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Lulu und Jimi
 
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Lulu und Jimi

Jennifer Decker , Katrin Sass    Freigegeben ab 16 Jahren   DVD
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Jennifer Decker, Katrin Sass, Ray Fearon, Simon Boer, Udo Kier
  • Format: PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Warner Home Video - DVD
  • Erscheinungstermin: 7. August 2009
  • Produktionsjahr: 2008
  • Spieldauer: 91 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B0029NZOHK
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 47.771 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Produktbeschreibungen

VideoMarkt

Es ist Liebe auf den ersten Blick für die junge Lulu aus einer verarmten deutschen Fabrikantenfamilie und Jimi, den schwarzen amerikanischen Charmeur vom Autoscooter. Ende der Fünfzigerjahre aber ist diese Liebe ein Skandal und für Lulus Mutter ein Hindernis, ihre lukrativen Heiratspläne mit Lulu in die Tat umzusetzen. So beauftragt sie skrupellose Männer, das Glück ihrer Tochter mit Gewalt zu zerstören. Die beiden Liebenden werden in ein Abenteuer verwickelt, das ihre Gefühle zueinander auf eine harte Probe stellt.

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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Plagiat 29. Juli 2010
Von Rovero
Ich bin normalerweise ein Fan von Oskar Roehler, aber dieser Film war eine einzige Enttäuschung.
Im Interview erwähnt er Douglas Sirk, die Coen-Brüder und David Lynch als Einflüsse für seinen Film. Von den ersten beiden hat "Lulu und Jimi" nun absolut gar nichts, ich weiß nicht, wie er darauf kommt. Klar, jeder mag kitschige, sentimentale Douglas-Sirk-Filme, von den Coens hat er sich höchstens hinsichtlich der Optik und Kameraführung ein bisschen abgeguckt. Gegen ein paar Zitate und Anlehnungen an die filmischen Vorbilder ist natürlich nichts einzuwenden; aus solchen setzen sich z.B. Tarantino-Filme zusammen. Einer wie Tarantino versteht es jedoch, auf subtile, humorvolle Art auf seine Vorbilder und Quellen zu verweisen, und darin liegt der entscheidende Unterschied zu Roehlers Film "Lulu und Jimi".
Dieser ist nichts Anderes als ein müder, hilfloser Abklatsch von "Wild at Heart". Die Handlung ist nahezu 1 zu 1 übernommen, einige Figuren entsprechen exakt denen aus Lynchs Film (Lulus Mutter = Lulas Mutter, Schultz = Marcelles Santos, Harry = Bobby Peru), und nicht nur das, nein, Roehler besitzt die Dreistigkeit bzw. Einfallslosigkeit, ganze Szenen aus "Wild at Heart" einfach nachzudrehen. Die Szene, wo Jimi den Bruder zusammenschlägt, ist mit der Eingangssequenz von Wild at Heart fast identisch. Bei der einen Disko-Szene habe ich mir gedacht: "Wenn der jetzt gleich die Hand hebt, um die Band anzuhalten, mache ich den Film aus." Aber ich musste sozusagen aus Sensationsgeilheit weitergucken. Als Jimi dann für Lulu ein Lied gesungen hat, habe ich vor Entsetzen gelacht und nur noch gedacht: "So dumm KANN der Roehler doch einfach nicht sein! Es wird sicher noch irgendwas Gutes, Originelles kommen, ist ja schließlich Roehler." Dieser Fall trat aber nicht ein, es kam nichts Sehenswertes mehr, und weitere Szenen aus dem Original-Film wurden nachgespielt, so wurde z.B. die Szene, wo im Original Bobby Lula im Motelzimmer nötigt, von Roehler ebenfalls exakt kopiert. Und noch schlimmer: Wo Sailor die Vision der Hexe aus dem Westen hat, sieht Jimi Daddy Cool am Himmel usw.
Ich habe so etwas noch nie erlebt, es ist einfach nur eine Frechheit und Respektlosigkeit des Regisseurs gegenüber seinem Zuschauer. Es wäre etwas Anderes, wenn er explizit darauf hinweisen würde, dass er ein Remake von Wild at Heart machen wollte, sozusagen eine deutsche Version in den 50ern spielend. Das tut er aber nicht, und deshalb bekommt er für diesen Film nichts Anderes als mein Mitleid.
Und auch für sich betrachtet, also wenn man das Original nicht kennt, ist dieser Film um Längen schlechter als die gelungenen, originellen Roehler-Filme (Unberührbare, Alte Affe Angst) und sogar noch um einiges schlechter als die weniger gelungenen Roehler-Filme (Agnes, Elementarteilchen). Das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass Roehler von der wahren, schönen Liebe weitaus weniger zu erzählen weiß als von der hässlichen, grausamen, abgestumpften, pervertierten Liebe (dass er das kann, wird ihm wohl niemand absprechen). Ich bin sicher, er hätte die Fähigkeit, einen eigenständigen, originellen Liebesfilm zu machen, nur dieser hier funktioniert einfach nicht, es springen überhaupt keine Funken über.
Ich hatte mich auf diesen Film gefreut. Ich fand den Film nicht nur schlecht und langweilig, ich habe auch meinen Respekt vor dem Regisseur verloren.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Tonio Gas TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Kirmes 1959, irgendwo in Deutschland im Grünen: Knallbunt fahren die Autoscooter und die sich darin befindenden Jugendlichen über die Bahn. Lulu (Jennifer Decker) und Jimi (Ray Fearon) erblicken sich wie Romeo und Julia oder Tony und Maria: Einfach so, und ohne erkennbaren Grund wissen sie, wissen wir: Die sind füreinander gemacht. Und dürfen einander nicht lieben, denn Lulus Bruder steht in Spießerklamotten samt Spießerauto und Spießerchauffeur der Eltern schon bereit, Lulu abzuholen. Die im matten, piefigen Grün ausgeleuchtete und wohl CGI-überarbeitete Wiese mit Spießerensemble wirkt wie eine Rückprojektion, die Schnittwechsel zwischen beiden Welten wirken wie Anschlussfehler. Dabei haben die Filmarchitekten die Kirmes vermutlich wirklich genau dort hingestellt. Aber das ist egal, Regisseur Oskar Roehler setzt von Anfang an auf krasse Gegensätze, Archetypen, Ikonografie des Kitschkinos. Ein Pärchen against all odds, ein Klassikerthema des Kinos und - siehe oben - auch anderer Kunstformen. Kann man ja mal machen. Ist allerdings nicht neu. Also muss es ein i-Tüpfelchen geben. Roehler sucht es zu setzen, indem er in einem kruden Stil- und Zitatenmix der grenzenlosen Übertreibung einer grellen Farce huldigt. "So schlecht, dass es schon wieder gut ist", diese Argumentation verstehe ich in den seltensten Fällen. Roehlers Film ist über weite Strecken schlicht schlecht.

Lulu und Jimi, ein farbiger US-Amerikaner und Gelegenheitsarbeiter, müssen sich gegen die Bemühungen Lulus Eltern durchsetzen, Töchterchen mit einem schnöseligen Sohn stinkreicher Fabrikanteneltern zu verkuppeln. Dessen Besetzung mit Bastian Pastewka lässt stärker als alles andere ahnen, dass jede Nebenfigur reine Karikatur ist, in diesem Fall immerhin noch eine lustige. Roehler bleibt aber nicht konsequent bei der abgedrehten Komödie, sondern mischt sie mit Psychothriller, Romanze, Horror, Gangsterfilm. Natürlich haben Lulu und Jimi wegen Jimis Hautfarbe im Deutschland des Jahres 1959 Vorurteile und Anfeindungen zu gewärtigen. Aber irgendwann tritt ein Psychiater auf, der Lulu erklärt, dass der Embryo eines Schwarzen so schnell heranwachse, dass die Mutter oder zumindest die Gebärmutter im fünften Monat platze. Spätestens hier fassen wir uns fassungslos ob so viel geballten Schwachsinns an den Kopf und können diesen Film keine Sekunde mehr ernst nehmen. Oder sollen wir das auch gar nicht? Hans-Michael Rehberg spielt den Psychiater als pure Horrorgestalt, ein alter Mann mit Glatze, Quadratschädel, bösen Spritzen, bösen Sprüchen, durch Gegenlicht extrem tiefen Augenhöhlen, das ganze Programm eines Dr. Mabuse. Ein schwarzweißer Mann in blutroter Umgebung seiner (Folter-)Praxis; Roehler zitiert hier anscheinend die expressionistischen deutschen Horrorfilme der 1920er Jahre. Wie sein Film überhaupt ein wilder Zitatenmix ist, und gehe es auch nur um in greller Übertreibung gesteigerte Ikonographie der 50er-Jahre-Popkultur. Jedes Bild ist geradezu in das Öl von Roehlers Kunstfertigkeit gegossen und wirkt nur noch künstlich statt kunstfertig. "Lulu und Jimi" sind ständig in Bewegung, doch der Film ist steif. Zudem scheint Roehler der Macht seiner Bilder zu misstrauen und dies durch eine Extraportion Kitsch und Übertreibung zu kompensieren zu versuchen. Auffällig viele Bilder und Motive, die wir schon beim ersten Mal verstanden haben, tauchen mindestens zwei Mal auf, oder es werden Szenen in die Länge gezogen. Der rosa (!) Pudel von Lulus Mutter entlockt beim ersten Mal ein anerkennendes Schmunzeln ob Roehlers Detailverliebtheit, geht aber irgendwann nur noch auf die Nerven. Dass Lula (warum eigentlich?) eine exzellente Turnerin ist, sehen wir bei einer Performance in nimmermüden Zeitlupensprüngen, die irgendwann nichts mehr hinzuzufügen haben, aber dennoch mit jeweils noch größerer Geste präsentiert werden. Knalleffekte werden angekündigt, bleiben aber aus - dies ließe sich im Grunde für den ganzen Film sagen. Wenn sich Lulu und Jimi endlich im schmucken Cabriolet lieben, schneidet Roehler zwischen das Davor und Danach eine Totale des Ensembles. "Cadillac (?) auf Hügel vor kobaltblauem Nachthimmel". Dabei soll es doch um Menschen gehen, und um das Intimste zwischen ihnen. Selbst bei den Körpern sind Sixpack, High Heels und Nylons für die Kamera wichtiger als die darunter liegenden Gefühle.

Nur selten wirkt hier etwas stimmig - etwa wenn Lulu nach einer wahrhaft himmlischen Liebesbotschaft Jimis in ihrem weißen Nachthemd besonders hell ausgeleuchtet wird und daher unschuldig, rein, fast engelhaft wirkt. Oftmals hingegen wirkt Roehler seltsam unentschlossen und präsentiert schlicht alle Farben in höchstmöglicher Grelle, was seine Gestaltung wahllos erscheinen lässt. Dabei ist die Wahl von Roehlers Film-Vorbildern durchaus erkennbar. Vielleicht sind Lulu und Jimi schlicht Lula und Sailor aus David Lynchs "Wild at Heart", wofür auch die boshafte Karikatur einer aufgetakelten, grausamen Mutter (hier Katrin Sass) sprechen würde. Deutlicher sind jedoch die Parallelen zu Douglas Sirk. Ein Reh im ach so schönen, romantischen Wald erinnert an das berühmte Schlussbild aus "Was der Himmel erlaubt" (und wieder einmal muss Roehler einen draufsetzen und Lulu ein "ist das schön hier" seufzen lassen, als ob wir es nicht auch so merkten). Wenn Lulu im hellblauen Nachthemd morgens um drei Uhr "ins Wasser geht" in einen Teich umgeben von wildromantischen Bäumen, hat das etwas von Marianne Kochs Suizidversuch aus "Der letzte Akkord". Überdeutlich sind dann die Zitate aus "In den Wind geschrieben": Zeitenwenden werden dadurch ausgedrückt, dass wehende Herbstblätter vor einem Haus in Schneeflocken übergehen. Und nicht nur Hommage, sondern schon Klau sind die vom Wind umgeblätterten Blätter eines Tageskalenders. Wobei Roehler es nicht lassen kann, dieses Bild geschlagene drei Mal einzusetzen.

Roehler hätte sich keinen Schlechteren aussuchen können als Sirk, den ich liebe. Sirk ist (neben anderem) ein Meister des Gefühlskinos gewesen, der eine gewisse Künstlichkeit sehr bewusst eingesetzt hat und damit zum Kern seiner Geschichten vorgedrungen ist. Roehler ist das glatte Gegenteil: Wahllos statt bewusst das Künstliche einsetzend, bleibt er immer an der Oberfläche. Sirk hätte er außer vor lassen sollen. Als kalte, krude Farce, Satire, Zitatenschatz, Trash hätte "Lulu und Jimi" vielleicht funktioniert. Aber nein, Roehler will es ja, das Kino der großen, echten Gefühle. Das Echte hinter dem Künstlichen hervorlocken, das jedoch ist Sirks Metier, sicherlich nicht seins allein, aber sicherlich nicht Roehlers, jedenfalls nicht in "Lulu und Jimi". Roehler hat ein paar zumindest interessante Ideen wie z.B. komplementäre Vaterfiguren von Lulu und Jimi, von demselben Schauspieler dargestellt (Rolf Zacher). Aber oftmals fragte ich mich fassungslos, wieso ich mich für diese seltsamen Figuren eigentlich interessieren soll: Irreal böse Mutter, irreal böse Stilsünden, ein Vater, den die Mutter zur Kastration mit dem Rasiermesser genötigt hat, um mit dem Chauffeur herumzumachen (noch so eine Karikatur: Udo Kier), ein Nosferatu-Mabuse-Fu-Man-Chu-Psychiater aus einer anderen Welt. Und bei Jimi ein Vater, der mal eben die Mutter und den Liebhaber Jimis abknallt, woraufhin wie ein Deus Ex Machina Rockstar Daddy Cool als Ersatzvater auftritt, dem Mörder eine scharfe Braut zuführt und mit dem Steppke fröhlich neben den beiden Leichen tanzen kann. Die Art und Weise, wie Roehler hier herausstellt, keine kleinen Brötchen zu backen, ist unangenehm penetrant. Ein weiteres Beispiel ist dieser Monolog mit der platzenden Gebärmutter: Selbst für einen Rassisten im Deutschland des Jahres 1959 ist das so erbärmlich bekloppt, dass Roehler sein Thema eines sich gegen Vorurteile durchboxenden Pärchens komplett verschenkt. Auch ist völlig unverständlich, wie die nicht dumm wirkende Lulu das nur eine Sekunde lang glauben kann - was für dramatische und manchmal recht grausam gezeigte Abtreibungsversuche eine hohe Bedeutung im Fortgang der Erzählung hat. Nein, diese ganze Welt ist vollständig außerhalb all dessen, was auch nur ansatzweise realistisch ist. Sie ist pures Zeichen, Oberfläche, künstliche Kunst. Wir haben einen intellektuellen, ästhetischen Zugang zu ihr, aber keinen emotionalen, weil diese Welt so vollständig fremd, verschieden von unserer eigenen Welt ist. Darum können wir auch keine Gefühle für die Menschen in dieser Welt entwickeln - und sollen es doch ganz offensichtlich, wie nicht nur die Huldigungen an einen Meisterregisseur des Gefühlskinos zeigen. Daher: Setzen, sechs. Naja, gut, ab und an schmunzelt man und freut sich über die eine oder andere Idee, aus der vielleicht etwas hätte werden können. Zwei Sterne.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gegen das Establishment. 12. Oktober 2009
Es sind die Fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts in Deutschland. Auf einem Rummelplatz lernt die junge Fabrikantentochter Lulu den hübschen Farbigen Jimi kennen, der hier arbeitet. Die beiden kommen sich näher und es funkt. Aber Lulu ist einem anderen versprochen und es kommt zu Zwistigkeiten. Bei einer Schlägerei verletzt Jimi Lulu's Bruder in Notwehr schwer. Lulu und Jimi fliehen.

Die Geschichte wird spannend und humorvoll erzählt. Zudem scheint der Film in einen Falschfarbentopf gefallen zu sein und damit die Situationen und Charakteren noch polarisierender darzustellen. Überraschenden Wendungen und märchenhafte Fügungen halten die Story im Gang und die Neugier beim Zuschauer aufrecht. Regie und Schauspieler leisten gute Arbeit und haben eine kleine Filmperle erschaffen.
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