemerken. Aber gerade das ist die Stärke von Literatur - es wird nicht eine, sondern viele Geschichten werden erzählt. Und das, was wir vorliegen haben, ist Literatur. Und keine schlechte.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Das Sahnehäubchen unter Ellis Romanen!, 1. November 2008
Bei Ellis weiß man nie, wohin die Reise führt. Man kann sich sicher sein, das es bizarrer ist, als alles, was man sonst so liest, und als Leser seiner Bücher weiß man um des Autors Vorliebe für grenzwertige Gewaltdarstellung -welche für mich, wenn auch manchmal über die Schmerzgrenze hinaus - untrennbar zu Ellis gehörte.

Diesmal umso besser zu sehen, das Herr Ellis auch ohne diese Extreme zurechtkommt, um einen wieder unter das Bett gucken zu lassen. Das Grauen ist diesmal subtiler, aber dadurch nicht weniger schlimm. Was Ellis dem Leser vorher brutalst ins Gesicht geschleudert hat, läßt er sich nun von hinten anschleichen. Eine stetig wachsende Paranoia kennzeichnet das Buch, die so weit geht, das nicht mehr zu sagen ist, was "Wirklichkeit" ist oder nur ein totaler Brainfuck seines Charakters.

Neu und genial ist auch, das er die Hauptfigur ist und sich selbst so auf gruselige Art und Weise aufs Korn nimmt. Das soll ihm erstmal jemand so brilliant nachmachen. Ellis ist für mich einer der überragensten Autoren dieser Zeit - wenn nicht sogar seiner Zeit voraus.

Lunar Park krönt für mich seine bisherigen Werke - wenn es der das toppen kann, gehört er für mich in den Olymp der Schriftsteller.
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5.0 von 5 Sternen so genial
absolut genial (und viiiel besser als die mittelmäßigen Bücher nach less than zero und american psycho!!)
Veröffentlicht am 15. September 2007 von IWA

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